April 10

Die Rückkehr der Nekromanten von Lucian Caligo

Narin und Tarus fristen ihre traurige Existenz als unfreiwillige Nekromant:innen in den Sümpfen – bis Tarus eines Tages trotz Verboten versehentlich einen Magier wiederbelebt. Dieser hilft ihnen dank seines magischen Wissens nicht nur, düstere Geheimnisse ihrer Gesellschaft aufzudecken, sondern verfolgt auch ganz eigene Pläne…

Die drei genannten Charaktere wirken anfangs distanziert, wachsen einem jedoch schnell ans Herz. Ihre Schwächen sind sehr offensichtlich und menschlich, und gerade das macht sie sympathisch, auch wenn mensch sie manchmal einfach an den Schultern packen und gut durchschütteln möchte. Doch ich muss zugeben, dass die meisten in ihrer Situation wohl genau so handeln würden.

Auch die Handlung hat mich mit ihren verschiedenen Wendungen in den Bann gezogen. Durch die Wissensunterschiede zwischen den Figuren, die sich gegenseitig Einiges vorenthalten, wird auch der lesenden Person nach und nach erst enthüllt, was im Sumpf wirklich vor sich geht und obwohl die Geschichte ein logisches Ende findet, sind noch einige Punkte offen, die mich umso gespannter auf die Fortsetzung sein lassen.

Der Stil, in dem das Ganze geschrieben ist, hat mich überzeugt. Er ist zwar locker und humorvoll, trotzdem kommen auch die negativen Emotionen der Charaktere und die Spannung aufgrund der verzwickten Lage, in der sie sich befinden, gut herüber. Das hat auch dazu beigetragen, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Zuletzt sei noch das Worldbuilding erwähnt. Natürlich spielt auch der dortige Weltenwurzel-Baum eine Rolle, doch die wird in den Nachfolge-Bänden wahrscheinlich noch größer ausfallen. Die Rolle der Nekromant:innen in der Welt ist super interessant und wie auch schon im ersten Band sticht das Magiesystem, das über tätowierte Sigillen funktioniert, die auch gerne tödlich enden können, sehr positiv heraus – von den magischen Tricks des wiederbelebten Magiers ganz zu schweigen.

Oktober 9

Die Rückkehr des Waldes von Lucian Caligo

Als der längst besiegt geglaubte Wald wiedererwacht und seine Wurzeln nach der alten Fessel ausstreckt, werden die dort lebenden Menschen vor schwierige Entscheidungen gestellt: Sollen sie ihre liebgewonnene Heimat aufgeben oder sich einem schier übermächtigen Feind stellen? Können und wollen sie überhaupt gegen die Natur selbst bestehen?

Mich hat der erste Band der Weltenwurzel-Saga gleich von der ersten Seite gepackt. Die Prämisse, dass hier nicht gegen Ritter oder typische Monster gekämpft wird, sondern der Wald selbst zurückschlägt, ist im Fantasy-Genre einzigartig und die Kämpfe gegen Wurzeln und Tiere des Waldes von Wölfen bis Insekten sind actionreich beschrieben.

Besonders angetan haben es mir auch die Charaktere. Mensch lernt sie mit ihren Schwächen kennen und sie überraschen immer wieder mit ihrer Menschlichkeit. Hier wurde wirklich darauf geachtet, sie dreidimensional zu gestalten, was bei der Anzahl der Protagonist:innen besonders beeindruckend ist.

Die Handlung wartet auch immer wieder mit Plottwists auf. Gerade, wenn mensch sich vermeintlich an eine Situation gewöhnt hat, kommt schon die nächste Überraschung. Eine von ihnen ist zum Beispiel das interessante Magiesystem, von dem ich so noch nirgends sonst gelesen habe, aber auch das Ende hat es noch einmal richtig in sich.

„Die Rückkehr des Waldes“ ist erfrischend und originell wie schon lange kein Fantasy-Buch mehr. Ich bin extrem gespannt, wie die Saga weitergeführt und welches Schicksal die Figuren weiterhin ereilen wird und kann es kaum erwarten, den nächsten Band endlich in die Finger zu kriegen.