April 7

Tage der Schatten 2: Die Geschwister von Florian Clever

Der tyrannische Ulfgard, nun ehemaliger Anführer der Nachtalben, ist tot, Maikas Probleme damit aber bei Weitem nicht gelöst. Nicht nur ihr untoter Bruder, der ganz eigene Vorstellungen vom Zusammenleben als Familie hat, auch die auf Rache sinnenden Kanalratten, Konkurrenten der Nachtalbe, lauern immer noch in Galdin-Sor, der Gewaltigen.

Allerdings bleibt die sympathische Diebin nicht die einzige Protagonistin, auch der Ex-Inspektor Ismael ist wieder dabei und sorgt dafür, dass wir auch Eindrücke von der anderen Seite des Gesetzes bekommen. Dieses Mal stehen sie sich allerdings nicht alleine als Gegner:innen gegenüber…

Es gibt natürlich auch wieder eine bunte und ausgefallene Auswahl an Nebencharakteren: Der unheimliche Vampyr Colja zum Beispiel, oder Maikas Freund Quicks, der immer mit seinem Kater Pummel unterwegs ist und der eine sehr bewegte Vergangenheit hatte. Es fällt einem nicht schwer, diese Figuren in sein Herz zu schließen und auf ihr Überleben in den grausamen Gassen der Stadt zu hoffen.

Was mir vor allem gefallen hat, ist die Verknüpfung der übernatürlichen und sehr weltlichen Handlungsstränge. Einerseits haben die Diebesbanden ganz normale Probleme wie Geldmangel und Razzien, andererseits treiben auch ganz andere Gestalten in der Stadt ihr Unwesen und stellen eine noch größere Bedrohung dar.

Die Auflösung der Story ist auch gut gelungen, alle Handlungsfäden finden ihren zufriedenstellenden Abschuss – was aber nicht bedeutet, dass es nicht ständig Überraschungen gibt, die einen als Leser:in immer wieder fesseln und die Seiten verschlingen lassen!

April 7

Tage der Schatten 1: Die Nachtalbe von Florian Clever

Maika die Schattenhand ist ein hochrangiges Mitglied der Nachtalbe, einer Diebesbande, die die Gassen der Königsstadt Galdin-Sor unsicher macht. Doch deren Tage scheinen gezählt, als sich auf einmal ihre konkurrierenden Banden zusammentun. Auch Inspektor Ismael, der auf der anderen Seite des Gesetzes steht, wird in diese gefährlichen Ereignisse hineingezogen…

Maika und ihre Freunde sind ein sympathisches Völkchen. Sie werden einem mit ihren Stärken und Schwächen genauso nähergebracht wie Ismael, obwohl die beiden auf verschiedenen Seiten kämpfen. Mit beiden Hauptfiguren trotz ihrer unterschiedlichen Interessen mitzufiebern, macht ihre Reise umso spannender.

Mir hat auch das Setting sehr gut gefallen. Obwohl die Handlung in einer Königsstadt spielt, kriegen wir von prächtigen Bällen oder Turnieren zu dessen Ehren nicht viel mit. Stattdessen verschlägt es uns in die Armenviertel, die Kanalisation oder auf Friedhöfe. Das sorgt dafür, dass wir einen interessanten und einzigartigen Blick auf diese Stadt bekommen. Auch, wie Maika sich an ihre Heimatstadt gewöhnt hat und wie sie mit ihren zahlreichen Gefahren umgeht, wird realistisch beschrieben.

Die Action kann sich ebenfalls sehen lassen. Maika als Diebin setzt natürlich eher auf Unauffälligkeit, aber da sie häufiger in Kämpfe verwickelt wird, ist auch Schnelligkeit von ihr gefragt. Die Kampfszenen sind dynamisch beschrieben und reißen einen mit, ohne dabei verwirrend zu werden.

Dieser erste Band ist der Auftakt einer Dilogie rund um den Bandenkrieg in Galdin-Sor. Allerdings ist der nicht die einzige Gefahr, mit der unsere Protagonist:innen konfrontiert werden. Auch diese Abwechslung sorgt dafür, dass „Die Nachtalbe“ von Anfang bis Ende spannend bleibt!