März 28

Biaoren – Die Klingen der Wächter 10 von Xianzhe Xu Review

Am Kaiserhof gehen große Veränderungen vor sich: Die seit Jahrzehnten gesicherte Position der Acht Säulen bröckelt endgültig und Minister Pei Shiju hat ganz eigene Pläne, wie mit der Bedrohung durch den Heshanat-Khagan umzugehen ist. Währenddessen holen die kaiserlichen Häscher Diting und Kuizhi Daoma und seine Gruppe endlich ein.

Wie an der Beschreibung zu erkennen ist, bietet auch dieser Band wieder eine gelungene Mischung aus Action und politischen Intrigen. Wir erfahren weitere Hintergründe über Daomas und Ditings Vergangenheit, aber auch die Motivation des Heshanat-Khagan, die ihn zu dem Gemetzel an den Familienoberhäuptern geführt hat, wird aufgeklärt.

Vor allem der Kaiser selbst, den wir meist als hoch oben thronenden Drachen erlebt haben, wird hier auch von einer neuen Seiten gezeigt und seine Handlungen in diesem Band sorgen wieder für spannendes Konfliktpotential.

Diese Spannung wird wie immer grandios von den Zeichnungen untermalt. Die Details werden immer an den richtigen Stellen gesetzt und auch nach zehn Bänden und zahlreichen Figuren sehen diese trotzdem so unterschiedlich aus wie echte Menschen. Die Actionszenen sind nervenaufreibend temporeich und dennoch gut nachzuvollziehen.

Der zehnte Teil von „Die Klingen der Wächter“ beantwortet einige Fragen, stellt aber gleichzeitig neue. Einige interessante Handlungsstränge werden weitergesponnen, und einer treibt sogar auf sein Finale zu. Ich konnte gar nicht mehr aufhören, diesen Manhua zu lesen, und hoffe darauf, auch den elften bald in die Finger zu kriegen.

März 26

Bu Tian Ge – Die Ballade von den Himmelsstürmern 3 von Xia Da

Nachdem Quchen seine Gefährt:innen mit einem mächtigen Zauber in Sicherheit gebracht hat, muss er sich schon der nächsten Herausforderung stellen: Dem Erreichen der nächsten Bewusstseinsstufe, bei dem ihm merkwürdige Trugbilder auflauern. Gleichzeitig setzt seine Schwester Ating zum letzten Kampf gegen den dämonischen Baili Ji an und die belagerten Tore der Hauptstadt drohen, zu fallen.

Wie eben beschrieben, nimmt die Geschichte hier gehörig Fahrt auf. Wir verfolgen inzwischen nicht nur die Handlungsstränge der beiden Geschwister, sondern auch die des tapferen und engstirnigen Soldaten Li Yan. Dank Figurenregister am Anfang und der kurzen Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse habe ich den Überblick behalten, diese Hilfe hatte ich aber auch nötig. Auch am Ende gibt es noch einmal genauere Beschreibungen der Figuren, Schauplätze und magischen Gegenstände, die mehr Kontext zu den Hintergründen geben.

Auch die Art der Magie, die hier angewandt wird und von chinesischer Mythologie inspiriert wurde, gefällt mir gut. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu „westlicher“ Fantasy, wie ich sie gewohnt bin, finde ich immer interessant zu lesen.

Es ist schon am Cover erkennbar, dass wir es hier mit einem einzigartigen und wunderschönen Zeichenstil zu tun haben. Das bedeutet allerding nicht, dass die Figuren deswegen alle gleich aussehen oder dass vor allem auf sie, nicht auf die Hintergründe, wert gelegt wurde. Im Gegenteil, jeder Aspekt der Bilder ist vollends gelungen und lädt dazu ein, die Seiten viel länger als nötig zu betrachten.

Mir hat der dritte Band sehr gut gefallen. Es gibt hier wieder eine Mischung aus den eher ruhigen Momenten der Kultivierung und Action, die Spannung bleibt immer auf einem hohen Niveau und ich habe mit den Charakteren, die ich schnell in mein Herz geschlossen habe, mitgefiebert. Nach all den Enthüllungen des dritten Teils kann ich es kaum erwarten, auch den vierten zu lesen!

November 13

Beauty and the West Chamber 1 von Ruoyejun und Winslow

Chen Qiming, eigentlich ein talentierter Sänger der Pekingoper, traut sich seit einem katastrophalen Auftritt vor einem Jahr nicht mehr auf die Bühne. Als sein Meister ihn mit einem Trick doch zum Auftritt bewegt, sitzt ausgerechnet der Offizier Yan Ci im Publikum, mit dem Chen Qiming eine dramatische Vergangenheit verbindet. Und natürlich lässt er es sich nicht nehmen, ihn danach zum Essen einzuladen.

Die Welten der Pekingopern und der Politik überschneiden sich – zwei Welten, die für ihre Intrigen bekannt sind. Dementsprechend gibt es viele Geheimnisse und geschmiedete Ränke, die sich aus zwischenmenschlichen Dramen und Machtspielchen ergeben. Egal, ob es dabei um den Erfolg einer Operntruppe oder um weitreichendere Dinge wie die Leben von Menschen geht, es bleibt immer spannend.

Mir haben auch die Figuren gut gefallen. Der Protagonist Chen Qiming ist sympathisch, sein Gegenpart Yan Ci hingegen mysteriös, ohne dadurch zu ernst zu werden. Aber auch Nebenfiguren wie die übergelaufene Sängerin Xia Zhiqiu oder der Sänger Yao Qingshan, der als Kind an die Chunyang-Truppe verkauft worden ist und dessen Herz eigentlich gar nicht für die Oper brennt, haben Tiefgang und sind samt ihrer Fehler sympathisch.

Was diesen Manhua so besonders macht, sind die skizzenhaften und doch detailreichen Zeichnungen. Sie stechen mit ihrer Farbwahl hervor, die die Zeichnungen farbenfroh und lebendig wirken lässt. Interessanterweise sind einige Hintergründe nicht komplett gezeichnet, sondern Fotos, in die die Figuren und einige Requisiten hineingesetzt worden sind, was für interessante Effekte sorgt. Auch passt sich der Zeichenstil für einige Gags an, zum Beispiel in einer Makeover-Szene, die an Disneys Mulan erinnert.

Alles in allem hat mir der erste Band der Reihe gut gefallen. Es sind einige Konfliktfelder geöffnet worden, Mysterien wurden angedeutet und haben sich verdichtet. Und auch wenn Vieles aus der Vergangenheit der Figuren enthüllt worden ist, wissen wir immer noch nicht, was an dem schicksalsträchtigen Tag wirklich zwischen den Familien von Chen Qiming und Yan Ci passiert ist, sodass ich umso gespannter auf den zweiten Teil bin.

Juli 31

Bu Tian Ge – Die Ballade von den Himmelsstürmern 2 von Xia Da

Die so verschiedenen Zwillinge Ating und Quchen entwickeln sich immer weiter, doch während der Bruder auf der Insel Penglai in den Künsten der Magie unterrichtet wird, ist die Schwester Gefangene des düsteren Baili. Doch trotz der Entfernung können sie Kontakt zueinander aufnehmen…

Die Perspektive wechselt zwischen den Zwillingen hin und her, zwischen den düsteren Erlebnissen von Ating, die vom Hass auf den Mörder ihres Großvaters geprägt ist, und den lebhafteren, dadurch aber nicht weniger spannenden Reisen von Quchen, wobei auch mehr Aspekte von Magie einfließen.

Nicht nur die Handlung an sich konnte mich überzeugen, auch das Drumherum ist ansprechend gelungen. Um der Geschichte besser folgen zu können, gibt es schön gestaltete Register, die die Figuren, ihre Beziehungen zueinander und die Welt vorstellen. Außerdem gibt es immer wieder Fußnoten, die nötige Erklärungen kurz und bündig liefern.

Die Zeichnungen atemberaubend schön zu nennen, ist keine Übertreibung. Von den fein gezeichneten Figuren über die detaillierten Hintergründe bis zu den farbenfrohen Einsätzen von fantasievoll gestalteter Magie, ist hier alles stimmig und lädt dazu ein, die Seiten länger betrachten zu wollen.

Alles in allem ist auch der zweite Teil der Reihe sehr gut gelungen. Die Handlung nimmt Fahrt auf, wir lernen neue Figuren kennen und alte entwickeln sich zusehends weiter und auch die Kämpfe werden immer bombastischer. Ich kann den dritten Teil kaum abwarten!

Juli 24

Biaoren – Die Klingen der Wächter 9 von Xianzhe Xu

Daomas Gruppe gerät am Jadepass durch ein Missverständnis in eine brenzlige Situation mit den Grenzwächtern. Gleichzeitig werden Blicke auf Shus und Daomas Vergangenheit geworfen, durch die wir mehr darüber erfahren, was sie zum Kämpfen antreibt.

Im neunten Band ist diese Mischung aus Flashbacks und Szenen, die in der Gegenwart spielen, besonders gut gelungen. Außerdem kommen die meisten der bekannten und lebenden Figuren mindestens einmal vor, wodurch er auch schön abwechslungsreich wird und jeder Fan von bestimmten Charakteren auf seine Kosten kommt.

Auch von Daoma in seiner Rolle als Vater sehen wir hier mehr und er zeigt, dass weitaus mehr in ihm steckt als nur seine beeindruckende Kampfkraft. Das kommt auch in den Szenen aus seiner und Xiaoquis Vergangenheit herüber.

Das Highlight sind aber natürlich trotzdem wieder die Actionszenen, die trotz der fehlenden Farben lebendig genug sind, um einen praktisch vom Papier aus anzuspringen. Die fantasievoll choreografierten Kämpfe werden in eindrucksvollen und detailverliebten Bildern eingefangen.

Der neunte Band reiht sich perfekt in das Epos, das mit „Die Klingen der Wächter“ bereits aufgebaut worden ist, ein und zeigt, dass die Reihe gar nicht daran denkt, langsamer zu werden oder an Qualität nachzulassen. Im Gegenteil, ihre Stärken kommen auch hier wieder perfekt zum Vorschein.

April 30

Bu Tian Ge – Die Ballade von den Himmelsstürmern 1 von Xia Da

Die beiden Geschwister Quchen und Ating werden kurz nach der Geburt getrennt und während der ältere Bruder auf dem Berg Penglai der daoistischen Magie unterwiesen wird, lernt die jüngere Schwester von einem sterblichen Kampfkunstmeister. Doch ihre Schicksale bleiben untrennbar miteinander verbunden und böse Mächte mischen sich schon bald in ihre Leben ein.

Was auch Leuten, die nur das Cover betrachten, direkt auffallen wird, ist der einzigartige Zeichenstil. Er ist angelehnt an traditionelle chinesischen Techniken, was ihm einen beeindruckenden Detailreichtum verleiht. Außerdem positiv anzumerken ist, dass der Manhua komplett in Farbe gehalten ist.

Besonders gelungen ist auch die Mischung aus historischen und mythologischen Elementen. Dank Fußnoten werden auch Leser:innen abgeholt, die sich mit dem Thema bisher nicht beschäftigt haben, sodass es jeder Person leichtfallen sollte, in diese fiktive Epoche chinesischer Vergangenheit einzutauchen.

Die beiden Protagonist:innen könnten unterschiedlicher nicht sein: Während Quchen sich ruhig und bedacht verhält, möchte seine Schwester am liebsten ständig ihre Stärke messen und sorgt für einiges Chaos. Gerade dadurch werden ihre Interaktionen umso interessanter.

Der erste Band schafft es, einen gut in die Geschichte einzuleiten. Er zeigt schon einige Regeln dieser Welt auf und führt interessante Figuren ein, in die mensch sich gut einfühlen kann. Gleichzeitig wirft er auch viele Fragen auf, auf deren Beantwortung in folgenden Bänden ich schon gespannt bin.