Juli 29

Eiselfen – Die dunkle Seherin von Josefine Gottwald

Im fünften Band der Saga müssen Auriel und Lúthien sich wieder ganz unterschiedlichen Problemen stellen, die allerdings beide die Sicherheit des Reiches bedrohen.

Dass die Hindernisse, denen sie sich in diesem Teil gegenüber sehen, sich aus der Vergangenheit des Landes unter Thírion und den Handlungen der vorherigen Bände ergeben, hat mir gut gefallen.

Wie immer geht es um einige Charaktere, die man bereits kennen und lieben gelernt hat, aber man erfährt zum Beispiel auch mehr über die titelgebende dunkle Seherin, Auriels Mutter, die eine sehr interessante Persönlichkeit darstellt.

Alles in allem kann ich auch diesen Band bedenkenlos an jemanden weiterempfehlen, der eine spannende Fantasy-Geschichte lesen will, in der es sowohl um die Geschäfte eines Königspaars, kriegerische Konflikte und die Beziehungen zwischen den Figuren geht.

Juli 26

Eiselfen – Hexenjagd von Josefine Gottwald

Im vierten Teil der Eiselfen-Reihe müssen sich Lúthien, Auriel und ihre Verbündeten einer ganz anderen Bedrohung stellen als bisher: Eine, die von innen kommt und sogar versucht, die beiden gegeneinander auszuspielen.

Durch diese nicht rein körperliche Gefahr, die nicht einfach mit Schwert und Schild zu bekämpfen ist, stehen die Protagonisten plötzlich vor neuen Problemen, die keine direkt ersichtliche Lösung haben. Genau deshalb bin ich der Meinung, dass dieser Band der bisher spannendste der Reihe ist.

Wie immer wird dabei großen Wert auf das Innenleben der Figuren gelegt, die sympathisch und glaubhaft herüberkommen und deren Schwächen man durch diesen Teil besonders kennenlernt.

Der angenehme Schreibstil hat sein Übriges dazu beigetragen, dass ich auch dieses Buch nicht so schnell aus der Hand legen konnte.

Juli 25

Clockwork von Tom Dekker

Zuerst einmal sollte gesagt sein, dass es mir sehr leicht fiel, den Einstieg in das Buch zu finden, obwohl ich den ersten Band nicht gelesen habe. Es gab genug Anspielungen darauf, um sich die wichtigsten Handlungsstränge zusammenzureimen, ohne den Leser mit viel Exposition zu langweilen.

Man lernt zu Anfang gleich eine ganze Bande von Charakteren kennen, die alle durch ihre Eigenheiten hervorstechen und einen sympathischen Eindruck machen.

Sowieso ist diese Welt von allen möglichen schrägen Gestalten bevölkert, die häufig nicht sind, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen, was für einige Überraschungen sorgt.

Dazu passend sind die politischen Ränkespiele und Wendungen, die dem Buch eine Ebene geben, die mich ebenfalls positiv überrascht hat. Auch, dass viele der Charaktere über ihre Sicht auf diese Dinge diskutieren, hat mir gefallen.

Abgerundet wird das stimmige Gesamtkonzept durch die spannende und unvorhersehbare Handlung, in der magische und technische Elemente kunstvoll gemischt werden.

Juli 25

Eiselfen – Der Kodex von Josefine Gottwald

Der dritte Band der Eiselfen Saga setzt die Geschichte gekonnt fort und weist dabei die gewohnten Stärken auf: Ein angenehmer Schreibstil, schöne Zeichnungen und sympathische Protagonisten, die sich wieder persönlichen und lebensbedrohenden Gefahren stellen müssen.

Mir hat besonders gefallen, dass man Thíriel, die bisher eine eher mysteriöse und unnahbare Persönlichkeit gewesen ist, besser kennengelernt hat, samt ihrer Schwächen, die sie menschlicher erscheinen lassen.

Außerdem ist es gelungen, dass Auriel und Lúthien während des Großteils des Buches getrennt voneinander sind und sozusagen ihre eigenen Kämpfe zu kämpfen haben, auch wenn diese im Finale ineinander übergehen.

Außerdem bekommt man einen Ausblick auf die anderen Elfenvölker und ihre Herrscher, sowie mögliche Konfliktgebiete mit ihnen, die mich gespannt auf weitere Bände sein lassen.

Juli 23

Eiselfen – Thírions Erbe von Josefine Gottwald

Im zweiten Teil der Eiselfen-Saga muss ich das frischgebackene Paar Lúthien und Auriel einer neuen Gefahr stellen, während sie sich noch in ihren Rollen als König und Königin einfinden müssen.

Besonders schön sie die Parallelen, die man zwischen ihren Wünschen und den Arten ihrer „Gefangenschaft“ in ihren Rollen ziehen kann, was einem hilft, sich in die beiden Protagonisten hineinzufühlen und wodurch man im Verlauf des Buches ihre Charakterentwicklung besonders bemerkt.

Auch die Handlung trifft wieder eine gesunde Mischung aus spannenden Kämpfen, dieses Mal auf eine ganz andere – aber nicht minder gefährliche – Art, den Beziehungen zwischen den Charakteren und den politischen Überlegungen des Königspaars.

Der Schreibstil und die Zeichnungen sind gewohnt schön und überzeugend, und die Auflösung am Ende hat mir, ohne viel verraten zu wollen, auch sehr gut gefallen.

Juli 21

Eiselfen – Das Bündnis von Josefine Gottwald

Der erste Band der Saga fängt schon gleich spannend an: Mit der Entführung von Prinzessin Auriel, der Protagonistin, die anfangs noch sehr mysteriös wirkt, weil sie aus den Augen einer Anderen beschrieben wird, in die man sich aber sehr gut hineinversetzen kann, sobald man ein paar Seiten aus ihrer Perspektive gelesen hat.

Auch die anderen Charaktere halten einige Überraschungen bereit, denn sie stellen keine stumpfen Klischees dar, sondern haben nachvollziehbare Motivationen und sind oft mehr, als sie zu sein scheinen.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, und da es sich um einen Kurzroman handelt, gibt es hier keine komplett ausufernden Beschreibungen, die auch hätten gekürzt werden können, sodass man das Gefühl bekommt, die ganze Zeit über gut unterhalten zu werden.

Dass auch Illustrationen vorkommen, finde ich sehr schön, weil man dadurch ein gutes Gefühl dafür bekommt, wie sich die Autorin die Szenen vorgestellt hat. Allerdings hätte ich mir auch Bilder von anderen Charakteren gewünscht, zum Beispiel Támin.

Was mir besonders gefallen hat, ist die vielschichtige Mischung des Buchs: Einerseits erfährt man etwas über einen seit Generationen währenden Krieg, die taktischen Überlegungen dahinter und die actionreich beschriebenen Kämpfe, andererseits kommen auch das Innenleben der Figuren und ihre zwischen“menschlichen“ Beziehungen nicht zu kurz.

Juli 20

Annafried die Dämonenjägerin von Angelika Depta

„Annafried die Dämonenjägerin“ wartet mit einigen interessanten Konzepten auf: Ohne mehr als der Klappentext verraten zu wollen, kann ich zum Beispiel die Tatsache nennen, dass die titelgebende Protagonistin eine gefährliche Bestimmung hat, die sie erst an ihrem 20. Geburtstag in Angriff nehmen kann.

Die Idee eines Teams aus Dämonenjägern, die sich den Gefahren der Hölle entgegenstellen, spricht mich an und hat auch großes Potential, was nachfolgende Bände angeht.

Allerdings bin ich der Meinung, dass die Geschichte häufig sehr schnell voranschreitet. Zwar wird die Handlung dadurch nie verwirrend, es gibt aber einige Szenen, in denen ich mir mehr Hintergrundinformationen und Beschreibungen gewünscht hatte.

Vor allem fällt das bei den vielen Nebencharakteren auf, die interessante Ansätze zeigen, über deren Motivationen, Hintergründe und Persönlichkeiten man aber wenig erfährt – Allerdings werden viele von ihnen auch erst ab der Mitte des Buches eingeführt, sodass dafür nicht viel Zeit bleibt.

Die Handlung an sich ist spannend und vor allem das Ende bietet gute Anknüpfungspunkte für eine Fortsetzung, in der man die verschiedenen Charaktere hoffentlich besser kennenlernen und in der die Story ihr volles Potential entfalten kann.

Juli 19

Quirins UFO von Marco Fleghun

Quirins UFO ist eine kurzweilige Geschichte über Dinge, die viele (vor allem junge) Menschen beschäftigen: Freundschaft, die ersten beruflichen Pläne und das Coming Out.

Unter anderem weil er mit diesen Themen zu kämpfen hat, kann man sich in den Protagonisten gut hineinversetzen und mit ihm mitfiebern, was aber dazu führt, dass man nach dem Ende der Geschichte – Das sehr passend gewählt ist – wissen will, wie es mit ihm weitergeht.

Auch der lockere, humorvolle Schreibstil lässt die Lesezeit schneller herumgehen, als einem lieb ist.

Alles in allem ist dies eine perfekt abgerundete Kurzgeschichte, die ich jedem ans Herz legen würde.

Juli 15

Täglich grüßt der Cyborg von Clark Clever

In Soontown geht es wieder einmal hoch her: Ein selbstgebastelter Kernreaktor, der explodiert und eine ganze Wohnung mit sich reißt, ist nicht das einzige Experiment, was schiefläuft, denn der zweite Fehlversuch versetzt die ganze Stadt in Angst und Schrecken.

Daraus entwickelt sich eine humorvolle und gleichzeitig spannende Geschichte um die Bewohner Soontowns und die Verflechtungen, durch die sie alle auf ihre eigene Art und Weise in die Geschehnisse hineingezogen werden.

Dadurch bekommt man einen Eindruck von all den schrägen und sympathischen Gestalten, die sich in der Stadt tummeln und diese gleich viel lebendiger und charmanter machen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Science Fiction Büchern erlebt man hier auch den Alltag der Protagonisten mit, der nicht alleine von der Ausnahmesituation, in die sie geworfen werden, sondern auch von ihren gewöhnlichen Problemen dominiert wird.

Insgesamt ist die Geschichte locker zu lesen, was zum einen an den Charakteren liegt, mit denen man sich gut identifizieren kann, obwohl sich ihr Leben durch die futuristischen Elemente teilweise von unserem unterscheidet, zum anderen am flüssigen Schreibstil.

Juli 14

Die Stadt der stillen Wasser von Florian Clever

Wer sich das Cover dieses Buches anschaut, wird direkt eine der Tatsachen entdecken, die es einzigartig machen: Das Setting, denn die Handlung findet in Mesrée statt, einer Stadt in der Wüste, die auf der einen Seite durch eine schreckliche Dürre und auf der anderen von einer Belagerung durch ein Nomadenvolk bedroht wird.

Als wäre das nicht genug, geht es auch noch in der Stadt selbst drunter und drüber, aber ich will hier nicht spoilern. Es soll nur gesagt sein, dass die Konfliktfelder, mit denen die Protagonisten konfrontiert werden, eine interessante Mischung abgeben und der Handlung Spannung verleihen.

Der Hauptcharakter ist einem von Anfang an sympathisch, weil er nicht gerade dem Bild eines typischen Fantasy-Helden entspricht und dadurch umso menschlicher wird, was auch für die anderen Persönlichkeiten gilt, die diese Stadt bevölkern.

Auch der Schreibstil kann sich sehen lassen. Die Handlung wird ohne „Durststrecken“, die man hätte kürzen können, vorangetrieben, lässt sich aber auch Zeit für zwischenmenschliche Momente und fantasievolle Beschreibungen von Mesrée, die die Charaktere und Stadt selbst lebendiger erscheinen lassen.

Die Mischung aus der Story um den heraufziehenden Krieg, den politischen Ränkespielen im Rat und den Auswirkungen der Dürre macht dieses Buch zu einem der erfrischendsten Fantasy-Romanen der letzten Zeit.