Juni 8

TONKARI – Das Herz des Greifen von C. J. Knittel

Heermeister Meson zweifelt immer mehr an seiner Treue zu seinem König, als dieser trotz allem an seinem verlustreichen Krieg gegen das Volk der Tonkari festhält. Und als er nach einer Schlacht in die Gefangenschaft des Igelvolks gerät, muss er sich seinen Vorurteilen stellen.

Als Figur hat mir vor allem Meson gefallen, der sich im Verlauf der Geschichte stark verändert. Diese Veränderungen werden langsam und realistisch dargestellt, ohne dadurch langweilig zu werden, und er zeigt immer wieder, dass er eben auch nur ein Mensch mit Fehlern ist – wenn auch ein sympathischer.

Auch andere Figuren wie die Prinzessin Hellrike, die sich eigentlich wünscht, niemals den Thron zu besteigen, und der Tonkari-Krieger Diko-ta-Watu, der anfangs alle Menschen hasst und mit Meson aneinandergerät, sind lebendig und realistisch gestaltet.

Die Handlung der Geschichte um den ungerechten Krieg, den die Hauptfiguren so schnell wie möglich beenden wollen, hat mich auch schnell in den Bann gezogen. Gleich am Anfang werden einige Mysterien angedeutet, deren Auflösung ich interessant fand und es umso spannender gemacht hat.

Was mir auch gut gefallen hat, sind die zahlreichen informativen Anhänge, die die Geschichte der Welt und Schicksale der Charaktere ausführen. So bekommt mensch Einblicke, für die in der Handlung kein Platz geblieben wäre und die noch einmal zeigen, wie reich und interessant die Welt von Scari ist.

August 3

TONKARI – Der Meisterdieb von C.J. Knittel

Als der Meisterdieb Eiden den schwierigsten Auftrag seines Lebens bekommt, weiß er noch nicht, welche tiefgreifenden Konsequenzen er nach sich ziehen wird. Aber auch der Tonkari Adran begibt sich auf ein Abenteuer, das sein komplettes Leben verändern wird.

In diesem Band verlassen wir sogar Scari und lernen die Lande kennen, die dahinter liegen. Dabei wird das bereits beeindruckende Worldbuilding der beiden vorherigen Bände ausgearbeitet und wir lernen interessante neue Völker und Kulturen kennen.

Besonders gefallen hat mir dieses Mal auch der Protagonist, Eiden. Er stellt einige Fantasy-Klischees auf den Kopf und wirkt trotz seines Berufs als Dieb sehr sympathisch. Auch mit Adran und Jara konnte ich gut mitfiebern.

Die Handlung an sich ist auch spannend und bietet einige überraschende Wendungen. Mein einziger Kritikpunkt hier ist, dass alle Charaktere mehrmals gefangen genommen werden und der Großteil des Buches damit verbracht wird, dass sie versuchen, sich wieder zu befreien.

Das ändert aber nichts daran, dass die Geschichte spannend ist und jeden Fan des Genres, dem es gefällt, wenn AutorInnen auch aus dessen Konventionen ausbrechen, gut unterhalten wird.

Dezember 11

TONKARI – Der lange Marsch von C.J. Knittel

„TONKARI – Der lange Marsch“ handelt von dem Gelehrten Horkai, der die Chance seines Lebens nutzt und sich auf eine Reise in den rauen Norden begibt, um die Schneewölfe zu erforschen. Doch bald erweist sich die Gruppe als den Gefahren nicht gewachsen und die Forschungsreise wird zu einer wahren Odyssee.

Dabei lernen Horkai und der Leser den Norden und das Volk der Tonkari von überraschenden Seiten kennen. Mir hat besonders gut gefallen, wie die Igelmenschen und ihre kulturellen Unterschiede und Traditionen ausgearbeitet worden sind. Man bekommt das Gefühl, dass es sich um wirklich lebendiges Volk handelt, nicht um ein Fantasy-Abziehbild.

Das gilt auch für den Protagonisten. Obwohl er sich im Verlauf der Handlung mehrere Male in lebensbedrohlichen Situationen befindet, bleibt er seiner Rolle als Gelehrter treu und zeigt Interesse an der fremden Kultur der Tonkari und, was mich persönlich gefreut hat, auch Mitleid mit Tieren.

Seine innere Zerrissenheit, die durch seinen Wissensdurst und die Abenteuerlust auf der einen und die Sehnsucht nach seiner Familie auf der anderen Seite hervorgerufen wird, ist auch sehr eindrucksvoll dargestellt worden und es hat mir keine Schwierigkeiten bereitet, mich in ihn hineinzuversetzen.

Alles in alles ist diese Geschichte für ihr Genre ungewöhnlich. Obwohl sie brutal werden kann, wird die Welt als wunderschön und einzigartig beschrieben und man sieht sie nicht durch die Augen eines Kriegers, sondern eines eigentlich friedfertigen Menschen.