September 11

Jormund von Robin Band

In Jormund machen die Menschen den sogenannten „Besessenen“, die durch einen Pakt mit einem Elementarwesen verstärkt worden sind, das Leben schwer – So auch Jotaka und Rael, die trotz allem für den Frieden einstehen.

Was mir direkt positiv aufgefallen ist, sind die Details der Fähigkeiten. Sie basieren zwar auf den „typischen“ Elementen, gehen aber noch mehr in die Tiefe und bieten dadurch viel interessantere Anwendungsmöglichkeiten.

Auch die Dynamik zwischen den zwei Hauptcharakteren und wie diese in den Gesprächen zwischen ihnen durchscheint, hat mir gut gefallen. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, und genau das macht den Reiz aus.

Auch Jotaka als Figur hat es mir angetan. Gerade weil sie keine typische Kämpferin ist, ist sie perfekt in der Rolle als Protagonistin und bringt eine ganz eigene Note ein.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass in den ersten Kapitel ein paar Dialoge zu expositionslastig sind, was den Lesefluss etwas stört. Im Verlauf der Geschichte bessert sich das aber stark und ist am Ende schon vergessen.

Oktober 25

Gebrochene Welt von Robin Band

„Gebrochene Welt“ ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die alle im Bereich Fantasy oder Science Fiction angesiedelt sind und häufig zum Thema haben, wie Menschen dem Übernatürlichen oder Unerklärbaren begegnen.

Die Geschichten stechen besonders durch ihre Kreativität heraus. Häufig haben sie ein eindrucksvolles und einzigartiges Setting und ziehen einen schon alleine dadurch in den Bann. So gibt es hier zum Beispiel keine Apokalypse durch einen Meteoriteneinschlag oder eine Seuche, sondern durch eine neue Eiszeit. Auch die Geschichten, deren Setting einem bekannt vorkommt, nutzen dieses auf kreative Art und Weise aus.

Durch das Format der Kurzgeschichte ist es aber auch klar, dass die Charaktere nicht viel Zeit bekommen, sich zu entwickeln. Es geht insgesamt mehr darum, interessante Prämissen auszuprobieren, was definitiv gelungen ist und die Geschichten sehr unterhaltsam macht.

Eine Ausnahme bildet da die vorletzte Geschichte, die den meisten Platz eingeräumt bekommen hat. In dieser kann man sich richtig mit der Protagonistin identifizieren und mitfiebern, was eine schöne Abwechslung dargestellt hat.

Auch die „Zusammenarbeit“ am Ende, wo überraschend viele Autoren an einer einzigen Geschichte geschrieben haben, hat mich positiv überrascht, weil mir keine störenden Brüche zwischen den Schreibstilen aufgefallen sind und sich ein schlüssiges Gesamtkonstrukt herausgebildet hat.

August 12

Das Chaos der Dämonen von Robin Band

Im letzten Band der Dämonen-Trilogie treffen die Hauptcharaktere aus den ersten beiden aufeinander und müssen sich gegen einen Feind behaupten, gegen den sie bereits einzeln nicht viel ausrichten konnten, was von Anfang an für Spannung sorgt.

Wirklich interessante neue Charaktere kommen dabei nicht dazu, dafür erhält man einen anderen Blick auf bereits bekannte, allen voran Vior, Elucia und Mike, die eine neue Dimension verpasst bekommen und einem dadurch direkt sympathischer werden.

Der Schreibstil liest sich sehr flüssig, nur an manchen Stellen werden zu viele Expositions-Informationen in Dialoge verpackt, was den Lesefluss ein bisschen stört.

Einen Großteil dieses Buches nehmen die Kämpfe ein, die actionreich und spannend beschrieben werden, vor allem, was die magischen Fähigkeiten der Charaktere und deren Manöver angeht. Doch nicht alles hier ist so geradlinig, es gibt auch einige Wendungen, die mich positiv überrascht haben.

Schön ist auch der Anhang, in dem es Hintergrundgeschichten von Lucy und Elucia gibt, wobei erstere nicht wirklich viel Neues verrät, und Steckbriefe der Charaktere samt Auflistung ihrer Fähigkeiten und liebevoll gestalteten Zeichnungen im Manga-Stil.

August 9

Der Untergang der Dämonen von Robin Band

„Der Untergang der Dämonen“ spielt 500 Jahre vor dem ersten Teil der Reihe und bringt Licht ins Dunkel einiger Ereignisse, auf die dort bereits angespielt wird, was einen immer wieder freut, wenn man jemanden oder etwas wiedererkennt.

Der Protagonist Azaroth ist ein Dämon, der jedoch eine enge Verbindung zur Menschenwelt hat und dadurch eine ganz andere Sicht auf das sinnlose Niedermetzeln von Menschen durch die Dämonen hat, die ihm zwar einige interessante Verbündete, aber auch mächtige Feinde verschafft.

Daran merkt man schon, dass dieses Buch eine ganz besondere Prämisse hat. Zwar ist ein Kampf zwischen Menschen und Dämonen nicht unbedingt selten, aber die Einzigartigkeit dieser Handlung kommt einerseits durch die Perspektive, aus der erzählt wird, und andererseits durch das Worldbuilding.

Ein Kritikpunkt ist, dass viele der Charaktere, abgesehen vom Protagonisten selbst, eher flach gehalten werden und eine ziemlich „schwarz-weiße“ Sicht auf die Dinge haben: Entweder sind sie für ihn oder gegen ihn, mit der Ausnahme seiner Frau Aura, die ihm auch mal Gegenargumente liefert.

Die Handlung an sich ist spannend und auch flüssig beschrieben, sodass man die Weiterentwicklung des Schreibstils auch nach den heftigen Verbesserungen im ersten Band noch gespannt weiterverfolgen kann.

August 7

Das Vermächtnis der Dämonen von Robin Band

Zuallererst sollte gesagt sein: Dieses Buch wurde vom Autoren begonnen, als er gerade einmal 10 Jahre alt war, aber das sollte einen definitiv nicht davon abhalten, ihm eine Chance zu geben.

Anfangs ist der Schreibstil noch sehr einfach gehalten, es ist mehr eine Aneinanderreihung von Ereignissen als eine ausführliche Beschreibung der Begebenheiten, Persönlichkeiten und Umgebungen, aber bereits im Verlauf dieses ersten Bandes lässt sich eine steile Lernkurve erkennen.

Die Handlung ist in zwei Teile geteilt und schon im ersten lassen sich wirklich interessante Ansätze erkennen, die teilweise klar der Fantasie eines Kindes entspringen, was ihrer Kreativität aber keinen Abbruch tut.

Im zweiten Teil bemerkt man bereits, dass es viel mehr Variationen in Satzbau und Wortwahl gibt, was das Leseerlebnis sehr viel flüssiger macht.

Positiv zu erwähnen ist außerdem, dass der Protagonist nicht ohne Schwächen ist, wie man es vielleicht von einem Helden erwarten könnte, der von einem Kind oder jungen Jugendlichen ins Leben gerufen wurde.

Ich muss aber zugeben, dass mein Blick auf das Buch definitiv durch die rosarote Brille der Nostalgie verändert wird, aber ich denke, dass jeder, der schon früh mit dem Schreiben angefangen hat, dem „Vermächtnis der Dämonen“ etwas abgewinnen kann, einmal die Erinnerung an seine eigenen Versuche, aber auch eine unterhaltsame Story mit einigen kreativen Einfällen.