Juli 9

Die Grüne Weite von Florian Clever

Auf ihrer ersten Mission soll Fürstentochter Arite dem Khan eine dringende Botschaft überbringen, die ihn vor den Machenschaften von Todor Zweipfeil, einem verfeindeten Stammesführer, warnen soll. Doch ausgerechnet nahe Verbündete fallen ihr in den Rücken und bald befindet sie sich auf der Flucht und kann nicht mehr nachhause zurückkehren…

In diesem Buch wird ein Teil von Iatiara beleuchtet, den wir bisher nur am Rande mitbekommen haben: Die Welt der Rashtei, die in Stämme aufgeteilt in der Steppe leben und dem Khan unterstellt sind.

Protagonistin Arite ist keine gestandene Kriegerin, sondern aufgrund ihres Alters unerfahren und naiv. Ihr zur Seite gestellt wird Nasko, ein erfahrener Krieger mit einigen Jahren auf dem Buckel. Trotz ihrer Unterschiede geben sie ein gutes Team ab und ihre Sichtweisen ergänzen sich gut.

Auch die Story hat es in sich und bietet einige plötzliche Wendungen. Es ist häufig nicht klar, welche Charaktere ein doppeltes Spiel treiben und wer noch ein Ass im Ärmel hat, was es besonders spannend macht.

Alles in allem bietet der erste Band dieser neuen Reihe auch wieder spannende Kampfszenen und eine Handlung, mit der mensch bis zum überraschenden Ende mitfiebern kann.

März 26

Die Stadt der stillen Feuer von Florian Clever

Mit dem wohlverdienten Ruhestand schon vor Augen, muss sich Ratsherr Sajit einer neuen Gefahr für Mesrée stellen: Nicht nur ein Monsun und eine damit einhergehende Seuche bedrohen die Stadt, auch ein uralter Schattendämon hat sich eingeschlichen und versucht, Besitz von den Menschen zu ergreifen.

Neben Sajit kehren auch andere liebgewonnene Charaktere zurück: Furat, der frühere Hafenmeister, der Kommandant Udai und auch Sajits Frau Misha, die hier mal in einer ganz anderen Rolle auftrifft. Vor allem die Mischung aus sympathischen und unsympathischen Figuren, die alle realistische Motivationen zugeschrieben bekommen haben, hat mir wieder gefallen.

Auch der Protagonist selbst kann sich sehen lassen. Er hat schwierige Entscheidungen zu treffen und hadert mit ihnen. Sein Umgang mit der Extremsituation und seinen politischen wie tödlicheren Widersacher:innen ist nachvollziehbar und menschlich.

Wie im ersten Band ist auch der Schreibstil sehr angenehm zu lesen. Er ist locker und humorvoll, ohne dass sich das negativ auf die spannenden und traurigen Szenen auswirkt. Das führt dazu, dass auch dieses Buch wieder extrem schwierig aus der Hand zu legen war.

Auch wieder gut gelungen ist, dass sich die Gefahren anhäufen und Sajit mit allen gleichzeitig konfrontiert wird. Besonders, wie diese Ereignisse am Ende zusammengeführt werden, hat mir gut gefallen.

Januar 18

Piratengesindel: Untergang von Florian Clever

Im dritten und letzten Band der Piratengesindel-Saga muss sich Casim endlich seinem größten Widersacher, seinem eigenen Onkel, stellen. Doch ist der junge Kaufmannssohn dem intriganten Händler gewachsen?

Für das große Finale werden noch einmal alle Register gezogen: Epische Seeschlachten, hinterhältige Pläne und actionreiche Nahkämpfe. Es bleibt bis zum Schluss spannend, wie der Schicksalsgott Taront da seine Späße mit Casim und seiner Crew treibt.

Die liebgewonnenen Pirat:innen aus den ersten beiden Teilen sind natürlich auch wieder dabei und der Eine oder Andere zeigt noch eine ganz andere Seite an sich, im Guten wie im Schlechten.

Auch Casim selbst macht eine stolze Veränderung durch. Die Verwandlung vom Kaufmannssohn zum Piratenfürsten scheint abgeschlossen, aber so leicht lässt er sich nicht in eine Schublade stecken.

Alles in allem bietet der Abschlussband der Reihe wieder beste Unterhaltung und einige Überraschungen, die Casims Reise bis zum Ende turbulent und unvorhersehbar sein lassen.

November 23

Piratengesindel: Inferno von Florian Clever

Die Grauen Seelen scheinen keine Chance gegen die Scharen der Seehexe Bora Gon zu haben, als Casim eine weitere Vision erhält, die das Schicksal wenden könnte. Doch kann er dem Schicksalsgott Taront nach all den Rückschlägen noch trauen? Und werden die Grauen Seelen alles auf diese zweifelhafte Karte setzen?

Der zweite Band verschwendet keine Zeit und wirft einen direkt in die Action. Es ist keine Übertreibung, zu behaupten, dass er spannend von der ersten Seite ist. Dabei gibt es eine schöne Mischung aus Seeschlachten, Verfolgungsjagden durch die engen Gassen von Mesrée und heimlichen Aktionen bei Nacht und Nebel.

Wir lernen hier auch wieder alle möglichen interessanten Charaktere kennen, aber die liebgewonnenen Figuren aus dem ersten Band tauchen auch wieder auf. Vor allem Casims Entwicklung hat mich hier wieder beeindruckt, die Nebencharaktere können sich allerdings auch sehen lassen.

Vor allem das Ende hat es auch wieder in sich, weil eine überraschende Wendung die nächste jagt. Dabei kommt wie üblich der Humor nicht zu kurz, was einen aber nicht davon abhält, zu jedem Zeitpunkt mitzufiebern.

Der zweite Band übertrifft meiner Meinung nach sogar den ersten. Auf jeden Fall greift er alle Elemente auf, die diesen so gut gemacht haben und das Ende lässt mich den Abschlussband mit großer Vorfreude erwarten!

September 25

Piratengesindel: Aufbruch von Florian Clever

Kaufmannssohn Casims angenehmes Leben wird völlig auf den Kopf gestellt, als er aus seiner Heimat und damit aus seinem Leben des Müßiggangs fliehen muss. Schon bald muss er sich auf hoher See und an fremden Ufern mit Intrigen herumschlagen, die er sich vorher nicht hätte ausmalen können…

„Piratengesindel: Aufbruch“ erinnert mich im positivsten Sinne an die Abenteuergeschichten meiner Kindheit: Die raue See verspricht Gefahren in Form von Stürmen mit haushohen Wellen und PiratInnen, denen alle Mittel recht sind, aber auch Freiheit und große Schätze. Dieses Feeling wird hier perfekt eingefangen.

Dazu kommt, dass Casim ein sympathischer Protagonist ist. Obwohl am Anfang klar wird, dass er unreif ist und sich vor allen Anstrengungen drückt, kann mensch sich gut in ihn hineinversetzen und mit ihm mitfiebern. Gut gelungen ist auch das Tempo seiner Charakterentwicklung, weil es langsam genug ist, um glaubwürdig zu sein, aber schnell genug, um Fortschritte bemerkbar zu machen.

Gut gefallen haben mir auch die Kampfszenen. Weil Casim kein Krieger im traditionellen Sinne ist, geht es eher darum, um jeden Preis zu überleben und die Gegner mithilfe der Umgebung oder improvisierten Waffen zu überlisten, was besonders spannend ist.

Die Story selbst bleibt von Anfang bis Ende spannend und ist von vielen überraschenden Wendungen durchzogen. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf den nächsten Teil!

Mai 3

Eisige Kriege von Florian Clever

Dass Molovin nun in Borak gefangen ist, stellt sich bald als sein geringstes Problem heraus: Ein Eidbrecher, einer der fürchterlichen Magier Askeleons, streckt seine Klauen nach dem Weißen Kristall aus, mit dem er in der Lage wäre, den gesamten Norden einzunehmen.

Im zweiten Teil lernen wir auch den Protagonisten besser kennen. Fern von der Heimat wird er plötzlich mit anderen Gefahren konfrontiert, als er gewohnt ist, und durch seine Überlegungen kann mensch sich gut in ihn hineinversetzen.

Nur die Nebenfiguren aus dem ersten Teil geraten hier ein bisschen ins Hintertreffen und verlieren an Bedeutung. Dafür lernen wir aber auch andere Charaktere kennen, die die eisige Stimmung des Nordens aufzulockern wissen.

Besonders die große Schlacht auf dem See hat mir gefallen. Hier wird noch einmal aus dem Vollen geschöpft und beide Seiten werfen alles in die Waagschale, was ihnen zur Verfügung steht. Wie mensch es schon vom ersten Teil kennt, geht es in den Kämpfen nichts ums bloße Draufhauen, sondern auch um die Strategien dahinter.

Die Fortsetzung ist rundum stimmig und hat auch einige Überraschungen in petto. Begleitet wird das wie gewohnt von einem farbenfrohen und angenehmen Schreibstil, der das Buch wie im Flug vergehen lässt.

März 28

Eisige Fehde von Florian Clever

Im ersten Teil der Fantasy-Reihe „Der weiße Kristall“ muss sich der Söldner Molovin eine wichtige Frage stellen: Soll er seinen Befehlen folgen, wie es ihm seit Jahrzehnten antrainiert wurde, oder seinem Gewissen, das er so lange erfolgreich ignoriert hat?

Erneut werden wir nach Iatiara geführt, wo auch schon „Schwert & Meister“ spielte, dieses Mal konzentrieren wir uns allerdings auf den eiskalten Norden, in dem jedoch nicht nur die harsche Witterung zur Gefahr wird. Die lebensfeindlichen Bedingungen machen jede Reise zu einer Herausforderung und die Umgebung wird auch in den Kämpfen kreativ genutzt, was mir gut gefallen hat.

Die Charaktere fallen allesamt auf ein Spektrum von liebens- bis hassenswert. Es gibt keine Figur, die nicht ihre eigene Persönlichkeit mitbringt und es ist leicht, sich in sie hineinzuversetzen und mitzufiebern.

Auch gut beschrieben sind die Kämpfe. Die Geschichte wirft einen direkt in die Action und es gibt zwar ruhigere Momente, in denen mensch Land und Leute kennenlernt, spannend bleibt es aber durchgehend. Mit überraschenden Wendungen wird auch nicht gespart, sodass es kein Wunder ist, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Hier gibt es jedenfalls alles, was mensch von einem guten Fantasy-Schmöker erwarten kann: Epische Schlachten, eine magische Sage und eine ans Mittelalter angelehnte Welt, die mit interessanten Ländern, Völkern und Charakteren heraussticht.

Juli 14

Die Stadt der stillen Wasser von Florian Clever

Wer sich das Cover dieses Buches anschaut, wird direkt eine der Tatsachen entdecken, die es einzigartig machen: Das Setting, denn die Handlung findet in Mesrée statt, einer Stadt in der Wüste, die auf der einen Seite durch eine schreckliche Dürre und auf der anderen von einer Belagerung durch ein Nomadenvolk bedroht wird.

Als wäre das nicht genug, geht es auch noch in der Stadt selbst drunter und drüber, aber ich will hier nicht spoilern. Es soll nur gesagt sein, dass die Konfliktfelder, mit denen die Protagonisten konfrontiert werden, eine interessante Mischung abgeben und der Handlung Spannung verleihen.

Der Hauptcharakter ist einem von Anfang an sympathisch, weil er nicht gerade dem Bild eines typischen Fantasy-Helden entspricht und dadurch umso menschlicher wird, was auch für die anderen Persönlichkeiten gilt, die diese Stadt bevölkern.

Auch der Schreibstil kann sich sehen lassen. Die Handlung wird ohne „Durststrecken“, die man hätte kürzen können, vorangetrieben, lässt sich aber auch Zeit für zwischenmenschliche Momente und fantasievolle Beschreibungen von Mesrée, die die Charaktere und Stadt selbst lebendiger erscheinen lassen.

Die Mischung aus der Story um den heraufziehenden Krieg, den politischen Ränkespielen im Rat und den Auswirkungen der Dürre macht dieses Buch zu einem der erfrischendsten Fantasy-Romanen der letzten Zeit.