Juli 24

Domino auf Abwegen von Tristan Palmgren

Eigentlich könnte mensch sagen, dass Domino vom Glück verfolgt ist, denn genau das ist ihre Superkraft. Trotzdem musste sie eine traumatische Vergangenheit erleiden, in der grausame Experimente an ihr durchgeführt wurden, und die sie nun einholt, als sie den Auftrag bekommt, ein Zwillingspaar aus den Händen eines Sektenführers zu befreien.

Fangen wir doch direkt mit Domino an: Sie ist eine unglaublich sympathische Protagonistin, die schonungslos ehrlich mit sich und der Welt ins Gericht geht, dabei aber nie ihren Sinn für Humor verliert. Es ist immer eine Freude, zu lesen, wie sie zwischen Selbstanalyse und ironischen Anmerkungen wechselt und es ist nicht schwierig, sich in sie hineinzuversetzen.

Dazu kommt, dass ihre Superkraft hier gut gehandhabt wird. Es wäre leicht gewesen, jeglichen Schaden an ihr abprallen zu lassen, weil sie nun einmal immer Glück hat, aber das ist nicht der Fall und sie muss auch mal zurückstecken, was dafür sorgt, dass die Geschichte von vorne bis hinten spannend bleibt.

Die Handlung an sich ist auch ungewöhnlich und hat mich überrascht. Sekten sind ein Thema, das im SuperheldInnenkosmos eher selten (mit dieser Tiefe) aufgegriffen wird und hier wird es gekonnt mit Dominos Vergangenheit vermischt, sodass die Parallelen wirklich gut herausstechen. Außerdem ist die Mischung aus Action und der Beschreibung der Veränderungen, die die Heldin im Verlaufe ihres Lebens durchmacht, gut getroffen.

Ich hätte eigentlich gedacht, das sich das Buch mit einem Comic vergleichen lässt, ein Film trifft es aber eher. Der Plot ist präzise und in sich abgeschlossen, es gibt emotionale Höhen und Tiefen und die Story ist mehr „down to earth“ als die zahlreichen Marvel-Comics mit weltenumspannenden Handlungssträngen.

Mai 6

Spider-Geddon 1 von Christos Gage und Aaron Kuder

Spider-Geddon verfolgt die Schicksale verschiedener NetzschwingerInnen, die alle ihre eigenen Kämpfe haben – Doch dann kehrt ein alter Feind zurück, der all ihre Welten bedroht.

Dadurch, dass dieser Comic aus fünf verschiedenen Sichtweisen erzählt wird, hatte ich ständig das Gefühl, von Szene zu Szene geworfen zu werden, ohne einen richtigen Einstieg zu finden.

Das ändert allerdings nicht daran, dass die eigentlichen Handlungsstränge allesamt interessant sind. Schade ist nur, dass jedem von ihnen verhältnismäßig wenige Seiten gewidmet werden.

Die verschiedenen NetzschwingerInnen wiederum haben es mir angetan. Es ist ein ganzer Spider-Man-Comic ohne den ursprünglichen Peter Parker, trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass er fehlt, denn dafür gibt es zahlreiche andere Figuren, die mir schnell ans Herz gewachsen sind.

Die individuellen Kämpfe, die sie austragen, sind allesamt spannend und auch so abwechslungsreich wie die verschiedenen Settings. Wenn der Einstieg einmal geschafft ist, erwartet einen hier eine lohnenswerte Geschichte.