August 10

Der Herr der Klinge 1 von Florian Clever

Ein schwerverletzter Krieger wacht nach einer großen Schlacht ohne sein Gedächtnis auf. Er nimmt den Namen des sterbenden Wüstengenerals Roald an und schlägt sich wieder ins Leben zurück. Doch diese Schlacht wird nicht seine letzte sein, denn noch geben sich die Nomad:innen und die Armee von Ga-Thul beide nicht geschlagen.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: Der des Nomaden Roald und der des „Blutwesirs“ Thasar, seinem Feind. Dadurch bekommen wir Einblicke in beide Seiten des Krieges und erfahren auch Einiges über die Kulturen der Nomad:innen und der Phat von Ga-Thul und deren gemeinsame Geschichte.

Vor allem hat mir auch gefallen, wie dreidimensional beide Figuren geschrieben sind. Obwohl mensch automatisch eher mit dem Underdog Roald hält, ist Thasar auch nicht unsympathisch und seine Beweggründe sind immer sehr gut nachvollziehbar. Das sorgt dafür, dass mensch auch mitfiebert, wenn Thasar sich in Lebensgefahr befindet.

Wie von Florian Clever gewohnt gibt es natürlich auch wieder spannende Kampfszenen. Dadurch, dass Roald zu Beginn des Buches schwer verletzt ist, kann er sich nicht auf Stärke alleine verlassen, sondern muss sich auch mit einigen Tricks durchschlagen. Natürlich mischt auch Thasar in den Kämpfen mit und bringt durch seine Rolle als Wesir andere Blickwinkel auf die Kämpfe ein.

Der erste Teil bringt schon viele interessante Aspekte mit: Den Überlebenskampf in der gnadenlosen Wüste mit ihren tödlichen Stürmen, die Schlachten und Hinterhalte des Krieges und auch die mysteriöse Magie der „Schwestern der Sonne.“ Dadurch, durch das spannende Ende und weil ich die Schicksale der liebgewonnenen Figuren erfahren will, bin ich umso interessierter am zweiten Teil.

Juli 31

Bu Tian Ge – Die Ballade von den Himmelsstürmern 2 von Xia Da

Die so verschiedenen Zwillinge Ating und Quchen entwickeln sich immer weiter, doch während der Bruder auf der Insel Penglai in den Künsten der Magie unterrichtet wird, ist die Schwester Gefangene des düsteren Baili. Doch trotz der Entfernung können sie Kontakt zueinander aufnehmen…

Die Perspektive wechselt zwischen den Zwillingen hin und her, zwischen den düsteren Erlebnissen von Ating, die vom Hass auf den Mörder ihres Großvaters geprägt ist, und den lebhafteren, dadurch aber nicht weniger spannenden Reisen von Quchen, wobei auch mehr Aspekte von Magie einfließen.

Nicht nur die Handlung an sich konnte mich überzeugen, auch das Drumherum ist ansprechend gelungen. Um der Geschichte besser folgen zu können, gibt es schön gestaltete Register, die die Figuren, ihre Beziehungen zueinander und die Welt vorstellen. Außerdem gibt es immer wieder Fußnoten, die nötige Erklärungen kurz und bündig liefern.

Die Zeichnungen atemberaubend schön zu nennen, ist keine Übertreibung. Von den fein gezeichneten Figuren über die detaillierten Hintergründe bis zu den farbenfrohen Einsätzen von fantasievoll gestalteter Magie, ist hier alles stimmig und lädt dazu ein, die Seiten länger betrachten zu wollen.

Alles in allem ist auch der zweite Teil der Reihe sehr gut gelungen. Die Handlung nimmt Fahrt auf, wir lernen neue Figuren kennen und alte entwickeln sich zusehends weiter und auch die Kämpfe werden immer bombastischer. Ich kann den dritten Teil kaum abwarten!

Juni 8

TONKARI – Das Herz des Greifen von C. J. Knittel

Heermeister Meson zweifelt immer mehr an seiner Treue zu seinem König, als dieser trotz allem an seinem verlustreichen Krieg gegen das Volk der Tonkari festhält. Und als er nach einer Schlacht in die Gefangenschaft des Igelvolks gerät, muss er sich seinen Vorurteilen stellen.

Als Figur hat mir vor allem Meson gefallen, der sich im Verlauf der Geschichte stark verändert. Diese Veränderungen werden langsam und realistisch dargestellt, ohne dadurch langweilig zu werden, und er zeigt immer wieder, dass er eben auch nur ein Mensch mit Fehlern ist – wenn auch ein sympathischer.

Auch andere Figuren wie die Prinzessin Hellrike, die sich eigentlich wünscht, niemals den Thron zu besteigen, und der Tonkari-Krieger Diko-ta-Watu, der anfangs alle Menschen hasst und mit Meson aneinandergerät, sind lebendig und realistisch gestaltet.

Die Handlung der Geschichte um den ungerechten Krieg, den die Hauptfiguren so schnell wie möglich beenden wollen, hat mich auch schnell in den Bann gezogen. Gleich am Anfang werden einige Mysterien angedeutet, deren Auflösung ich interessant fand und es umso spannender gemacht hat.

Was mir auch gut gefallen hat, sind die zahlreichen informativen Anhänge, die die Geschichte der Welt und Schicksale der Charaktere ausführen. So bekommt mensch Einblicke, für die in der Handlung kein Platz geblieben wäre und die noch einmal zeigen, wie reich und interessant die Welt von Scari ist.

April 10

Die Rückkehr der Nekromanten von Lucian Caligo

Narin und Tarus fristen ihre traurige Existenz als unfreiwillige Nekromant:innen in den Sümpfen – bis Tarus eines Tages trotz Verboten versehentlich einen Magier wiederbelebt. Dieser hilft ihnen dank seines magischen Wissens nicht nur, düstere Geheimnisse ihrer Gesellschaft aufzudecken, sondern verfolgt auch ganz eigene Pläne…

Die drei genannten Charaktere wirken anfangs distanziert, wachsen einem jedoch schnell ans Herz. Ihre Schwächen sind sehr offensichtlich und menschlich, und gerade das macht sie sympathisch, auch wenn mensch sie manchmal einfach an den Schultern packen und gut durchschütteln möchte. Doch ich muss zugeben, dass die meisten in ihrer Situation wohl genau so handeln würden.

Auch die Handlung hat mich mit ihren verschiedenen Wendungen in den Bann gezogen. Durch die Wissensunterschiede zwischen den Figuren, die sich gegenseitig Einiges vorenthalten, wird auch der lesenden Person nach und nach erst enthüllt, was im Sumpf wirklich vor sich geht und obwohl die Geschichte ein logisches Ende findet, sind noch einige Punkte offen, die mich umso gespannter auf die Fortsetzung sein lassen.

Der Stil, in dem das Ganze geschrieben ist, hat mich überzeugt. Er ist zwar locker und humorvoll, trotzdem kommen auch die negativen Emotionen der Charaktere und die Spannung aufgrund der verzwickten Lage, in der sie sich befinden, gut herüber. Das hat auch dazu beigetragen, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Zuletzt sei noch das Worldbuilding erwähnt. Natürlich spielt auch der dortige Weltenwurzel-Baum eine Rolle, doch die wird in den Nachfolge-Bänden wahrscheinlich noch größer ausfallen. Die Rolle der Nekromant:innen in der Welt ist super interessant und wie auch schon im ersten Band sticht das Magiesystem, das über tätowierte Sigillen funktioniert, die auch gerne tödlich enden können, sehr positiv heraus – von den magischen Tricks des wiederbelebten Magiers ganz zu schweigen.

April 3

Kuariland von F.L. Rosenthal

Als der Knappe Miraciel den Auftrag bekommt, sich an einer Jagd im Auftrag der Kaiserin zu beteiligen, muss er feststellen, dass es sich bei den Gejagten um eine alte Frau und ein Kind handelt. Aber wer sind sie genau und warum sind sie auf der Flucht? Und soll er als angehender Ritter seinen Befehlen oder seinem Gewissen folgen?

Besonders interessant wird das dadurch, dass die Figuren ihre eigenen Ziele verfolgen und einander auch für diese Zwecke ausnutzen. Es bleibt unklar, wem Miraciel trauen kann und auf wen nach einer plötzlichen Enthüllung ein ganz neues Licht scheint. Das hindert einen beim Lesen allerdings nicht daran, sich in die zahlreichen Charaktere einzufühlen.

Die Handlung ist ebenfalls ungewöhnlich, da sich die Protagonist:innen die ganze Zeit auf der Flucht befinden und es ihnen, falls sie in Kämpfe geraten, eher ums Überleben geht. Mit Miraciel haben sie zwar einen kampferprobten Krieger an ihrer Seite, doch diese Kämpfe gingen bisher nie auf Leben und Tod. Jedoch wächst er nicht nur in dieser Hinsicht im Verlauf der Geschichte, sondern auch auf charakterlicher Ebene.

Auch das Worldbuilding hat mich überzeugt, denn die verschiedenen Reiche mit ihren Allianzen und Feindschaften erinnern an das mittelalterliche Europa und wirken deshalb realistisch. Aber auch die fantastischen Elemente, die eingeflochten worden sind, fügen sich ein und vor allem die titelgebenden Kuari mit ihren Gepflogenheiten und Sichtweisen sind interessant und einzigartig.

März 23

Die Legenden von Trappland Ends von Lucian Caligo

Ausnahmsweise nimmt Kopfgeldjäger Abraham James einen für ihn ungewöhnlichen Auftrag an: Er soll die legendäre Kopfgeldjägerin Serena finden – und zwar, um sicherzustellen, dass sie in Sicherheit ist! Doch das ungewohnte Ziel stellt sich schnell als die geringste Überraschung heraus, und bald stecken er und Begleiterin Bella Hals über Kopf im größten Abenteuer ihres Lebens.

Die Geschichte wird hierbei vom Protagonisten selbst erzählt, der es mit der Wahrheit nicht immer ganz genau nimmt und auch mal Sachen überspringt, die für ihn nicht wichtig oder unangenehm sind. Dank seiner lockeren Art sorgt das häufig für Belustigung, manchmal aber auch für Verwirrung, wenn er auf eine angeblich von der lesenden Person gemachte Äußerung eingeht.

Nicht nur er, sondern auch die anderen Figuren können durch ihre schräge Art überzeugen und wachsen einem schnell ans Herz. Aber wie es sich für den wilden Westen gehört, ist nie sicher, wer auf welcher Seite steht und wer noch ein Ass im Ärmel hat.

Die Story mit ihren Wendungen konnte mich auch überzeugen, denn die Suche nach der Verschollenen gestaltet sich als überaus abwechslungsreich, da nach und nach mehr von der Vergangenheit der Personen und Orte enthüllt wird. Dadurch, dass James und Bella nicht immer ehrlich zueinander sind, kommt noch eine weitere interessante Komponente hinzu.

Auch Trappland Ends ist schon ein Charakter für sich. Die umbarmherzig brennende Sonne, die Lebewesen innerhalb von wenigen Minuten bis zum Tod austrocknen kann, sorgt für besonderen Nervenkitzel und wird, was mich gefreut hat, auch im extrem spannenden Finale noch einmal wichtig.

Januar 30

Magie der Pfeile 2: Flin, der Waldläufer von Florian Clever

Inzwischen hat selbst der König in Galdin-Sor von den Plänen des Fürsten Gernot gehört und schickt die 10. Eiserne Legion in die abgelegene Region. Doch die Bedrohung durch den Dämonenfürsten Felan’fer wächst und es wird mehr als die Kampfstärke von den menschlichen Kriegern brauchen, um ihn und seinen ewigen Hunger zu bezwingen…

Flin, der titelgebende Waldläufer, ist zurück mit seinen waghalsigen Plänen und überrascht wieder mit seinen Einfällen. Aber die größten Veränderungen macht Triana, die vom Unglück verfolgte Händlerin, durch. Sie beweist wie schon im ersten Band, dass sie an ihren Herausforderungen wächst, was sie zu einem besonders interessanten Charakter macht. Doch auch andere Leute zeigen, dass noch die eine oder andere Überraschung in ihnen steckt.

Und Gelegenheiten, sich zu beweisen, haben die Figuren allemal, denn es geht richtig zur Sache. Besonders gefallen hat mir dabei, wie herüberkommt, dass unterschiedliche Gefahren von den menschlichen Soldaten des Fürsten und seinem dämonischen Verbündeten ausgehen, die die Protagonist:innen beide beachten müssen. Dadurch und durch die Komponente, dass die wahren Fähigkeiten von Felan’fer bis zum Ende verborgen bleiben, werden die Kämpfe besonders spannend.

Aber auch intern läuft nicht unbedingt alles rund. So sorgen auch die Machtkämpfe zwischen Kommandanten Esteban und Ordensmagierin Nuria für Spannung. Dazu kommt, dass Triana und Flin keine ausgebildeten Soldat:innen sind und deshalb auf ihre eigene Art und Weise zum Sieg beitragen müssen.

Im zweiten Band der Reihe zahlen sich alle Anspielungen und Vorbereitungen, die von den Charakteren beabsichtigt und unbeabsichtigt getroffen worden sind, aus und alles wird in der letzten, spannenden Schlacht in die Waagschale geworfen. Die Auflösung ist perfekt gelungen und das Ende wird dadurch bitter-süß.

November 17

Flin, der Unsichtbare von Florian Clever

Nachdem sein Vater von Doran, dem sogenannten „Henker“ von Fürst Gernot ermordet worden ist, schwört Flin Rache. Eigentlich wollen er und seine Bande nur Nadelstiche versetzen und sich genug zum Überleben zusammenklauen, doch als sie eines schicksalhaften Tages Gernots Pläne durchkreuzen, gelangen sie ins Kreuzfeuer.

Fangen wir mal bei besagter Bande an: Ob es um den charismatischen Flin, den finderischen Raynor, den starken Aarn oder den magiebegabten Jasha geht, jeder dieser Protagonisten ist einzigartig und wächst einem schnell ans Herz. Auch Triana und Marcos, die nur Handel treiben wollten und unabsichtlich in eine Verschwörung reingezogen wurden, sind sympathisch und Erstere zeigt nach und nach, was in ihr steckt.

Die verschiedenen Überfälle und Pläne der Bande haben für mich neben den Figuren das Herzstück des Buches ausgemacht. Sie haben es immer wieder geschafft, mich und ihre Feinde zu überraschen und sich dabei mit List und Tücke so gegen die Übermacht aus Soldaten zur Wehr gesetzt, dass es unterhaltsam, aber nicht unrealistisch ist.

Vor allem den Wechsel zwischen traurigen Szenen, spannender Action und humorvollen Passagen, die mir immer wieder ein Schmunzeln abverlangen, wurde hier gemeistert – unterhaltsam bis zur letzten Seite! Und dann noch eine Warnung: Keine der Figuren ist hier vor den Gefahren gefeit!

Das erste Hindernis mögen sie überstanden haben, doch wie es sich für eine Dilogie gehört, steht eine noch größere Gefahr am Horizont. Die entdeckte Verschwörung und der Epilog, in dem auf zukünftige Kämpfe verwiesen wird, machen mich gespannt auf das weitere Schicksal der liebgewonnenen Bande.

Oktober 24

Das Schwert des Lebens von B.C. Dornbusch

Draken vae Khellian wird von seiner geheimen Vergangenheit eingeholt, als Krieger:innen aus seiner alten Heimat Monoea Akrasia angreifen – und ausgerechnet ihn als Verhandlungspartner wollen. In dem Glauben, sein Todesurteil unterzeichnet zu haben, wenn er erkannt wird, macht er sich auf zu der inzwischen fremden Küste…

Ich muss zugeben, dass ich den zweiten Band der „Die Sieben Monde“-Reihe ohne den Kontext des ersten gelesen habe, und das war definitiv ein Fehler. Es gibt weder ein Glossar noch irgendeine verständliche Erklärung für die vielen Namen, vergangenen Ereignisse und Länder, mit denen mensch direkt überschüttet wird. Selbst, wenn mensch das erste Buch gelesen, aber nicht mehr jedes Ereignis perfekt parat hat, wird mensch hier Schwierigkeiten bekommen.

Dazu kommt, dass keiner der Charaktere sympathisch ist, wobei Draken noch am schlimmsten ist, was es unmöglich macht, wirklich mitzufiebern. Er findet fadenscheinige Ausreden dafür, warum er Sklav:innen haben muss, und obwohl er selbst gar keine Lust darauf hat, König zu sein, ist er absolut felsenfest davon überzeugt, dass eine harte Hand an der Spitze nötig ist. Alles in allem ein durch und durch autoritärer Charakter, aber er fügt sich zu gut in die üblichen Fantasy-Klischees ein, um eine satirische Kritik an Tyrannen wie ihm darzustellen.

Die Welt hingegen ist interessant. Völker wie die Mantiker:innen, Flüche und Mondlinge heben sich von den typischen Elf:innen und Zwerg:innen ab. Leider werden ihre Besonderheiten immer nur am Rand erwähnt, da sie wahrscheinlich im ersten Band genauer vorgestellt worden sind.

Gegen Ende hin wird es jedoch spannender. Das liegt zum Teil sicher daran, dass ich einen besseren Überblick über die Figuren und vor allem das in der Vergangenheit Geschehene bekommen habe, was die vielen Verwicklungen und Komplotte interessanter gemacht hat. Außerdem kommt es zu mehr Schlachten, die dadurch an Spannung gewinnen, dass Draken kein besonders guter Schwertkämpfer ist und außerdem unter alten Verletzungen leidet.

Oktober 21

Der weiße Kristall (Gesamtausgabe) von Florian Clever

In der Gesamtausgabe der Fantasy-Reihe „Der weiße Kristall“ muss sich der Söldner Molovin eine wichtige Frage stellen: Soll er seinen Befehlen folgen, wie es ihm seit Jahrzehnten antrainiert wurde, oder seinem Gewissen, das er so lange erfolgreich ignoriert hat? Doch bald stellt sich das als sein geringstes Problem heraus: Ein Eidbrecher, einer der fürchterlichen Magier Askeleons, streckt seine Klauen nach dem Weißen Kristall aus, mit dem er in der Lage wäre, den gesamten Norden einzunehmen.

Erneut werden wir nach Iatiara geführt, wo auch schon „Schwert & Meister“ spielte, dieses Mal konzentrieren wir uns allerdings auf den eiskalten Norden, in dem jedoch nicht nur die harsche Witterung zur Gefahr wird. Die lebensfeindlichen Bedingungen machen jede Reise zu einer Herausforderung und die Umgebung wird auch in den Kämpfen kreativ genutzt, was mir gut gefallen hat.

Die Charaktere fallen allesamt auf ein Spektrum von liebens- bis hassenswert. Es gibt keine Figur, die nicht ihre eigene Persönlichkeit mitbringt und es ist leicht, sich in sie hineinzuversetzen und mitzufiebern. Nur die Nebenfiguren aus dem ersten Teil geraten im zweiten ein bisschen ins Hintertreffen und verlieren an Bedeutung. Dafür lernen wir aber auch andere Charaktere kennen, die die eisige Stimmung des Nordens aufzulockern wissen und durch Molovins Überlegungen kann mensch sich auch gut in den Protagonisten hineinversetzen.

Auch gut beschrieben sind die Kämpfe. Die Geschichte wirft einen direkt in die Action und es gibt zwar ruhigere Momente, in denen mensch Land und Leute kennenlernt, spannend bleibt es aber durchgehend. Mit überraschenden Wendungen wird auch nicht gespart, sodass es kein Wunder ist, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Besonders die große Schlacht auf dem See hat mir gefallen. Hier wird noch einmal aus dem Vollen geschöpft und beide Seiten werfen alles in die Waagschale, was ihnen zur Verfügung steht. Wie mensch es schon vom ersten Teil kennt, geht es in den Kämpfen nichts ums bloße Draufhauen, sondern auch um die Strategien dahinter.

Hier gibt es jedenfalls alles, was mensch von einem guten Fantasy-Schmöker erwarten kann: Epische Schlachten, eine magische Sage und eine ans Mittelalter angelehnte Welt, die mit interessanten Ländern, Völkern und Charakteren heraussticht. Begleitet wird das wie gewohnt von einem farbenfrohen und angenehmen Schreibstil, der das Buch wie im Flug vergehen lässt.