August 11

Misogynie: Die Geschichte des Frauenhasses von Jack Holland

„In Misogynie: Die Geschichte des Frauenhasses“ bereitet der Journalist Jack Holland die tödliche Historie des Frauenhasses vom antiken Griechenland bis in die Neuzeit auf und untersucht dabei, was für die jeweiligen Vorurteile gesorgt hat und wie sie durch Gesetze und Verhaltensweisen umgesetzt worden sind.

Er berichtet darüber, dass die Misogynie schon die Anfänge der „westlichen Welt“ durchzogen hat, als Plato und Aristoteles philosophische Begründungen dafür gesucht haben, dass sie Frauen praktisch  als missgebildete Männer gesehen haben. Auch in der griechischen Mythologie selbst ist Pandora und damit die Frau der Ursprung allen Übels, der den Mann seiner Autarkie beraubt und ihn damit erniedrigt.

Immer wieder geht der wissenschaftliche Fortschritt einer Zivilisation einher mit Frauenverachtung, für die ständig neue Begründungen gefunden werden: Erst philosophisch und religiös, später auf biologischer Basis. Die Methoden und Argumentationsstrukturen ändern sich, aber der Hass auf die „Anderen“ bleibt.

Holland geht auf die politischen und kulturellen Unterschiede der Völker ein und wie sie die Rolle der Frauen in den jeweiligen Gesellschaften beeinflussen. Doch der erschreckende rote Faden, der sich durch die komplette Geschichte zieht, ist, dass die Unterdrückung der Frauen mal stärker und mal schwächer war, aber nie ganz aufgehört hat.

Für mich besonders überraschend und erschreckend war, welche Auswirkungen diese Sichtweise auch heutzutage noch hat, wenn Tausende von Frauen jährlich durch christliche Abtreibungspolitik sterben oder die USA und Europa die Misogynie ihrer verbündeten Länder stillschweigend hinnehmen und den dort lebenden Frauen damit das Leben zur Hölle machen.

Mai 7

Biaoren – Die Klingen der Wächter – Band 5 von Xianzhe Xu

Während Pei Xianyang einen fast aussichtslosen Kampf zu führen scheint, schleichen sich auch Daoma und Shu in das Lager ihrer Feinde. Doch auch Ayuya denkt trotz ihrer Verletzungen nicht daran, aufzugeben.

Wie gewohnt ist die Story wieder actiongeladen und blutrünstig. Die dynamischen Zeichnungen lassen uns wieder tief in das Geschehen eintauchen und die Zeit, die wir mit dem Manhua verbringen, wie im Flug vergehen.

Und natürlich hält die Handlung auch wieder einige Überraschungen bereit und wir lernen Heyi Xuan, der seit einigen Bänden eine wichtige Rolle spielt, von einer anderen Seite kennen. Allerdings tauchen auch neue Figuren auf, die versprechen, frischen Wind in die Geschichte zu bringen – Nicht, dass sie es nötig hätte…

Es wird auch wieder deutlich, wie dreidimensional diese Charaktere sind. Ich will nicht „realistisch“ sagen, weil sie praktisch alle über übermenschliche Fähigkeiten verfügen, aber ihre Motivationen sind nachvollziehbar und ihre Reaktionen menschlich.

Alles in allem bietet dieser Band wieder ein super Erlebnis und bleibt von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Obwohl ich schon so viel Zeit mit dieser Reihe verbracht habe, freue ich mich auf die Fortsetzung und kann sie kaum abwarten.

Mai 6

Biaoren – Die Klingen der Wächter – Band 4 von Xianzhe Xu

Im vierten Band führt Ayuya ihren ganz persönlichen Rachefeldzug. Doch kann sie alleine gegen die vier Familienklane bestehen oder reitet sie in ihren sicheren Untergang?

Natürlich spielt der Kampf selbst eine wichtige Rolle. Erneut schafft es Xianzhe Xu, die Actionszenen bombastisch umzusetzen, lässt das Blut wieder in Strömen fließen und die Seiten wie im Flug vergehen.

Aber wir erfahren auch Überraschendes über die Vergangenheit von Daoma und Zhishilang, was noch einmal ein anderes Licht auf diese Figuren wirft und einen schönen Twist darstellt.

Auch Pei Xianyang zeigt hier eine neue Seite und im Bonuskapitel erleben wir auch ein prägendes Erlebnis aus seiner Kindheit. „Die Klingen der Wächter“ beweist immer wieder, dass hinter seinen Charakteren mehr steckt, als es den Anschein hat.

Wie immer wird hier die perfekte Mischung aus gnadenloser Action und Enthüllungen getroffen, sodass mensch das Gefühl bekommt, dass diese Reihe von Band zu Band besser wird.

Mai 5

Biaoren – Die Klingen der Wächter – Band 3 von Xianzhe Xu

Im dritten Band findet die Konfrontation zwischen Daomas Gruppe und den vier Familienklans statt. Aber auch seine Verbündeten haben noch einige Überraschungen parat.

Hier steht vor allem die Action im Vordergrund, die mit dynamischen Zeichnungen perfekt in Szene gesetzt wird. Die Vergleiche mit einem Film sind keinesfalls übertrieben, denn die Choreographie der Kämpfe und die Art, wie der Künstler das Auge über die Seite leitet, sind verdammt gut gelungen.

Mich hat auch gefreut, dass wir hier eine andere Seite von Ayuya kennenlernen, die vorher eher eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Auch Yanziniang zeigt ein bisschen mehr von ihrer Persönlichkeit.

Am Ende bekommen wir auch noch einige Design-Skizzen von Daoma und Shu zu sehen, die einen kleinen Einblick in die Arbeit des Künstlers erlauben.

„Die Klingen der Wächter“ ist einfach eine Reihe, die nicht an Spannung verliert. Bisher hat mich jeder der Teile vollkommen überzeugt und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das in Zukunft ändert.

Mai 4

Biaoren – Die Klingen der Wächter – Band 2 von Xianzhe Xu

Im zweiten Band der Reihe treffen Daoma und seine Reisegesellschaft auf einen mysteriösen Schwertkämpfer und seine Gefangene. Doch natürlich hören die Probleme da nicht auf, denn ihnen sind Verfolger auf den Fersen…

Die Handlung bleibt gewohnt spannend. Es gibt wieder eine Mischung aus absolut gnadenloser Action und Szenen, in denen mensch erfährt, welche Fäden im Hintergrund gezogen werden – Beide Handlungsstränge sind auf ihre eigene Art und Weise interessant.

Der Zeichenstil kann sich ebenfalls sehen lassen, denn die Zeichnungen reichen von detaillierten Rüstungen und Landschaften über ausdrucksstarke Gesichtszüge bis zu rasanten Actionszenen, denen dynamisch Ausdruck verliehen wird.

In diesem Band erfahren wir auch ein bisschen mehr über Zhishilang, der ein einzigartiger Zeitgenosse zu sein verspricht, außerdem lernen wir den mysteriösen Shu kennen. Ich freue mich auf jeden Fall darauf, mehr über sie zu erfahren, vor allem, weil sich diese Reihe bisher dadurch ausgezeichnet hat, dreidimensionale Figuren mit realistischen Motivationen einzuführen.

Außerdem lobend erwähnt sei das historische Setting, in das sich die Story perfekt integriert. Hintergrundfakten, die westliche LeserInnen nicht kennen, werden auch schnell per Fußnote erklärt, sodass es keinem Schwierigkeiten bereiten sollte, der Geschichte zu folgen und mensch dadurch sogar noch etwas Neues lernt.

Mai 2

Biaoren – Die Klingen der Wächter – Band 1 von Xianzhe Xu

Der Kopfgeldjäger Daoma durchstreift die Lande mit seinem kleinen Sohn und nimmt so gut wie jeden Auftrag an, um seine Schulden abzubezahlen. Doch nicht jeder davon ist so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint…

Schon der Einstieg in die Welt von „Biaoren – Die Klingen der Wächter“ ist rasant. Und dieser Anfang hält, was er verspricht, denn genau so wahnwitzig und actionreich geht es weiter, gekonnt durch die Zeichnungen in Szene gesetzt.

Der Protagonist ist auch eine Klasse für sich. Er ist geschwätzig, meist unberechenbar, aber immer verdammt cool. Obwohl er bei Weitem nicht immer auf der Seite von Gesetz oder Moral steht, kann mensch es nicht lassen, bei jedem seiner Kämpfe mitzufiebern.

Die Nebencharaktere können sich ebenfalls sehen lassen. Vor allem der Alte Mo und seine Tochter Ayuya sind interessante Persönlichkeiten, über die ich gerne mehr erfahren würde. Aber auch Figuren, die nur in diesem Band auftreten, sind dreidimensional und lassen sich nicht so leicht in Schubladen stecken.

Wenn das alles mich nicht überzeugt hätte, unbedingt weiterlesen zu wollen, hätte es spätestens der Cliffhanger am Ende getan. Nach diesem brillanten Auftakt freue ich mich schon auf den Rest der Reihe!