Kallistos Erbe von Ryan Rockwell
Als Carl unter gefälschten Personalien auf den Jupiter-Mond Kallisto reist, um den angeblichen Selbstmord seiner Schwester aufzuklären, ahnt er noch nicht, wie weit sein Schicksal mit dem der Station verwoben ist. Und auch die Zukunft der weit entfernten Erde steht auf dem Spiel…
Am Anfang ist mensch als Leser:in genauso orientierungslos wie Carl, der sich in einem komplett neuen Leben zurechtfinden muss und nicht wirklich weiß, wie er mit seiner Suche anfangen soll. Doch die Vermischung aus der persönlichen Suche nach seiner Schwester und den mysteriösen Todesfällen, mit denen er aufgrund seines Jobs als Sicherheitstechniker konfrontiert wird, gibt bald die Richtung vor und wir werden immer tiefer in die Geheimnisse der Station gezogen.
Es ist auch lange nicht klar, wer Freund oder Feind ist und wem Carl seine eigentliche Motivation anvertrauen kann, was es noch spannender macht. Und bald arbeiten die Systeme und systemhörigen Menschen der Station gegen sie und sie müssen ihr Ziel in einer spannenden Hetzjagd gegen die Zeit erreichen.
Vor allem Berenice, Carls Chefin, ist eine interessante Figur, die wir im Verlauf der Geschichte besser kennenlernen. Ich hätte gerne noch mehr über sie und ihre bewegte Vergangenheit, auf die ab und zu angespielt wird, erfahren, doch damit muss ich wohl auf die angeteaserte Fortsetzung warten.
Die Geschichte steht aber auch für sich und bietet eine atemberaubende Mischung aus Thriller und Science Fiction, was sich in dem spannenden Fall, den es zu lösen gilt, und der lebensfeindlichen Atmosphäre des Eismond Kallisto und den detailliert beschriebenen Stationen niederschlägt.