April 10

Die Rückkehr der Nekromanten von Lucian Caligo

Narin und Tarus fristen ihre traurige Existenz als unfreiwillige Nekromant:innen in den Sümpfen – bis Tarus eines Tages trotz Verboten versehentlich einen Magier wiederbelebt. Dieser hilft ihnen dank seines magischen Wissens nicht nur, düstere Geheimnisse ihrer Gesellschaft aufzudecken, sondern verfolgt auch ganz eigene Pläne…

Die drei genannten Charaktere wirken anfangs distanziert, wachsen einem jedoch schnell ans Herz. Ihre Schwächen sind sehr offensichtlich und menschlich, und gerade das macht sie sympathisch, auch wenn mensch sie manchmal einfach an den Schultern packen und gut durchschütteln möchte. Doch ich muss zugeben, dass die meisten in ihrer Situation wohl genau so handeln würden.

Auch die Handlung hat mich mit ihren verschiedenen Wendungen in den Bann gezogen. Durch die Wissensunterschiede zwischen den Figuren, die sich gegenseitig Einiges vorenthalten, wird auch der lesenden Person nach und nach erst enthüllt, was im Sumpf wirklich vor sich geht und obwohl die Geschichte ein logisches Ende findet, sind noch einige Punkte offen, die mich umso gespannter auf die Fortsetzung sein lassen.

Der Stil, in dem das Ganze geschrieben ist, hat mich überzeugt. Er ist zwar locker und humorvoll, trotzdem kommen auch die negativen Emotionen der Charaktere und die Spannung aufgrund der verzwickten Lage, in der sie sich befinden, gut herüber. Das hat auch dazu beigetragen, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Zuletzt sei noch das Worldbuilding erwähnt. Natürlich spielt auch der dortige Weltenwurzel-Baum eine Rolle, doch die wird in den Nachfolge-Bänden wahrscheinlich noch größer ausfallen. Die Rolle der Nekromant:innen in der Welt ist super interessant und wie auch schon im ersten Band sticht das Magiesystem, das über tätowierte Sigillen funktioniert, die auch gerne tödlich enden können, sehr positiv heraus – von den magischen Tricks des wiederbelebten Magiers ganz zu schweigen.

März 23

Die Legenden von Trappland Ends von Lucian Caligo

Ausnahmsweise nimmt Kopfgeldjäger Abraham James einen für ihn ungewöhnlichen Auftrag an: Er soll die legendäre Kopfgeldjägerin Serena finden – und zwar, um sicherzustellen, dass sie in Sicherheit ist! Doch das ungewohnte Ziel stellt sich schnell als die geringste Überraschung heraus, und bald stecken er und Begleiterin Bella Hals über Kopf im größten Abenteuer ihres Lebens.

Die Geschichte wird hierbei vom Protagonisten selbst erzählt, der es mit der Wahrheit nicht immer ganz genau nimmt und auch mal Sachen überspringt, die für ihn nicht wichtig oder unangenehm sind. Dank seiner lockeren Art sorgt das häufig für Belustigung, manchmal aber auch für Verwirrung, wenn er auf eine angeblich von der lesenden Person gemachte Äußerung eingeht.

Nicht nur er, sondern auch die anderen Figuren können durch ihre schräge Art überzeugen und wachsen einem schnell ans Herz. Aber wie es sich für den wilden Westen gehört, ist nie sicher, wer auf welcher Seite steht und wer noch ein Ass im Ärmel hat.

Die Story mit ihren Wendungen konnte mich auch überzeugen, denn die Suche nach der Verschollenen gestaltet sich als überaus abwechslungsreich, da nach und nach mehr von der Vergangenheit der Personen und Orte enthüllt wird. Dadurch, dass James und Bella nicht immer ehrlich zueinander sind, kommt noch eine weitere interessante Komponente hinzu.

Auch Trappland Ends ist schon ein Charakter für sich. Die umbarmherzig brennende Sonne, die Lebewesen innerhalb von wenigen Minuten bis zum Tod austrocknen kann, sorgt für besonderen Nervenkitzel und wird, was mich gefreut hat, auch im extrem spannenden Finale noch einmal wichtig.

Oktober 9

Die Rückkehr des Waldes von Lucian Caligo

Als der längst besiegt geglaubte Wald wiedererwacht und seine Wurzeln nach der alten Fessel ausstreckt, werden die dort lebenden Menschen vor schwierige Entscheidungen gestellt: Sollen sie ihre liebgewonnene Heimat aufgeben oder sich einem schier übermächtigen Feind stellen? Können und wollen sie überhaupt gegen die Natur selbst bestehen?

Mich hat der erste Band der Weltenwurzel-Saga gleich von der ersten Seite gepackt. Die Prämisse, dass hier nicht gegen Ritter oder typische Monster gekämpft wird, sondern der Wald selbst zurückschlägt, ist im Fantasy-Genre einzigartig und die Kämpfe gegen Wurzeln und Tiere des Waldes von Wölfen bis Insekten sind actionreich beschrieben.

Besonders angetan haben es mir auch die Charaktere. Mensch lernt sie mit ihren Schwächen kennen und sie überraschen immer wieder mit ihrer Menschlichkeit. Hier wurde wirklich darauf geachtet, sie dreidimensional zu gestalten, was bei der Anzahl der Protagonist:innen besonders beeindruckend ist.

Die Handlung wartet auch immer wieder mit Plottwists auf. Gerade, wenn mensch sich vermeintlich an eine Situation gewöhnt hat, kommt schon die nächste Überraschung. Eine von ihnen ist zum Beispiel das interessante Magiesystem, von dem ich so noch nirgends sonst gelesen habe, aber auch das Ende hat es noch einmal richtig in sich.

„Die Rückkehr des Waldes“ ist erfrischend und originell wie schon lange kein Fantasy-Buch mehr. Ich bin extrem gespannt, wie die Saga weitergeführt und welches Schicksal die Figuren weiterhin ereilen wird und kann es kaum erwarten, den nächsten Band endlich in die Finger zu kriegen.

Februar 20

Der Fluch des Ritters Anastasius von Lucian Caligo

In „Der Fluch des Ritters Anastasius“ werden fünf Kurzgeschichten um den namensgebenden Ritter von jeweils verschiedenen Autor:innen gesammelt. Mal trifft der Ritter auf eine andere Untote, mal sehnt er sich nach seinem alten Leben zurück.

Obwohl Anastasius ein Untoter mit einer düsteren Vergangenheit ist, ist er durchgehend sympathisch und ich konnte mich gut in ihn einfühlen. Neben den spannenden Handlungen, die sich in allen Geschichten voneinander abheben, war das einer der Gründe, warum ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte.

Die Nebencharaktere haben mir auch gut gefallen, egal, ob es sich um eine Adelige mit einem Geheimnis oder blutrünstige Zwerge handelt. Durch ihre Vielfalt heben sich die Storys umso mehr voneinander ab.

Es ist durchgehend gut gelungen, typische Fantasy-Elemente mit einigen Überraschungen zu kombinieren und so von vorne bis hinten spannende Geschichten zu erzählen, auch, weil der Held hier gar nicht versucht, die Welt zu retten und das, was für die meisten Protagonist:innen das Ende bedeuten würde, schon hinter sich hat.

Was mir abschließend am meisten gefallen hat, ist, dass alle Autor:innen es geschafft haben, eigene kreative Ideen einzubringen und den Protagonisten von anderen Seiten zu beleuchten. Wer denkt, dass er von Untoten nicht mehr überrascht werden kann, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben!

Mai 21

Die Eisenritter: Der Pilgerpfad von Lucian Caligo

Der Eisenritter Judas war immer ein treuer Verfechter seines Glaubens, mit Worten und dem Schwert. Dann überschlagen sich jedoch die Ereignisse und er beginnt, zu verstehen, dass hinter dem Orden mehr steckt, als er jemals geahnt hatte – und begibt sich damit in große Gefahr.

Judas hat mich als Protagonist begeistert. Er beweist schnell, dass er weitaus vielschichtiger ist, als es anfangs den Anschein hat. Auch, dass er im Kern ein guter Mensch ist, aber trotzdem nicht immer „richtig“ handelt, hat mich überzeugt.

Die Geschichte wirft einen gleich in die Action und wechselt danach immer im richtigen Moment zwischen spannend beschriebenen Kämpfen und Szenen, in denen die Charaktere die Verschwörung um den Orden Stück für Stück aufdecken. Dabei ist auch lobenswert zu erwähnen, dass es nicht diesen einen Twist gibt, sondern verschiedene Momente, in denen einem als LeserIn ein Licht aufgeht.

Die Welt und Handlung des Buches ist ebenfalls einzigartig. Durch die lebhaften Beschreibungen bekommt mensch einen guten Eindruck vom Worldbuilding und es gibt einige kreative Ideen, die es von dem anderer Bücher abheben.

„Die Eisenritter“ konnte mich praktisch von der ersten Seite an überzeugen und beinhaltet keine langweiligen Szenen. Alleine das hier beschriebene Universum hat noch viel Potential für Fortsetzungen!

August 27

Eve: Damcitys Fluch von Lucian Caligo

Im letzten Band der ersten Staffel muss sich Eve dem Drahtzieher hinter den Angriffen stellen, die sie und ihre Verbündeten schon seit dem ersten Teil plagen und sich dabei in sein Reich begeben, in dem er ihr überlegen ist.

Dabei werden die bisher aufgestellten Handlungsstränge zusammengeführt und einige Fragen beantwortet, jedoch werden auch genug Mysterien für die zweite Staffel übrig gelassen, beziehungsweise eingeführt.

Erneut besticht die Geschichte durch ihre düstere Story, die starke Protagonistin, der es trotz ihrer Rolle als Rächerin nicht an Tiefe mangelt, und die spannend beschriebene Action.

Alles in allem ist „Damcitys Fluch“ ein gelungenes Staffelfinale, nach dem man noch längst nicht genug von dieser Welt und ihren Bewohnern hat.

August 26

Eve: Gejagt von Lucian Caligo

In der dritten Episode der ersten Staffel spitzt sich die Lage noch weiter zu. Immer mehr Details über die kriminelle Organisation, die im Hintergrund die Fäden zieht, kommen ans Licht, gleichzeitig werden die Protagonisten mit einer noch größeren Bedrohung als bisher konfrontiert.

Die Stärken der vorherigen beiden Bände sind auch in diesem präsent: Eine actionreiche Story, durch die immer wieder übernatürliche Elemente durchscheinen, eine interessante Figurenkonstellation und eine Heldin, die die Stärken der Maske zu nutzen weiß, aber immer mehr von ihr vereinnahmt wird.

Im dritten Teil gibt es nicht nur Feinde, die Eve mehr als gewachsen sind, auch ihr Innenleben stellt eine Bedrohung dar, als sich immer stärker herauskristallisiert, dass sie emotional von der Abschottung, die die Maske bietet, abhängig wird.

Insgesamt ist es eine gelungene Geschichte, die das Staffelfinale gekonnt einleitet und auf ein explosives Ende zusteuert, auf das man sich als Leser freuen kann.

August 25

Eve: Herzensangelegenheit von Lucian Caligo

Im zweiten Band der ersten Staffel sehen sich Eve und ihre Verbündeten einer kriminellen Organisation gegenüber, die Obdachlose ermordet, um ihre Organe zu stehlen. Eine düstere Story, die zu dem vom Bürgerkrieg verwüsteten Damcity passt und die Protagonisten vor interessante Herausforderungen stellt.

Aber nicht nur äußere Feinde machen der Gruppe zu schaffen, auch innere Streitigkeiten drohen, sie zu entzweien. Wie schon im ersten Band sind die Beziehungen zwischen Clark, Lucian und Eve selbst und wie sie aufeinander treffen, interessant beschrieben und vermitteln ein gutes Gefühl für deren Persönlichkeiten.

Ohne zu viel verraten zu wollen, gibt es auch wieder Anspielungen auf magische Rituale, die einen denken lassen, dass hinter der auf den ersten Blick realistisch erscheinenden Story mehr steckt, und einen gespannt auf die nächste Kurzgeschichte in der Reihe machen.

Insgesamt ist es eine gelungene Geschichte, in der man eine neue Perspektive auf Eve als Charakter, aber auch gehörig Action um die Ohren gepfeffert bekommt.

August 24

Eve: Maske des Zorns von Lucian Caligo

Eve ist eine maskierte Rächerin, die die düstere Stadt Damcity (für Verbrecher) unsicher macht. Aber was hat es mit ihrer silbernen Maske auf sich? Und woher hat sie ihre fast übermenschlich erscheinenden Fähigkeiten?

Der erste Band der Reihe beschäftigt sich unter anderem mit diesen Fragen, beschreibt aber auch, wie sich Eve anfangs in der Stadt und ihrer neuen Rolle zurechtfinden muss und wie sie sich ihrer Aufgabe als Heldin annimmt.

Schön ist, dass dabei einige Klischees ausgelassen wurden, sodass man nicht mit Szenen gelangweilt wird, die man so oder in ähnlicher Ausführung bereits dutzende Male gelesen hat. Stattdessen steigt man gleich in die Action ein.

Zur Seite stehen ihr wenige Verbündete, die sich ebenfalls erst einmal mit ihrer Veränderung anfreunden müssen und nicht immer einer Meinung sind. Obwohl man diese Gruppe nach dem Ende dieses Bandes erst wenige Seiten lang kennt, bekommt man ein gutes Gefühl für ihre Persönlichkeiten und Konflikte.

Auch der Schreibstil konnte mich überzeugen, denn er liest sich sehr flüssig und hat in den Kampfszenen kein Problem, die Action gut rüberzubringen.

Insgesamt führt dieser erste Band den Leser in eine interessante Welt ein und stellt auch einige Konfliktfelder in den Raum, die einen dazu anregen, die Geschichte um Eve und ihre Verbündete weiter zu verfolgen.