September 3

Lost Project Trilogie von Robert Rittermann

Weil der Gringer-Asteroid, der einst von dem Asteroiden, der die Dinosaurier ausgelöscht hatte, auf seine Laufbahn gebracht wurde, große Teile der Menschheit auslöschen wird, reist ein Team von erprobten Expert:innen weit in die Vergangenheit, um die Katastrophe aufzuhalten. Und Teenager Tom steckt durch einen Zufall mittendrin.

Die Idee, Dinosaurier in der Umgebung, in der sie heimisch sind, gegen Menschen antreten zu lassen, hat mir gut gefallen. Vor allem die Vielfalt der urzeitlichen Tiere und die überraschenden Situationen, in die das Team immer wieder katapultiert wird, haben für Spannung gesorgt.

Und nicht nur die Saurier, auch die Umgebung und erste Asteroiden-Einschläge, die schon einmal einen Vorgeschmack auf die kommende Apokalypse geben, machen den Menschen das Leben schwer und den Leser:innen Freude.

Schön ist auch, dass die Figuren zwar jederzeit in Lebensgefahr schweben, sie aber auch nicht wie die Fliegen sterben, sodass bis zum Ende richtig spannend bleibt, wer von ihnen diese Mission überleben wird und wer nicht.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass Tom an einigen Stellen für seine Situation zu kompetent wirkt und der Eindruck entsteht, dass er als Protagonist eine kleine Sonderrolle bekommen hat. Andererseits wird sein Wissen auf den Gebiet auch begründet und in den meisten Situationen wirken seine Fähigkeiten absolut realistisch.

Juli 15

Honor Harrington – Die Feuertaufe von David Weber

In diesem Band der bekannten Military Sci-Fi-Reihe werden drei Kurzgeschichten um um Offizierin Honor Harrington und andere bekannte Figuren gesammelt, die stetig besser werden und ein rundes Gesamtbild abgeben.

Die erste davon war für mich auch die am wenigsten überzeugende, was wahrscheinlich vor allem daran liegt, dass ich die Charaktere erst da kennengelernt habe. Außerdem kam nach dem Anfang gar nicht mehr das Gefühl auf, dass der Protagonist in ernsthaften Schwierigkeiten steckt.

Die zweite war weitaus spannender, auch für Personen, die die Sternennationen, die Charles so geschickt gegeneinander ausspielt, nicht kennen. Die Erklärungen reichen aus, um seinen cleveren Plänen zu folgen und es macht Spaß, zu lesen, welche Listen er sich ausdenkt, um seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen.

Auch die dritte Geschichte, in der es um die titelgebende Honor selbst geht, war spannend geschrieben und ist auch für sich lesenswert. Allerdings ist hier die Action etwas kurzgekommen, stattdessen ging es viel um sie Außenpolitik der Royal Manticoran Navy.

Der vierte Abschnitt ist ein fiktiver wissenschaftlicher Artikel, der die Offensivwaffen und Abwehr der Raumschiffe beschreibt und für Fans des Genres und der Reihe interessant sein dürfte.

Mai 24

Neobiota: Metapopulation von Ryan Rockwell

Paz und Ellis kommen vom Regen in die Traufe: Gerade sind sie noch froh, den Horror des vom Pathogen überrannten Raumschiffs hinter sich gelassen zu haben, da versagen die Systeme ihres Schiffs und ihre einzige Rettung ist es, die Gilbert-Station anzufliegen, von der sie einen beunruhigenden Funkspruch erhalten haben.

Auch der dritte Band der Reihe hat es wieder geschafft, mich zu begeistern. Die Protagonist:innen bekommen kaum Atempausen und taumeln von einer Gefahr in die nächste. Perfekt gelöst ist dabei, wie es immer einen Strohhalm gibt, an den sie sich verzweifelt klammern können, um ihre waghalsige Flucht umzusetzen.

Die Reaktionen der verschiedenen Figuren auf die Ausnahmesituationen sind realistisch beschrieben. Diese Welt besteht nicht aus eiskalten Held:innen, die täglich gegen Alien-Zombies kämpfen, sondern aus normalen Menschen, die mehr oder weniger gut damit umgehen können.

Paz stellt sich wieder einmal als die perfekte Protagonistin für diese Reihe heraus und mensch bemerkt, wie sie sich über die Bände hinweg entwickelt und von einer komplett überforderten Gravitationstechnikerin zu einer abgehärteteren Überlebenskünstlerin wird.

Obwohl das Hauptsetting und die Gefahr durch das Pathogen über alle drei Bände hinweg gleich bleiben, wird es nicht langweilig – Alleine dadurch, dass ständig neue Informationen über das Pathogen ans Licht kommen, aber auch durch die verschiedenen menschlichen Antagonist:innen und die Situationen, die durch den Überlebenskampf im Weltraum entstehen.

Mai 7

Die Planetenhändler von Richard Sturmport und Robert Castellock

Als der Geschäftsmann James Asyrow ein kleines Sonnensystem zu einem Spottpreis kauft, lassen die Probleme nicht lange auf sich warten. Nicht nur, dass der Vorbesitzer unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist, auch sonst scheinen dort krumme Dinger im Hintergrund gedreht werden…

Am Anfang wird viel Wert darauf gelegt, die einzelnen Charaktere vorzustellen und miteinander interagieren zu lassen. Das hat für meinen Geschmack zu lange gedauert, weil ich lieber direkt in die Action eingestiegen wäre und mir einige der Figuren auch nicht unbedingt sympathisch waren.

In der zweiten Hälfte nimmt die Handlung jedoch gehörig an Fahrt auf und ich bin voll auf meine Kosten gekommen. Es gibt eine gelungene Mischung aus Informationen über die Hintergründe der komplexen Verschwörung, der die Protagonist:innen auf die Schliche kommen, und Kampfszenen. Vor allem das Finale hat mir in dieser Hinsicht gut gefallen.

Auch gut gelöst ist, dass jede Figur irgendwie mit der Story verbunden ist. Auch wenn ein Charakter scheinbar nur am Rande erwähnt wird und eine andere Rolle auszufüllen scheint, kommen sie alle noch einmal wieder und überraschen einen mit ihren versteckten Motivationen und Handlungen.

Am Ende wird sogar noch einmal auf die moralischen Hintergründe des eigentlichen Planetenhandels eingegangen. Insgesamt ist das sicherlich eine Verschwörung, die in einer sehr fernen Zukunft praktisch genauso passieren könnte.

März 18

Neobiota: Das humane Relikt von Ryan Rockwell

In Neobiota: Das humane Relikt geht Paz‘ Überlebenskampf weiter. Scheinbar gerettet, muss sie erkennen, dass auf dem neuen Raumschiff etwas gehörig schiefläuft und sie eine Gefangene, kein Gast ist.

Wie schon im ersten Band ist sie eine interessante und gut gewählte Protagonistin. Sie ist keine Action-Heldin im klassischen Sinne und trifft keine kühl kalkulierten Entscheidungen, aber in Notsituationen kann sie über sich hinauswachsen.

Auch ihr Mitgefangener Ellis hat mir gut gefallen, gerade weil er sich mehr um sein eigenes Überleben kümmert als darum, das „Richtige“ zu tun und so einen Gegenpol zu Paz bildet.

Was mich ebenfalls beeindruckt hat, ist, wie die Spannung konstant aufrechterhalten worden ist. Es gibt kaum Atempausen für die Protagonist:innen und als Leser:in eilt mensch atemlos von Seite zu Seite, um zu erfahren, wie es weitergeht.

Ich kann auf jeden Fall sagen, dass mir der zweite Band sogar noch besser gefallen hat als der erste. Vor allem das Finale hat es hier noch einmal richtig in sich und macht mich gespannt auf die Fortsetzung von Paz‘ Abenteuern.

März 1

Stille zwischen den Sternen von Sven Haupt

Die Ausnahmepilotin Hien Otis und ihre Schiffs-KI Jane werden zu einer besonderen Aufklärungsmission geschickt und begegnen dort einem Phänomen, das die bekannten Grenzen der Physik übersteigt. Werden die beiden es überwinden können, ohne ihre Menschlichkeit zu verlieren?

Während andere Sci-Fi-Bücher auf Raumschlachten setzen, geht es hier wirklich um Aufklärung, das tut der Spannung jedoch keinen Abbruch. Herausfinden, was dort wirklich passiert ist und passieren wird, ist hier nämlich weitaus spannender als reine Action.

Was mir besonders gefallen hat, sind die Charaktere. Die drei Protagonist:innen sind detailliert ausgearbeitete Figuren und heben sich stark voneinander ab. Vor allem Hien, die sich immer weiter von ihrer Menschlichkeit entfernt, dabei aber nicht gerade logischer und roboterähnlicher wird, hat es mir angetan.

Das Herzstück der Geschichte sind vor allem ihre Interaktionen untereinander, die immer eine perfekte Mischung aus humorvoll und tiefgründig darstellen. Es macht einfach Spaß, sie zu lesen.

„Stille zwischen den Sternen“ hat mich wirklich positiv überrascht. Das Buch setzt ganz andere Maßstäbe als andere seines Genres und wirft interessante Fragen darüber auf, was es bedeutet, ein Mensch zu sein.

Dezember 21

Asynchron: Echos von Matthias Grabo

Obwohl Quinn nun im Kern ist, ist er noch lange nicht in Sicherheit, denn seine eigentlich tote Freundin Eve erscheint ihm immer wieder und warnt ihn vor dem drohenden Unheil. Doch ist die Gefahr real oder nur eine Ausgeburt seiner Fantasie?

Der zweite Band knüpft nahtlos an den ersten an und macht es leicht, wieder in die Geschichte reinzukommen, indem die Charaktere und wichtigen Story-Elemente vorgestellt werden, ohne zu viel zu wiederholen.

Wie auch schon beim Vorgänger haben mir die realistischen Reaktionen der Figuren auf diese Ausnahmesituation gut gefallen. Nicht jeder verhält sich im Angesicht des Todes heldenhaft, manche Leute opfern lieber andere, als sich selbst. Und auch die ProtagonistInnen treffen teilweise fragwürdige Entscheidungen aufgrund der wenigen Fakten, zu denen sie Zugang haben, was die Geschichte realistischer macht.

Die Handlung bietet wieder eine perfekte Mischung aus spannender Action und der Aufdeckung der Vergangenheit, die erklärt, wie es überhaupt zu dieser apokalyptischen Situation gekommen ist und ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend.

Vor allem das Ende hatte es noch einmal in sich und sowieso hat die Story viele Überraschungen bereitgehalten. Insgesamt hat mir dieser Teil sogar noch besser gefallen als der erste, gerade, weil durch Quinns Geisteszustand so unklar ist, was der Realität entspricht und was nicht.

November 28

Neobiota: Der Ausbruch von Ryan Rockwell

Als tausende Schiffe der Föderation ihre Heimatstation Torrance angreifen und Technikerin Paz gerade so mit dem Leben davonkommt, ahnt sie nicht, dass ihr verzweifelter Kampf ums Überleben gerade erst anfängt – Denn andere Menschen sind längst nicht mehr die einzige Gefahr, die im Weltraum lauert.

Dieses Buch bietet wirklich Spannung von der ersten Seite. Und immer, wenn mensch gerade mit einer kleinen Verschnaufpause rechnet, geht es direkt mit irgendeinem neuen Schrecken, gegen den Paz und ihre Verbündeten ankämpfen müssen, weiter.

Noch spannender wird es dadurch, dass die Protagonistin sehr sympathisch ist. Im Gegensatz zu Charakteren in vielen anderen Horrorstorys verhält sie sich nämlich vernünftig und trifft logische, aber menschliche Entscheidungen.

Auch, dass sie eben keine ausgebildete Soldatin, sondern eine Technikerin mit fragwürdiger Vergangenheit ist, trägt dazu bei. Schön ist auch, dass sie dank ihres technischen Wissens einige kreative Pläne schmiedet.

Neobiota: Der Ausbruch bietet eine erfrischende Mischung aus Science Fiction und Horror und hat es geschafft, mich von der ersten bis zur letzten Seite zu begeistern. Wer ein Fan dieser Genres ist, sollte diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben!

Oktober 2

Freiheit & Gerechtigkeit für alle von Carrie Harris

Triage und Tempus sind noch X-Men in Ausbildung, als sie ein Hilferuf erreicht, der ausgerechnet vom berüchtigten Sabretooth gesendet wurde. Schon bald zeigt sich, dass die Lehre im Institut sie nicht wirklich auf das echte Leben vorbereiten kann.

Was anfängt wie eine x-beliebige Story über eine SuperheldInnen-Schule zeigt bald, dass es mehr auf dem Kasten hat. Natürlich werden hier einige Marvel-Klischees bedient, aber es wird überraschend viel Wert auf die Figuren und ihre Beziehungen untereinander gelegt.

Es ist interessant, über die Gedanken- und Gefühlswelt von angehenden X-Men zu lesen, die noch nicht in ihre Rolle eingefunden haben und zu den bekannteren HeldInnen aufsehen.

Lobend zu erwähnen ist die Mischung aus Action und charakterbildenden Momenten, ebenso wie das Setting, denn die Geschichte spielt größtenteils in einem Museum, was die Autorin – ohne zu viel verraten zu wollen – perfekt ausgenutzt hat.

Was mich neben dem klischeebehafteten Anfang und dem Buchnamen, der ziemlich deplatziert wirkt, gestört hat, ist die versuchte Einbindung ins weitere Marvel-Universum. Mensch wird mit Fakten über den M-Day und darüber, wie die junge Jean Grey in dieses Universum gelangt ist, überhäuft, mit der Handlung dieses Buches hat das aber nichts zu tun.

September 17

Prion: Lumera Thriller von Jona Sheffield

Die Spannungen zwischen den in Flüchtlingslagern eingesperrten Menschen und den Kidj’Dan, die den Planeten Lumera vorher erobert hatten und erst von den Menschen angegriffen worden waren, nehmen immer mehr zu. Dann bricht ein Team zu einer Expedition auf, die die Lösung bringen oder einen endgültigen Krieg provozieren könnte…

Obwohl ich die vorherigen vier Bände nicht gelesen habe, konnte ich gut in die Geschichte einsteigen. Die Ereignisse der Vergangenheit werden am Anfang auf natürliche Art und Weise erklärt und es wurden zahlreiche Szenen eingebaut, durch die mensch die Figuren und ihre Handlungen besser einschätzen konnte.

Besonders interessant sind hier auch die fremde Welt Lumeras, die in prächtigen Farben lebhaft beschrieben wird, und ihre Bewohner. Der Balanceakt dazwischen, die Kidj’Dan wie Aliens darzustellen und auch ihre „menschlichen“ Eigenschaften hervorzuheben, ist sehr gut gelungen. Außerdem heben sie sich durch ihre Traditionen und ihre daraus folgenden Einstellungen zum Pflichtbewusstsein und zum Tod ab.

Mir hat auch die Vielzahl der Figuren gefallen. Egal, ob es sich um einen Drogendealerin, einen Politiker oder die Königin der Kidj’Dan selbst handelt, alle wurden detailliert ausgestaltet und sind nicht eindeutig in Gut und Böse einzuteilen, was sie unvorhersehbarer und realistischer macht.

Die Handlung bleibt die ganze Zeit spannend, obwohl es kaum offene Kämpfe gibt. Alleine dadurch, dass die Beziehungen der beiden Völker die ganze Zeit auf Messers Schneide stehen, wird die Spannung aufrechterhalten. Ich bin auf jeden Fall schon gespannt auf den nächsten Band, denn diese Welt bietet noch viel Potential.