März 23

Vaudrec: Herzen auf verlorenem Posten von Tharah Meester

Als Jackie beschließt, seine Freundschaft zu dem reservierten Fotografen John Vaudrec de Lille auszubauen und ihn zum gemeinsamen Treffen des Bekanntenkreises einlädt, trifft er zum zweiten Mal auf Dirigenten Dante de Medici. Und dieses Mal fliegen die Funken auf andere Weise als bei ihrem ersten Treffen…

Wenn zwei Sturköpfe wie diese beiden aneinandergeraten, ist Ärger vorprogrammiert. Doch aus den lustigen Neckereien, die einem beim Lesen ein ständiges Schmunzeln auf die Lippen treiben, wird schnell mehr und wir können die Entwicklung ihrer Beziehung, die trotz der anfänglichen Animositäten nicht übertrieben wirkt, Stück für Stück mitverfolgen.

Nicht nur die entwickelt sich jedoch, auch die Figuren selbst machen einige Veränderungen durch. Es ist schön, zu lesen, wie der verschlossene John langsam, aber sicher sein Herz öffnet und längst verdrängt geglaubte Emotionen an die Oberfläche lässt. Die eine oder andere Träne bleibt sowohl den Charakteren, als auch den Leser:innen dabei nicht erspart.

Besonders gut gelungen finde ich in diesem Band, wie auch der ganzen Reihe, dass die Missverständnisse zwischen den Protagonisten so realistisch sind. Es ist immer gut nachvollziehbar, wie sie zustande kommen und nie wirkt es so, als wären sie irgendwie in die Geschichte gezwungen worden, um die Handlung voranzutreiben.

Was mir auch wieder gut gefallen hat, ist, wie die Beziehungen und Treffen zwischen den Freund:innen, die wir schon seit einigen Bänden begleiten dürfen, dargestellt werden. Ihre humorvollen Kommentare und Spitzen gegeneinander sind immer köstlich zu lesen und mensch bekommt das Gefühl, selbst in diesen Kreis integriert zu werden.

Juni 26

Escoffier: Dem Schuft verfallen von Tharah Meester

Nachdem Jackie nach einem Streit verletzt die Stadt verlassen hat, reist Bertie ihm sofort hinterher. Obwohl er es schafft, ihn ausfindig zu machen, verläuft ihre Wiedervereinigung alles andere als einfach und harmonisch. Hat ihre Liebe trotz der widrigen Umstände eine Chance?

Im mittlerweile dritten Band um die beiden Herren findet ihre Geschichte, die einer wahren Achterbahnfahrt der Gefühle gleicht, ihren wohlverdienten Abschluss. Und auch hier wird wieder abwechselnd gegrinst und geschluchzt.

Obwohl wir bereits so viel Zeit mit den beiden Protagonisten verbracht haben, überraschen sie auch hier wieder mit neuen Seiten von sich. Mensch merkt, dass viel Zeit und Liebe in die Ausarbeitung ihrer Charaktere geflossen ist und ihre widerspenstigen Persönlichkeiten sorgen für echte Spannung.

Aber nicht nur untereinander kracht’s, auch andere altbekannte Figuren schmieden Ränke und bringen die beiden in eine Gefahr, die nur mit der Hilfe ihrer Freunde und Bekannte gebannt werden könnte. Vor allem hat mich gefreut, dass Liam und Galen hier wieder positiver wegkommen und beweisen, dass es in dieser Reihe keine eindimensionalen Charaktere gibt.

Dieser Band hat wirklich alle offenen Wünsche erfüllt und auch wieder nicht mit bezaubernden Settings und Beschreibungen von Umgebung und Essen gespart, die einen auch abseits von der Liebesgeschichten zum Träumen bringen.

Oktober 7

Colfax: Der Pflicht unterworfen von Tharah Meester

Während Dante eingesehen hat, dass Berties Herz schon längst einem Anderen gehört, wird die erzwungene Distanz zwischen Bertie und Jackie für die beiden immer unerträglicher. Werden sie sich den Regeln der Gesellschaft widersetzen und einander ihre Gefühle gestehen?

Wie schon bei den vorherigen Bänden stellen die Figuren und ihre Entwicklung hier das Highlight dar. Es ist spannend, in die komplexen Gefühlswelten des titelgebenden Bertie einzutauchen, wobei mensch das Gefühl bekommt, dass wirklich jedes Detail seines Charakters sorgsam und realistisch zu Papier gebracht wurde, auch wenn es manchmal dazu führt, dass mensch ihn einfach mal gut durchschütteln will, damit er sich weniger wie ein Idiot benimmt.

Außerdem werden hier weitere Details über Jackies Vergangenheit enthüllt, die ihn noch sympathischer und seine Handlungen verständlicher machen. Dazu trägt auch bei, dass wir Galen einmal von einer ganz anderen Seite erleben.

Es ist erstaunlich, wie es die Autorin schafft, Emotionen hervorzurufen, indem sie die Höhen und Tiefen dieser turbulenten Beziehung beschreibt. Mal sind ihre Interaktionen romantisch, mal tieftraurig, aber immer lesenswert.

Ich kann nur Eines verraten: Noch nie war ich so erleichtert, nach dem letzten Kapitel „Nicht das Ende…“ lesen zu dürfen! Die Jungs halten scheinbar die Autorin und die LeserInnen gleichermaßen auf Trab und ich freue mich, dass sie es noch mindestens ein Mal tun dürfen.

Februar 1

St. Sycamore: Eine schicksalhafte Ehe von Tharah Meester

Der zweiten Band der Reihe verfolgt die Schicksale von Albertien Colfax, einem zu Unrecht verurteilten Schriftsteller, der gerade aus dem Gefängnis kommt, und Dante de Medici, einem allseits respektieren Dirigenten, die sich verflechten, als die beiden gezwungen werden, zu heiraten.

Obwohl die Handlung an sich unabhängig vom ersten Band ist, kommen einige Figuren vor, die dort zuerst aufgetaucht sind. Vor allem einer der Charaktere wird hier tiefer beleuchtet und von einer ganz anderen Seite vorgestellt, was mich positiv überrascht hat.

Aber auch die Figuren, die hier zum ersten Mal vorkommen, können sich sehen lassen. Sie handeln allesamt sehr menschlich, machen Fehler und lassen sich von ihren Gefühlen hinreißen. Das macht den Plot spannend und unvorhersehbar und ermöglicht es einem, sich in sie hineinzuversetzen und vor allem mit ihnen mitzuleiden.

Die Beziehungen der Charaktere sind jedoch nicht das Einzige, das hier Konfliktpotential hat. Jeder Charakter hat auch einen Kampf mit sich selbst und seiner eigenen Vergangenheit auszutragen, was sie noch realistischer macht.

Besonders die Dialoge in diesem Band haben es mir angetan. Was sich die Figuren im Streit gegenseitig an den Kopf werfen, welche Geständnisse sie einander machen und was zwischen ihnen unausgesprochen bleibt, haucht der Geschichte erst wirklich das Leben ein.

Januar 28

St. Garner: Eine undenkbare Affaire von Tharah Meester

Als ausgerechnet der strenge Colonel Galen Sinclair Liam Young, seines Zeichens Pläsierer, aufsucht, um von ihm Hilfe bei der Lösung eines prekären Problems zu erbitten, verändert sich das Leben der beiden auf ungeahnte Weisen.

Die Protagonisten sind trotz ihrer verschiedenen Arten beide von Anfang an sympathisch. Die Geschichte wird aus beiden Perspektiven erzählt, sodass man Einblicke in ihre Gedankenwelten und damit auch ihre Sorgen und Emotionen bekommt. Dadurch wirken sie umso realistischer und vor allem menschlicher.

Schön finde ich auch, wie mit ihren Stärken und Schwächen umgegangen wird. Auch wenn man sie wegen mancher Missverständnisse am liebsten durch die Seiten hindurch anschreien würde, kann man doch immer nachvollziehen, wie es dazu gekommen ist. Dadurch wird auch gut verdeutlicht, wie sich ihre Beziehung entwickelt und sie lernen, einander zu vertrauen.

Auch die Nebenfiguren sind interessant. Man bekommt das Gefühl, dass sie alle eigene Persönlichkeiten und Motivationen haben und mehr sind als nur Staffage für die Geschichte der Hauptcharaktere.

Setting und Handlung haben mich ebenfalls überzeugt. Es wird ein lebensnahes Bild von Venice und Zeit, zu der das Buch spielt, herübergebracht und dieser Schauplatz wird mit einem Plot gefüllt, der die eine oder andere Wendung vollzieht und mich immer wieder positiv überrascht hat.