November 6

Willkommen in der Hölle von J. Tomala

Der zweite Teil der Höllenblumen-Reihe folgt Zeno, der seinem eigenen Wunsch nach in die Hölle kommt und dort die Ausbildung zur Kadaverblume beginnt. Doch obwohl die Hölle ganz anders ist, als es die menschliche Vorstellungskraft erscheinen lässt, lauern noch mehr Geheimnisse hinter der hübschen Fassade, als er anfangs ahnen kann.

Diese Geschichte ist auch wegen ihres Settings faszinierend. Hier gibt es keine Lavahöhlen, in denen Menschen gefoltert werden, die gesündigt haben, und auch sonst hat die hier beschriebene Hölle nichts mit den üblichen Vorstellungen gemein. Stattdessen erinnert sie mehr an eine gehobene Gesellschaft, die allerdings andere Konventionen als die der Menschen hat.

Zeno selbst stellt eine interessante Figur dar. Mit seiner grauenhaften Vergangenheit in der Menschenwelt hat er noch nicht so abgeschlossen, wie er gedacht hatte, gleichzeitig muss er sich in dieser so neuen Umgebung zurechtfinden und faszinierende Persönlichkeiten wie Lord Lotem oder Herzog Aparis kennenlernen.

Mir hat auch die Geschichte hinter dem Waldgeblüt, den mysteriösen, tierähnlichen Wesen, die Jagd auf Dämonen machen, gefallen. An dieser Stelle will ich aber nicht zu viel verraten, um die Spannung nicht zu nehmen.

Was auch noch im Vergleich zum ersten Teil auffällt, ist, dass es weitaus weniger Sexszenen gibt. Das passt gut zur Story, da es hier nicht vorrangig um die Beziehung zwischen zwei Personen geht. Dafür wurden sie wieder mit einiger Kreativität gestaltet.

Oktober 5

Kadaverblume von J. Tomala

Als der Dämon Cornelius sich in den Knochen von Zeno, der als Kind ermordet worden ist, einnistet, ist ihm noch nicht klar, was das für ihn bedeuten wird: Die Bekanntschaft mit Zenos altem Freund Patrick, aber auch mit denjenigen, die ihn einst ermordet haben – und einen rachsüchtigen Geist im Schlepptau…

Was mich bei der Geschichte direkt angesprochen hat, ist das ungewöhnliche Setting. Hier werden Dämonen so ganz anders dargestellt als in vielen anderen Geschichten, und nicht nur Cornelius‘ Fähigkeit, mit Pflanzen zu sprechen, macht das Buch besonders, sondern auch die Liebesgeschichte, die sich trotz seiner unmenschlichen Züge aufspannt.

Die Dynamik des Paares Patrick und Cornelius hat mir alleine auch schon gefallen, weil die beiden ihre eigenen Macken haben und wie füreinander geschaffen sind. Durch Zenos „Anwesenheit“ als Geist, den nur Cornelius hören kann, bekommt die ganze Situation noch zusätzliche Spannung.

Es gibt von meiner Seite aus nur einen Kritikpunkt: Die Ermittlungsarbeiten, die Cornelius überhaupt erst auf die Fährte von Zenos Mördern bringen, werden häufig zu schnell übergangen. Neue Erkenntnisse werden im Off ermittelt und wir bekommen nicht das Vergnügen, uns selbst Schritt für Schritt der Lösung zu nähern, sondern werden vor vollendete Tatsachen gestellt.

Ich hätte also mehr Detektivarbeit erwartet, was ich bekommen habe, ist ein extrem ungewöhnlicher, erotischer Liebesroman mit einem Paar, das wegen ihrer Eigenheiten in eigentlich keinem anderen Buch dieser Art vorkommen könnte. Wem diese Beschreibung gefällt, der sollte Kadaverblume auf jeden Fall eine Chance geben.