Tage der Schatten 1: Die Nachtalbe von Florian Clever
Maika die Schattenhand ist ein hochrangiges Mitglied der Nachtalbe, einer Diebesbande, die die Gassen der Königsstadt Galdin-Sor unsicher macht. Doch deren Tage scheinen gezählt, als sich auf einmal ihre konkurrierenden Banden zusammentun. Auch Inspektor Ismael, der auf der anderen Seite des Gesetzes steht, wird in diese gefährlichen Ereignisse hineingezogen…
Maika und ihre Freunde sind ein sympathisches Völkchen. Sie werden einem mit ihren Stärken und Schwächen genauso nähergebracht wie Ismael, obwohl die beiden auf verschiedenen Seiten kämpfen. Mit beiden Hauptfiguren trotz ihrer unterschiedlichen Interessen mitzufiebern, macht ihre Reise umso spannender.
Mir hat auch das Setting sehr gut gefallen. Obwohl die Handlung in einer Königsstadt spielt, kriegen wir von prächtigen Bällen oder Turnieren zu dessen Ehren nicht viel mit. Stattdessen verschlägt es uns in die Armenviertel, die Kanalisation oder auf Friedhöfe. Das sorgt dafür, dass wir einen interessanten und einzigartigen Blick auf diese Stadt bekommen. Auch, wie Maika sich an ihre Heimatstadt gewöhnt hat und wie sie mit ihren zahlreichen Gefahren umgeht, wird realistisch beschrieben.
Die Action kann sich ebenfalls sehen lassen. Maika als Diebin setzt natürlich eher auf Unauffälligkeit, aber da sie häufiger in Kämpfe verwickelt wird, ist auch Schnelligkeit von ihr gefragt. Die Kampfszenen sind dynamisch beschrieben und reißen einen mit, ohne dabei verwirrend zu werden.
Dieser erste Band ist der Auftakt einer Dilogie rund um den Bandenkrieg in Galdin-Sor. Allerdings ist der nicht die einzige Gefahr, mit der unsere Protagonist:innen konfrontiert werden. Auch diese Abwechslung sorgt dafür, dass „Die Nachtalbe“ von Anfang bis Ende spannend bleibt!