Etwas endet, etwas beginnt von Andrzej Sapkowski
„Etwas endet, etwas beginnt“ vereint acht Kurzgeschichten, von denen zwei im Universum der Hexer-Saga spielen. Dabei wird neben dem üblichen Fantasy-Genre überraschenderweise auch Horror aufgegriffen. Meistens nimmt sich Sapkowski aber eine bekannte Sage oder Geschichte vor und erzählt die versteckten Seiten davon auf seine eigene Art und Weise.
Eigentlich hätte ich gedacht, dass mich die Geschichten um Geralt und seine Eltern (!) am meisten überzeugen, aber die anderen haben mich positiv überrascht. Obwohl es nur Kurzgeschichten sind, sind die Persönlichkeiten der Figuren ausgeprägt und dreidimensional, sodass es mir nicht schwergefallen ist, mitzufiebern.
Die Horror-Geschichten haben meiner Meinung nach daran gelitten, dass die menschlichen ProtagonistInnen in den meisten Fällen so unsympathisch waren, dass ich ihnen ihr Schicksal sogar gegönnt habe. Das hat zwar nicht dafür gesorgt, dass ich die Handlungen und Konzepte selbst uninteressant gefunden habe, aber es hat einen beträchtlichen Teil der Spannung herausgenommen.
Außerdem zu erwähnen ist, dass sich vor jedem der Kapitel ein kurzes Vorwort befindet, in dem der Autor erzählt, was ihn dazu inspiriert hat und vor welchem Hintergrund er es geschrieben hat. Diese Einblicke in seine Arbeitsweise waren interessant zu lesen.
Insgesamt hat mich vor allem die Vielfalt der Geschichten überzeugt. Bevor eine Idee repetitiv werden konnte, hat schon die nächste angefangen, sodass keine Langeweile aufgekommen ist. Untermalt wird das Ganze natürlich wieder von Sapkowskis charakteristischem Schreibstil, der mir nach einer anfänglichen Eingewöhnungsphase inzwischen gut gefällt.