September 6

Homo Inferis 2: Kontakt von Daniel Böckeler

Nachdem die vermeintlich letzten überlebenden Menschen jahrelang in Arche 2 unter der Erde eingesperrt waren, fällt diese langsam auseinander und die Probleme häufen sich. Als dann endlich ein Funkspruch von Arche 1 vernommen wird, können sie ihr Glück kaum fassen – Doch die vermeintliche Rettung sieht in Wahrheit ganz anders aus…

Im zweiten Band lauern sowohl unter als auch auf der Erdoberfläche ganz neue Gefahren. Besonders gefallen hat mir, wie abwechslungsreich die Bedrohungen durch den Nebel, die Monster, die Seuche und sogar die anderen Menschen eingebracht werden.

Besonders in der zweiten Hälfte der Handlung wird ein besonderer Fokus auf Richard gelegt, der eine sympathische Figur darstellt. Auch der Sinneswandel, den er im Verlauf der Geschichte durchmacht, wird realistisch beschrieben. Im Gegensatz dazu gehen Nikki und Mia, aus deren Perspektiven ebenfalls geschrieben wird, jedoch ein wenig unter.

Das bedeutet aber nicht, dass es ihnen oder den zahlreichen, interessanten Nebencharakteren an Tiefe mangelt, denn jeder hier verfolgt seine eigene Agenda und niemand kann es sich leisten, immer auf der „richtigen“ Seite zu stehen.

Mein einziger wirklicher Kritikpunkt ist, dass die Dialoge und Gedanken der Charaktere teilweise etwas hölzern wirken, aber die Spannung der Story lässt einen das schnell vergessen.

Juni 12

Barbarenmond: Konzernedition von Klotz Van Ziegelstein

Der Jäger Terbish nimmt den Auftrag der Mondgöttin Luna an, den sogenannten Kristallherren zu bergen. Doch es stellt sich bald heraus, dass sein Gegner ihm mehr als nur ebenbürtig ist.

Diese Geschichte spielt zeitlich vor „Plünderer“, allerdings gibt es hier viele Begriffe und Konzepte, die sehr viel leichter zu verstehen sind, wenn mensch das andere Buch zuerst liest. Die Handlung an sich ist aber eigenständig und bietet interessante Einblicke in Terbishs Vergangenheit.

Obwohl es sich um eine Kurzgeschichte handelt, ist hier wieder eine gelungene Mischung aus Action und überraschenden Wendungen getroffen worden. Vor allem die verschiedenen Taktiken, die im Kampf zum Einsatz kommen, haben mir gefallen.

Auch die Figuren zeigen interessante Ansätze, egal, ob es sich um den wenig vertrauenswürdigen Caitan Noctis oder den Barbaren Abel handelt.

„Barbarenmond“ ist eine kurzweilige Geschichte, die schon einmal Einblicke in die größere Welt der Neobarbaren gibt und Lust auf mehr macht.

Mai 31

Plünderer von Klotz Van Ziegelstein

Eigentlich ist Jimmy King nur ein glückloser Ex-Student, doch auf der verzweifelten Suche nach Geld wird er in Ereignisse hineingezogen, die seinen Horizont bei Weitem übersteigen und bald machen Schattengilden und Kopfsammler Jagd auf ihn…

„Plünderer“ spielt in einer fernen Zukunft, in der Elemente, die wir in der heutigen Welt beobachten können, bis ins Extrem getrieben wurden. Was zum Beispiel aus dem Internet und den zugehörigen Influencern und Cyberkriminellen werden könnte, wird hier mit einer gehörigen Portion Kreativität dargestellt – Witzig und erschreckend zugleich!

Für ebenso große Abwechslung sorgen die drei Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Durch die Sichtwechsel erfahren wir viele Hintergründe über die Welt und die Handlung und die Momente, in denen sie aufeinandertreffen, sind jeweils spannende Höhepunkte.

Die Handlung mit ihren rasanten Wendungen und Überraschungen hat mich gleich in den Bann gezogen. Sie holt das Maximum aus dem Setting heraus und bleibt bis zum Schluss unvorhersehbar, weil sich die Figuren ständig gegenseitig hintergehen und noch Asse im Ärmel haben.

Hier wird eine chaotische und gleichzeitig fast schon vertraute Zukunftsvision gezeichnet, die von schrägen und meist unsympathischen Charakteren bevölkert ist, und genau das macht den Reiz aus!

Mai 29

Knights of Sidonia – Master Edition 1 von Tsutomu Nihei

Jahrhunderte nachdem die Erde durch die wandelbaren „Gauna“ zerstört wurde, treibt das Raumschiff Sidonia durchs All. Seine Bewohner, darunter der Protagonist Nagate Tanikaze, müssen es immer wieder mit Mechas gegen Angriffe der gefährlichen Aliens verteidigen.

Der Zeichenstil ist wirklich einzigartig. Die Figuren sehen relativ simpel aus, worunter ihre Ausdrucksstärke allerdings nicht leidet, aber die Hintergründe und Kämpfe bestechen durch ihre beeindruckenden Details. Mir haben vor allem die Designs des Raumschiffs und die der Gauna, die immer wieder für Überraschungen zu haben sind, gefallen.

Das Gleiche gilt für den Plot. Mehr über die Geschichte der Sidonia und vor allem die Fähigkeiten der Aliens herauszufinden macht für mich den Reiz des Mangas aus, die Raumschlachten sind natürlich auch nicht zu verübeln. Dadurch, dass ihre Feinde so wandelbar sind, müssen die PilotInnen ständig andere Strategien benutzen, was sie nie langweilig werden lässt.

Ein Kritikpunkt ist für mich definitiv, dass viele der anderen Figuren aus relativ unerklärlichen Gründen in den Protagonisten verliebt sind und ziemlich viel Zeit mit Eifersuchtsdramen verschwendet wird, die dann nicht einmal wirklich zu etwas führen. Meiner Meinung nach hätte der Autor diesen Nebenplot auch streichen können.

Insgesamt bietet Knights of Sidonia aber genug interessante Handlungsstränge und Ideen, um mich bei der Stange zu halten. Vor allem das Ende macht mich gespannt auf den zweiten Teil!

Mai 21

Die Eisenritter: Der Pilgerpfad von Lucian Caligo

Der Eisenritter Judas war immer ein treuer Verfechter seines Glaubens, mit Worten und dem Schwert. Dann überschlagen sich jedoch die Ereignisse und er beginnt, zu verstehen, dass hinter dem Orden mehr steckt, als er jemals geahnt hatte – und begibt sich damit in große Gefahr.

Judas hat mich als Protagonist begeistert. Er beweist schnell, dass er weitaus vielschichtiger ist, als es anfangs den Anschein hat. Auch, dass er im Kern ein guter Mensch ist, aber trotzdem nicht immer „richtig“ handelt, hat mich überzeugt.

Die Geschichte wirft einen gleich in die Action und wechselt danach immer im richtigen Moment zwischen spannend beschriebenen Kämpfen und Szenen, in denen die Charaktere die Verschwörung um den Orden Stück für Stück aufdecken. Dabei ist auch lobenswert zu erwähnen, dass es nicht diesen einen Twist gibt, sondern verschiedene Momente, in denen einem als LeserIn ein Licht aufgeht.

Die Welt und Handlung des Buches ist ebenfalls einzigartig. Durch die lebhaften Beschreibungen bekommt mensch einen guten Eindruck vom Worldbuilding und es gibt einige kreative Ideen, die es von dem anderer Bücher abheben.

„Die Eisenritter“ konnte mich praktisch von der ersten Seite an überzeugen und beinhaltet keine langweiligen Szenen. Alleine das hier beschriebene Universum hat noch viel Potential für Fortsetzungen!

April 26

Fools in Space: Die Flucht von Calin Noell

Seit geraumer Zeit befindet sich die Crew der Secret 2 auf ihrer Mission im Weltraum. Als dann jedoch die Ingenieurin Lawen Door auf ihr Schiff versetzt wird und die Bord-KI beginnt, verrückt zu spielen, wird ihnen langsam klar, dass die Wahrheit vielleicht ganz anders aussieht.

Diese Prämisse war es, die mich an diesem Buch zuerst interessiert hat. Denn statt eines Trupps professionell ausgebildeter Space Marines haben wir hier eine Gruppe sympathischer Menschen, die alle aus verschiedenen Gründen von der Gesellschaft ausgeschlossen worden sind und gar nicht versuchen, irgendwelche Heldentaten zu vollbringen, sondern einfach nur ihr Leben leben wollen.

Es fällt einem leicht, sich in die Hauptcharaktere hineinzuversetzen und mensch schließt sie schnell ins Herz und fiebert mit. Die Beziehungen der ProtagonistInnen untereinander werden lebensnah dargestellt und auch die Nebenfiguren sind interessant und halten einige Überraschungen bereit.

Die Handlung ist ebenfalls ungewöhnlich, denn die explosive Mischung aus einer emotionalen KI und den äußeren Begebenheiten, über die hier nicht mehr verraten werden soll, bleibt von der ersten bis zur letzten Seite spannend und unvorhersehbar.

Obwohl Raumschiffe und eine künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle spielen, kommt das Buch nicht einmal in die Nähe der üblichen Sci-Fi-Klischees und ich würde es ohne zu zögern auch Leuten empfehlen, die sonst mit dem Genre nicht viel anfangen können.

April 4

Asynchron von Matthias Grabo

In „Asynchron“ geht es um den Künstler Quinn, der sich plötzlich in einer düsteren Zukunft wiederfindet, in der sich die Welt komplett verändert hat: Tödliche Monster streifen nachts in den Straßen umher und die überlebenden Menschen denken nicht einmal daran, einander zu vertrauen und zusammenzuarbeiten. Und zu allem Überfluss hat er keine Ahnung, wohin seine Freundin Eve verschwunden ist…

Es gibt Einiges, was dieses Buch von anderen seiner Art unterscheidet: Alleine die Art der Apokalypse, aber auch die auftretenden Monster, deren Beschreibung und Fähigkeiten mir gut gefallen haben. Aber auch die menschlichen Gegner haben es in sich und sind nicht zu unterschätzen.

Die Figuren haben mich ebenfalls beeindruckt. Sie sind allesamt weit von perfekt entfernt, was sie umso realistischer macht und zu überraschenden, aber nicht unglaubhaften Handlungen befähigt. Sie haben alle ihre eigenen Persönlichkeiten und Beziehungen untereinander, die einen großen Teil der Spannung ausmachen.

Die Handlung ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend und es werden langsam immer mehr Hintergründe enthüllt. Es gibt eine gute Mischung aus Action und Erklärungen, sodass es nie langweilig wird. Vor allem das Ende hat es in sich und macht mich gespannt auf die Fortsetzung, denn es bleiben noch einige interessante Fragen offen.

Auch, dass ein Teil der Handlung Quinns Überlebenskampf in der „Gegenwart“ folgt und der andere Eves in der Vergangenheit, hat mir gefallen und die Geschichte gut aufgelockert, was auch daran liegt, dass sie zwei unterschiedlichen Bedrohungen ausgesetzt sind.

März 5

Mars Ultor: Nemesis von David Reimer

Im zweiten Band der „Mars Ultor“-Reihe muss das Team um Major Dener erneut zur Ares-Station im Mars-Umlauf, denn der Kontakt zu ihr ist abgebrochen. Doch langsam erkennen sie, dass sie dem Wayaki-Konzern nicht mehr trauen können und werden von allen Seiten bedroht.

Wie schon im ersten Teil wird hier einerseits das Team auf der Raumstation dabei verfolgt, wie sie deren Tücken und Gefahren kennenlernen, andererseits verbringt mensch einen Teil der Handlung auch mit Dr. Stone, der sich der im ersten Teil gefundenen, mysteriösen Flüssigkeit vom Mars aus wissenschaftlicher Sicht nähert, was auf eine ganz andere Art und Weise spannend ist.

Dabei lernt mensch auch die Teammitglieder besser kennen. Es ist mir leicht gefallen, mich in sie hineinzuversetzen und auch deren Interaktionen untereinander sind realistisch gehalten und amüsant zu lesen.

Die Handlung ist gewohnt spannend und bietet wie im ersten Teil eine interessante Mischung aus im Hintergrund ablaufenden Intrigen und Actionszenen.

Schön finde ich auch, dass im Anhang wieder erwähnt wird, welche der vorkommenden wissenschaftlichen Neuerungen reine Science Fiction sind und welche wir so oder so ähnlich auch heute schon erreichen können.

Dezember 19

Sonntags kommt das Alien von Clark Clever

Im ersten Band der Soontown-Trilogie gehen Ellen und Ricco auf Ufo-Jagd, nachdem sie entsprechende Gerüchte aufgeschnappt haben. Doch natürlich geht es in Soontown auch sonst drunter und drüber, sodass dieses Flugobjekt bei Weitem nicht das einzige Problem ist, dem sie sich stellen müssen.

Dabei lernt man die skurrilen Bewohner der Stadt schnell kennen und lieben. Was mir an der Reihe besonders gefällt, ist die Vielzahl von Charakteren, die alle im Kontext der Geschichte realistisch, für unsere Verhältnisse aber eher liebenswert verrückt – und auf jeden Fall sehr menschlich – sind.

Auch die Handlung kann sich sehen lassen. Es werden mehrere Erzählstränge eingeführt, die alle an sich spannend sind und sich an überraschenden Stellen verbinden.

Interessant finde ich auch, wie das Genre Science Fiction hier umgesetzt wird. Das Buch spielt in einer nicht ganz so fernen Zukunft, in der die Menschheit zwar noch auf der Erde lebt, es aber einige technische Neuerungen gibt. Dadurch fühlt man sich stellenweise an sein eigenes Leben erinnert, wird aber auch immer wieder von den Innovationen überrascht.

Insgesamt gefällt mir gut, wie eine spannende Story, sympathische Charaktere und der humorvolle Schreibstil verbunden werden. Man hat beim Lesen gleichzeitig ein Grinsen im Gesicht und möchte unbedingt wissen, wie es ausgeht.

Dezember 14

Alluran von Jutta Schönberg

„Alluran“ ist eine Sammlung von sechs Kurzgeschichten, die im Science Fiction-Bereich angesiedelt sind und durch die Thematik der Begegnung zwischen Menschen und Außerirdischen verbunden sind.

Diese Begegnungen sind durch die kreativen Ideen und wechselnden Perspektiven immer wieder interessant zu lesen. Die Autorin hat sich Mühe gegeben, die verschiedenen Völker und ihre Eigenarten auszugestalten, sodass es Spaß macht, sie kennenzulernen. Das sorgt allerdings auch dafür, dass man gerne mehr über die Aliens wissen möchte, als die Seitenzahl der Kurzgeschichten hergibt.

Auch die Handlungen der einzelnen Geschichten sind erfrischend anders und es gibt einige Plottwists, die mich überrascht haben. Schön fand ich auch, dass sich die Stimmungen und Atmosphären der Kurzgeschichten untereinander stark unterschieden haben, sodass mir nie langweilig geworden ist.

Obwohl diese Geschichten größtenteils auf fremden Planeten und in einer fernen Zukunft spielen, lässt sich zum Beispiel das Thema der Ausbeutung von natürlichen Ressourcen und Planeten, das zweimal aufgegriffen wird, auch auf unsere Realität übertragen, was mir gut gefallen hat.

Insgesamt ist „Alluran“ eine Sammlung, in der für jeden Fan des Genres etwas dabei ist und die mit kreativen Einfällen und Handlungen überzeugt.