März 26

Die Stadt der stillen Feuer von Florian Clever

Mit dem wohlverdienten Ruhestand schon vor Augen, muss sich Ratsherr Sajit einer neuen Gefahr für Mesrée stellen: Nicht nur ein Monsun und eine damit einhergehende Seuche bedrohen die Stadt, auch ein uralter Schattendämon hat sich eingeschlichen und versucht, Besitz von den Menschen zu ergreifen.

Neben Sajit kehren auch andere liebgewonnene Charaktere zurück: Furat, der frühere Hafenmeister, der Kommandant Udai und auch Sajits Frau Misha, die hier mal in einer ganz anderen Rolle auftrifft. Vor allem die Mischung aus sympathischen und unsympathischen Figuren, die alle realistische Motivationen zugeschrieben bekommen haben, hat mir wieder gefallen.

Auch der Protagonist selbst kann sich sehen lassen. Er hat schwierige Entscheidungen zu treffen und hadert mit ihnen. Sein Umgang mit der Extremsituation und seinen politischen wie tödlicheren Widersacher:innen ist nachvollziehbar und menschlich.

Wie im ersten Band ist auch der Schreibstil sehr angenehm zu lesen. Er ist locker und humorvoll, ohne dass sich das negativ auf die spannenden und traurigen Szenen auswirkt. Das führt dazu, dass auch dieses Buch wieder extrem schwierig aus der Hand zu legen war.

Auch wieder gut gelungen ist, dass sich die Gefahren anhäufen und Sajit mit allen gleichzeitig konfrontiert wird. Besonders, wie diese Ereignisse am Ende zusammengeführt werden, hat mir gut gefallen.

Juli 14

Die Stadt der stillen Wasser von Florian Clever

Wer sich das Cover dieses Buches anschaut, wird direkt eine der Tatsachen entdecken, die es einzigartig machen: Das Setting, denn die Handlung findet in Mesrée statt, einer Stadt in der Wüste, die auf der einen Seite durch eine schreckliche Dürre und auf der anderen von einer Belagerung durch ein Nomadenvolk bedroht wird.

Als wäre das nicht genug, geht es auch noch in der Stadt selbst drunter und drüber, aber ich will hier nicht spoilern. Es soll nur gesagt sein, dass die Konfliktfelder, mit denen die Protagonisten konfrontiert werden, eine interessante Mischung abgeben und der Handlung Spannung verleihen.

Der Hauptcharakter ist einem von Anfang an sympathisch, weil er nicht gerade dem Bild eines typischen Fantasy-Helden entspricht und dadurch umso menschlicher wird, was auch für die anderen Persönlichkeiten gilt, die diese Stadt bevölkern.

Auch der Schreibstil kann sich sehen lassen. Die Handlung wird ohne „Durststrecken“, die man hätte kürzen können, vorangetrieben, lässt sich aber auch Zeit für zwischenmenschliche Momente und fantasievolle Beschreibungen von Mesrée, die die Charaktere und Stadt selbst lebendiger erscheinen lassen.

Die Mischung aus der Story um den heraufziehenden Krieg, den politischen Ränkespielen im Rat und den Auswirkungen der Dürre macht dieses Buch zu einem der erfrischendsten Fantasy-Romanen der letzten Zeit.