Oktober 16

Punk Rock von Nick Lubens

Im zweiten Teil der Reihe hat sich die Band Mars aufgelöst und die Mitglieder gehen ihrer eigenen Wege. Dabei führt es Tilo in die Punkszene, die nach dem Mauerfall im Osten aufgeblüht ist und er muss schnell erkennen, dass die Wiedervereinigung auch überraschende Nachteile mit sich gebracht hat.

Wie schon im Vorgängerteil sind die Charaktere glaubhaft, was ihre Ängste und Sorgen, aber auch die Dialoge angeht. Dabei analysieren sie ihre Umgebung, aber auch sich selbst, schonungslos trocken – Vor allem das allgemeine Schnürsenkel-Chaos hat bei mir für Belustigung gesorgt. Der Schreibstil ist locker und lässt einen schnell vergessen, dass man eigentlich auf der Couch liegt und liest.

Auch das Gefühl, die damalige Zeit praktisch live miterleben zu können, ist geblieben. Dieses Mal richtet sich die Kritik jedoch gegen Westdeutsche, die die Situation im Osten ausnutzen, nicht gegen die Regierung der DDR. Damit bekommt man noch einmal eine neue Sichtweise präsentiert, die einen weiteren Grund darstellt, den zweiten Teil auch zu lesen.

Insgesamt hatte ich aber ein bisschen das Gefühl, dass der Handlung etwas fehlt, was vor allem daran liegt, dass die Band nicht mehr existiert, deren Meilensteine dem Buch eine Struktur gegeben haben, die hier fehlt, sodass es keinen klassischen Spannungsbogen gibt.

Trotzdem würde ich das Buch jedem weiterempfehlen, der einen charmanten Einblick in die Punkszene und den Alltag der damaligen Zeit bekommen möchte.

Oktober 12

Heavy Metal von Nick Lubens

„Heavy Metal“ verfolgt die Geschichte von vier Jugendlichen in der DDR, die die Metalband Mars gründen und sich so mehr oder weniger freiwillig, denn sie werden teilweise in die Rollen als Rebellen hineingezwungen, gegen das System stellen.

Diese Protagonisten sind allesamt sympathische und glaubwürdige Persönlichkeiten, die sich einerseits mit Problemen wie Rivalen in der Schule und der ersten Liebe auseinandersetzen, andererseits mit ihrer Lebenssituation in der DDR.

Mir waren die Zustände in dem Staat nur als stumpfe Fakten bekannt, deshalb war es sehr informativ, sie aus der persönlichen Sicht dieser Charaktere zu erleben und einen richtigen Einblick in die Leben der DDR-Bürger zu erhalten. Vor allem erfährt man hier viel über die Metal-Szene zu dieser Zeit, samt Konzerten, Taktiken, durch die Zensur vermieden werden sollte, und natürlich Tape-Trading.

Als Kritikpunkt muss ich anmerken, dass sich das Buch in der Mitte etwas zieht. Vor allem die Suche nach einem geeigneten Probenraum nimmt meiner Meinung nach zu viel Platz ein und es ist stellenweise unklar, worauf das Ganze hinauslaufen soll – Das soll aber nicht heißen, dass ich mich beim Lesen auch nur eine Seite lang gelangweilt habe.

Insgesamt ist das Buch gleichzeitig unterhaltsam, was häufig an den humorvollen Dialogen der Bandmitglieder liegt, und lehrreich. Man fiebert mit den Protagonisten mit und bekommt entweder Einsichten in eine ganz andere Welt, falls man nicht in der DDR aufgewachsen ist, oder eine Art Nostalgie-Trip samt Systemkritik, falls schon.