März 28

Biaoren – Die Klingen der Wächter 10 von Xianzhe Xu Review

Am Kaiserhof gehen große Veränderungen vor sich: Die seit Jahrzehnten gesicherte Position der Acht Säulen bröckelt endgültig und Minister Pei Shiju hat ganz eigene Pläne, wie mit der Bedrohung durch den Heshanat-Khagan umzugehen ist. Währenddessen holen die kaiserlichen Häscher Diting und Kuizhi Daoma und seine Gruppe endlich ein.

Wie an der Beschreibung zu erkennen ist, bietet auch dieser Band wieder eine gelungene Mischung aus Action und politischen Intrigen. Wir erfahren weitere Hintergründe über Daomas und Ditings Vergangenheit, aber auch die Motivation des Heshanat-Khagan, die ihn zu dem Gemetzel an den Familienoberhäuptern geführt hat, wird aufgeklärt.

Vor allem der Kaiser selbst, den wir meist als hoch oben thronenden Drachen erlebt haben, wird hier auch von einer neuen Seiten gezeigt und seine Handlungen in diesem Band sorgen wieder für spannendes Konfliktpotential.

Diese Spannung wird wie immer grandios von den Zeichnungen untermalt. Die Details werden immer an den richtigen Stellen gesetzt und auch nach zehn Bänden und zahlreichen Figuren sehen diese trotzdem so unterschiedlich aus wie echte Menschen. Die Actionszenen sind nervenaufreibend temporeich und dennoch gut nachzuvollziehen.

Der zehnte Teil von „Die Klingen der Wächter“ beantwortet einige Fragen, stellt aber gleichzeitig neue. Einige interessante Handlungsstränge werden weitergesponnen, und einer treibt sogar auf sein Finale zu. Ich konnte gar nicht mehr aufhören, diesen Manhua zu lesen, und hoffe darauf, auch den elften bald in die Finger zu kriegen.

Juli 24

Biaoren – Die Klingen der Wächter 9 von Xianzhe Xu

Daomas Gruppe gerät am Jadepass durch ein Missverständnis in eine brenzlige Situation mit den Grenzwächtern. Gleichzeitig werden Blicke auf Shus und Daomas Vergangenheit geworfen, durch die wir mehr darüber erfahren, was sie zum Kämpfen antreibt.

Im neunten Band ist diese Mischung aus Flashbacks und Szenen, die in der Gegenwart spielen, besonders gut gelungen. Außerdem kommen die meisten der bekannten und lebenden Figuren mindestens einmal vor, wodurch er auch schön abwechslungsreich wird und jeder Fan von bestimmten Charakteren auf seine Kosten kommt.

Auch von Daoma in seiner Rolle als Vater sehen wir hier mehr und er zeigt, dass weitaus mehr in ihm steckt als nur seine beeindruckende Kampfkraft. Das kommt auch in den Szenen aus seiner und Xiaoquis Vergangenheit herüber.

Das Highlight sind aber natürlich trotzdem wieder die Actionszenen, die trotz der fehlenden Farben lebendig genug sind, um einen praktisch vom Papier aus anzuspringen. Die fantasievoll choreografierten Kämpfe werden in eindrucksvollen und detailverliebten Bildern eingefangen.

Der neunte Band reiht sich perfekt in das Epos, das mit „Die Klingen der Wächter“ bereits aufgebaut worden ist, ein und zeigt, dass die Reihe gar nicht daran denkt, langsamer zu werden oder an Qualität nachzulassen. Im Gegenteil, ihre Stärken kommen auch hier wieder perfekt zum Vorschein.

März 23

Nocterra Sammelband 1 von Scott Snyder

Nachdem eine Dunkelheit über die Welt gekommen ist, die alle Lebewesen, die sich zu lange in ihr aufhalten, in schreckliche Monster verwandelt, kämpfen die Geschwister Val und Emory ums Leben. Als Emory jedoch selbst infiziert wird, gehen sie auf ein dubioses Angebot ein: Angeblich haben Gus und seine Enkelin Bailey einen Weg, das Licht zurückzubringen…

Was mich von Anfang an fasziniert hat, ist die Kreativität, mit der das ungewöhnliche Setting umgesetzt wird. Durch die besondere Art von Apokalypse, die sich von den üblichen Zombie- oder Aliengeschichten abhebt, stellen sich die Charaktere hier ganz eigenen Problemen und Gefahren und besuchen interessante Orte wie eine Zuflucht, die nur dank ihrer festlichen Beleuchtung beim Stadtfest, das gerade beim Zusammenbruch stattfand, überleben konnte.

Wir lesen gleichzeitig die Gegenwart, in der sie verfolgt vom mysteriösen und grausamen Blacktop Bill auf der Suche nach dem heilenden Licht sind, und die Vergangenheit, die vom Leben der Geschwister vor und kurz nach dem Zusammenbruch erzählt. Dabei werden interessante Parallelen aufgespannt und wir lernen die Figuren besser kennen, die einem schnell ans Herz wachsen und die schon in wenigen Seiten überraschend stark ausdifferenziert werden.
Der Ausgleich zwischen den halsbrecherischen

Verfolgungsjagden und Kämpfen und den Enthüllungen über den Ursprung dieser Apokalypse und Hinweise auf die wahren Absichten von Blacktop Bill ist gut gelungen. Es bleibt spannend von der ersten bis zur letzten Seite und natürlich endet der erste Sammelband auch gerade so, dass mensch unbedingt weiterlesen muss.

Der Zeichenstil komplementiert die Handlung perfekt. Sowohl die Actionszenen, von denen es hier verdammt viele gibt, als auch die ruhigeren Momente kommen perfekt herüber. Das liegt unter anderem daran, dass die Gesichtsausdrücke der Charaktere ihre Emotionen wirklich widerspiegeln. Und auch, dass hier eine Person extra für die Farben verantwortlich ist, wirkt sich positiv auf das Leseerlebnis aus.

März 23

Biaoren – Die Klingen der Wächter 8 von Xianzhe Xu

Ayuya bekommt ihre erste Mission, um sich als angehende Grenzgängerin zu beweisen. Sie soll den jungen Ihnan zu einem Treffen der Tegreg-Stämme mit ihrem Herrscher, dem Heshana Khagan, eskortieren. Doch mächtige Leute wünschen, dass er sein Ziel nie erreicht…

In diesem Band treffen wir zwei altbekannte Figuren wieder: Ayuya, die tapfere Schützin, und den an seiner Ehre festhaltenden Pei Xingyan. Mich hat gefreut, dass wir mehr über den Verbleib der beiden erfahren haben, auch wenn ich gerne mehr darüber gelesen hätte, wie Daomas Abenteuer weitergehen.

Wie immer bekommen wir aber auch Flashbacks serviert, dieses Mal werden die Hintergrundgeschichten von Daoma und Kaiser Yang Guang beleuchtet, die neue Dimensionen dieser Figuren enthüllen und eine interessante Abwechslung darstellen.

An den Zeichnungen konnte ich mich wie gewohnt kaum sattsehen. Vor allem die Schlachten, in denen viele Leute in eine Szene gequetscht werden, sind beeindruckend. Und ein echtes Talent für Rüstungen und Pferde hat Xu Xianzhe auf jeden Fall auch.

Wie immer endet es spannend und ich freue mich schon auf den nächsten Abend. Allerdings gibt es inzwischen so viele Charaktere, dass wir insgesamt wenig Zeit mit den verschiedenen Figuren verbringe, weshalb mir die Bände inzwischen reichlich kurz vorkommen – mit allen Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringt.

März 23

Biaoren – Die Klingen der Wächter 7 von Xianzhe Xu

Daoma, Zishilang und der Rest der Truppe haben ihr Ziel erreicht: Die Höhle eines einsamen Schmiedes, der jahrelang daran gearbeitet hat, ein legendäres Schwert zu reparieren. Doch was hat das mit der geplanten Rebellion zu tun? Und wie lange wird es dauern, bis ihre Verfolger:innen aufholen?

Dieser Band besteht größtenteils aus Rückblicken, die die Geschichte des Schwertes und inwiefern sie mit den Unruhen im Land und Daomas Vergangenheit zu tun hat, beleuchten. Dabei bleibt die Action stellenweise auf der Strecke, was sich durch die Einblicke, die wir dadurch bekommen, aber auszahlt. Und in der zweiten Hälfte geht es sowieso wieder mit den blutigen Kämpfen weiter, wie gewohnt.

Auch die beiden Häscher:innen Diting und Kuizhi dürfen wir wieder in Aktion erleben und wir erfahren einiges über Zishilangs mysteriöse Pläne. Vor allem aber lernen wir den kleinen Stotterer besser kennen und erfahren sogar seinen Namen und seine Vergangenheit. Mir gefällt gut, mit welcher Sorgfalt die benannten Figuren hier behandelt werden – es ist nicht so, als würde Nebencharakter um Nebencharakter nur als Kanonenfutter in die Geschichte geworfen werden.

Wie immer sind die schwarz-weißen Zeichnungen perfekt getroffen. Was mich vor allem immer wieder beeindruckt, ist, wie unterschiedlich die Figuren aussehen und wie leicht mensch sie wiedererkennen kann, obwohl sie alle halbwegs realistisch gehalten sind.

Der siebte Band ist auf dem hohen Niveau seiner Vorgänger geblieben. Wie immer gibt es übertriebene Action mit spannenden Kampfszenen, und die Mysterien der Vergangenheit kommen erneut nicht zu kurz.

Juni 3

Raven – Blutauge von Giles Kristian

Als Wikinger unter der Führung von Jarl Sigurd das Dorf, in dem Osric nach dem Verlust seiner Erinnerungen untergekommen ist, überfallen und ihn entführen, lernt er die Lebensweise der Nordmänner kennen und schließt sich ihnen bald an.

Mit Action wird hier definitiv nicht gespart. Es gibt viele Kämpfe, die gekonnt beschrieben sind und obwohl hier Gewalt eindeutig glorifiziert sind, werden auch die „schmutzigen Seiten“ nicht verschwiegen.

Was jedoch wieder Spannung herausnimmt, ist die Persönlichkeit des Protagonisten. Er wird sehr unsympathisch dargestellt (fairerweise wird das von seinem Ich aus der Zukunft auch manchmal zugegeben), aber nicht auf eine Art und Weise, die interessant zu lesen ist. Stattdessen wirkt er eher wie ein rückgratloser Mitläufer, dessen Schicksal mir als Leser ziemlich egal war.

Das gilt auch für die Nebencharaktere, die alle sehr flach bleiben und dem klischeehaften Bild eines blutrünstigen Wikingers entsprechen, der sich nur für Saufen und Kämpfen interessiert. Dass so gut wie alle dieser Figuren eh sterben hilft auch nicht gerade dabei, ihnen etwas abzugewinnen.

Dazu kommt, dass viele Beschreibungen immer und immer wieder verwendet werden. Gefühlt in jedem Kampf werden die Nordmänner in exakt dem gleichen Wortlaut mit Kriegsgöttern verglichen, was es nicht unbedingt abwechslungsreicher macht. Trotzdem hat mich die Handlung gut unterhalten, wenn ich nicht zu genau darüber nachgedacht habe.

April 29

Biaoren – Die Klingen der Wächter – Band 6 von Xianzhe Xu

Daoma und seine Truppe reist weiter ins Ungewisse, geführt von dem Rebellenanführer Zhishilang. Doch auf dem Weg werden sie immer wieder von kaiserlichen Häschern aufgehalten und auch in anderen Gebieten des Reiches verschwören sich mächtige Kräfte gegen sie.

Auch in diesem Band lernen wir neue, interessante Charaktere kennen, allen voran Shubao, einen der besagten Häscher, und den einflussreichen Kriminellen Yuwen Zhiji, „der Pate“ genannt. Außerdem erfahren wir mehr über die bereits bekannten Figuren, es werden neue Hinweise auf die düstere Vergangenheit von Shu und Daoma selbst gemacht.

Wie aus den vorangegangenen Bänden bekannt, wird hier die perfekte Mischung aus Action, historischen Hintergründen und politischen Verflechtungen getroffen. Es bleibt immer spannend, egal, ob es um einen Dialog oder einen „richtigen“ Kampf geht.

Auch zeichnerisch wird hier wieder alles gegeben. Besonders hervorzuheben sind die rasanten Actionszenen, aber besonders angetan hat es mir auch das Gespräch zwischen General Yuwen Shu und seinem Kaiser, der immer wieder als Drache dargestellt wird, um seiner erdrückenden Präsenz das richtige Gewicht zu verleihen. Auch die Szene mit den Höhlenmalereien im letzten Kapitel hat mich künstlerisch sehr beeindruckt.

Der sechste Band von „Die Klingen der Wächter“ konnte mich wieder richtig begeistern. Ich konnte ihn von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr aus der Hand legen und kann die Fortsetzung kaum erwarten.

März 10

Cikâste: Schattenkrieger von Silja Zachian

Seit die vier Seals Andy, Mike, Sam und Rick mit den sogenannten Schatten in Berührung gekommen sind, verfügen sie über übernatürliche Kräfte. Jetzt wollen sie aus dem Militär aussteigen und ihr eigenes Leben auf die Beine stellen. Wird es ihnen gelingen oder wird sie die Vergangenheit einholen?

Diese vier Charaktere sind zugleich auch das Herzstück der Geschichte. Durch ihre eigenen Persönlichkeiten und die ihrer Schatten heben sie sich voneinander ab und ihre Interaktionen untereinander vermitteln einem ein gutes Bild über ihre Beziehungen.

Einen Kritikpunkt habe ich aber doch: Es scheint alles zu gut zu passen. Weil die Protagonisten allesamt so stark sind, kommen sie bis auf eine Szene nie in wirkliche Bedrängnis, was den ansonsten gut geschriebenen Actionszenen die Spannung nimmt.

Auch der Aufbau ihrer neuen Heimat und das Finden ihrer Partner:innen läuft extrem glatt und lässt den Handlungsverlauf etwas künstlich erscheinen.

Trotzdem bin ich gespannt darauf, wie sich die Abenteuer der Vier noch entwickeln werden und ob sie eine:n Gegner:in finden werden, der ihnen wirklich Paroli bieten kann. Sympathisch genug, um mich an einer Fortsetzung interessiert sein zu lassen, sind die Charaktere auf jeden Fall.

Oktober 17

GANTZ:E 1 von Hiroya Oku und Jin Kagetsu

Nachdem die beiden Bauern Hanbei und Masakichi in einem Fluss ertrunken sind, wachen sie in einem Tempel inmitten Fremder wieder auf und erhalten den Auftrag, einen Yokai zu finden und zu töten. Können sie sich zusammenraufen und diese Mission bestehen?

Wer den ursprünglichen GANTZ-Manga gelesen oder Anime geguckt hat, wird den Anfang wiedererkennen. Tatsächlich war ich anfangs ein bisschen enttäuscht davon, dass genau der gleiche Aufhänger genutzt wurde: Der Protagonist ist in ein Mädchen verliebt, das wiederum seinen Rivalen mag. Die beiden kommen gemeinsam um und finden sich in einem mörderischen „Spiel“ wieder. Allerdings unterscheiden sich die beiden Protagonisten charakterlich von ihren Vorgängern, was diesbezüglich etwas frischen Wind in die Sache bringt.

Die Handlung an sich ist nicht wirklich bahnbrechend, weil sie halt auf eine ähnliche Art schon einmal geschrieben wurde, aber es bleibt spannend, zu lesen wie diese anderen Charaktere mit der neuen Situation klarkommen und wer überlebt.

Die Zeichnungen sind sehr gut gelungen. Vor allem die Designs der Gegner, die hier nicht Aliens, sondern Yokai genannt werden, haben mir gut gefallen. Die Actionszenen sind detailliert gezeichnet und gut nachvollziehbar.

Insgesamt war der erste Band der neuen Reihe spannend zu lesen. Mich interessiert vor allem, welche Unterschiede es aufgrund des Settings, das hier hunderte Jahre in der Vergangenheit liegt und einen schönen Kontrast zum futuristisch angehauchten Original liefert, noch geben wird und wie sich die neue Reihe noch vom Original abheben wird.

Juli 24

Domino auf Abwegen von Tristan Palmgren

Eigentlich könnte mensch sagen, dass Domino vom Glück verfolgt ist, denn genau das ist ihre Superkraft. Trotzdem musste sie eine traumatische Vergangenheit erleiden, in der grausame Experimente an ihr durchgeführt wurden, und die sie nun einholt, als sie den Auftrag bekommt, ein Zwillingspaar aus den Händen eines Sektenführers zu befreien.

Fangen wir doch direkt mit Domino an: Sie ist eine unglaublich sympathische Protagonistin, die schonungslos ehrlich mit sich und der Welt ins Gericht geht, dabei aber nie ihren Sinn für Humor verliert. Es ist immer eine Freude, zu lesen, wie sie zwischen Selbstanalyse und ironischen Anmerkungen wechselt und es ist nicht schwierig, sich in sie hineinzuversetzen.

Dazu kommt, dass ihre Superkraft hier gut gehandhabt wird. Es wäre leicht gewesen, jeglichen Schaden an ihr abprallen zu lassen, weil sie nun einmal immer Glück hat, aber das ist nicht der Fall und sie muss auch mal zurückstecken, was dafür sorgt, dass die Geschichte von vorne bis hinten spannend bleibt.

Die Handlung an sich ist auch ungewöhnlich und hat mich überrascht. Sekten sind ein Thema, das im SuperheldInnenkosmos eher selten (mit dieser Tiefe) aufgegriffen wird und hier wird es gekonnt mit Dominos Vergangenheit vermischt, sodass die Parallelen wirklich gut herausstechen. Außerdem ist die Mischung aus Action und der Beschreibung der Veränderungen, die die Heldin im Verlaufe ihres Lebens durchmacht, gut getroffen.

Ich hätte eigentlich gedacht, das sich das Buch mit einem Comic vergleichen lässt, ein Film trifft es aber eher. Der Plot ist präzise und in sich abgeschlossen, es gibt emotionale Höhen und Tiefen und die Story ist mehr „down to earth“ als die zahlreichen Marvel-Comics mit weltenumspannenden Handlungssträngen.