Januar 30

Magie der Pfeile 2: Flin, der Waldläufer von Florian Clever

Inzwischen hat selbst der König in Galdin-Sor von den Plänen des Fürsten Gernot gehört und schickt die 10. Eiserne Legion in die abgelegene Region. Doch die Bedrohung durch den Dämonenfürsten Felan’fer wächst und es wird mehr als die Kampfstärke von den menschlichen Kriegern brauchen, um ihn und seinen ewigen Hunger zu bezwingen…

Flin, der titelgebende Waldläufer, ist zurück mit seinen waghalsigen Plänen und überrascht wieder mit seinen Einfällen. Aber die größten Veränderungen macht Triana, die vom Unglück verfolgte Händlerin, durch. Sie beweist wie schon im ersten Band, dass sie an ihren Herausforderungen wächst, was sie zu einem besonders interessanten Charakter macht. Doch auch andere Leute zeigen, dass noch die eine oder andere Überraschung in ihnen steckt.

Und Gelegenheiten, sich zu beweisen, haben die Figuren allemal, denn es geht richtig zur Sache. Besonders gefallen hat mir dabei, wie herüberkommt, dass unterschiedliche Gefahren von den menschlichen Soldaten des Fürsten und seinem dämonischen Verbündeten ausgehen, die die Protagonist:innen beide beachten müssen. Dadurch und durch die Komponente, dass die wahren Fähigkeiten von Felan’fer bis zum Ende verborgen bleiben, werden die Kämpfe besonders spannend.

Aber auch intern läuft nicht unbedingt alles rund. So sorgen auch die Machtkämpfe zwischen Kommandanten Esteban und Ordensmagierin Nuria für Spannung. Dazu kommt, dass Triana und Flin keine ausgebildeten Soldat:innen sind und deshalb auf ihre eigene Art und Weise zum Sieg beitragen müssen.

Im zweiten Band der Reihe zahlen sich alle Anspielungen und Vorbereitungen, die von den Charakteren beabsichtigt und unbeabsichtigt getroffen worden sind, aus und alles wird in der letzten, spannenden Schlacht in die Waagschale geworfen. Die Auflösung ist perfekt gelungen und das Ende wird dadurch bitter-süß.

November 17

Flin, der Unsichtbare von Florian Clever

Nachdem sein Vater von Doran, dem sogenannten „Henker“ von Fürst Gernot ermordet worden ist, schwört Flin Rache. Eigentlich wollen er und seine Bande nur Nadelstiche versetzen und sich genug zum Überleben zusammenklauen, doch als sie eines schicksalhaften Tages Gernots Pläne durchkreuzen, gelangen sie ins Kreuzfeuer.

Fangen wir mal bei besagter Bande an: Ob es um den charismatischen Flin, den finderischen Raynor, den starken Aarn oder den magiebegabten Jasha geht, jeder dieser Protagonisten ist einzigartig und wächst einem schnell ans Herz. Auch Triana und Marcos, die nur Handel treiben wollten und unabsichtlich in eine Verschwörung reingezogen wurden, sind sympathisch und Erstere zeigt nach und nach, was in ihr steckt.

Die verschiedenen Überfälle und Pläne der Bande haben für mich neben den Figuren das Herzstück des Buches ausgemacht. Sie haben es immer wieder geschafft, mich und ihre Feinde zu überraschen und sich dabei mit List und Tücke so gegen die Übermacht aus Soldaten zur Wehr gesetzt, dass es unterhaltsam, aber nicht unrealistisch ist.

Vor allem den Wechsel zwischen traurigen Szenen, spannender Action und humorvollen Passagen, die mir immer wieder ein Schmunzeln abverlangen, wurde hier gemeistert – unterhaltsam bis zur letzten Seite! Und dann noch eine Warnung: Keine der Figuren ist hier vor den Gefahren gefeit!

Das erste Hindernis mögen sie überstanden haben, doch wie es sich für eine Dilogie gehört, steht eine noch größere Gefahr am Horizont. Die entdeckte Verschwörung und der Epilog, in dem auf zukünftige Kämpfe verwiesen wird, machen mich gespannt auf das weitere Schicksal der liebgewonnenen Bande.