August 1

Eiselfen – Raubzüge von Josefine Gottwald

Im bisher letzten Band der Eiselfen-Reihe müssen Auriel und Lúthien feststellen, dass ihre bisherigen Taten ungeahnte Konsequenzen nach sich gezogen haben und sich diesen stellen.

Besonders gelungen ist, wie ebendiese Konsequenzen Schritt für Schritt enthüllt werden und der Leser den Protagonisten dadurch ein kleines Stück voraus ist, was einen umso mehr mitfiebern lässt.

Wie immer wird auf den wenigen Seiten eine spannende Story geliefert, die zwar in sich abgeschlossen ist, aber auch viele Bezüge zu den anderen Bänden der Serie hat und überraschende Handlungsfäden wieder aufgreift.

Außerdem lernt man in diesem Teil ganz andere Seiten der Hauptcharaktere kennen. Lúthien, Auriel und sogar Támin werden einmal von einer anderen Seite beleuchtet, was ihnen weitere Tiefe verleiht.

Es wurde auch wieder eine gelungene Mischung aus politischen Intrigen, Kämpfen und den Emotionen der Charaktere getroffen, die diese Reihe besonders auszeichnet.

Juli 29

Eiselfen – Die dunkle Seherin von Josefine Gottwald

Im fünften Band der Saga müssen Auriel und Lúthien sich wieder ganz unterschiedlichen Problemen stellen, die allerdings beide die Sicherheit des Reiches bedrohen.

Dass die Hindernisse, denen sie sich in diesem Teil gegenüber sehen, sich aus der Vergangenheit des Landes unter Thírion und den Handlungen der vorherigen Bände ergeben, hat mir gut gefallen.

Wie immer geht es um einige Charaktere, die man bereits kennen und lieben gelernt hat, aber man erfährt zum Beispiel auch mehr über die titelgebende dunkle Seherin, Auriels Mutter, die eine sehr interessante Persönlichkeit darstellt.

Alles in allem kann ich auch diesen Band bedenkenlos an jemanden weiterempfehlen, der eine spannende Fantasy-Geschichte lesen will, in der es sowohl um die Geschäfte eines Königspaars, kriegerische Konflikte und die Beziehungen zwischen den Figuren geht.

Juli 26

Eiselfen – Hexenjagd von Josefine Gottwald

Im vierten Teil der Eiselfen-Reihe müssen sich Lúthien, Auriel und ihre Verbündeten einer ganz anderen Bedrohung stellen als bisher: Eine, die von innen kommt und sogar versucht, die beiden gegeneinander auszuspielen.

Durch diese nicht rein körperliche Gefahr, die nicht einfach mit Schwert und Schild zu bekämpfen ist, stehen die Protagonisten plötzlich vor neuen Problemen, die keine direkt ersichtliche Lösung haben. Genau deshalb bin ich der Meinung, dass dieser Band der bisher spannendste der Reihe ist.

Wie immer wird dabei großen Wert auf das Innenleben der Figuren gelegt, die sympathisch und glaubhaft herüberkommen und deren Schwächen man durch diesen Teil besonders kennenlernt.

Der angenehme Schreibstil hat sein Übriges dazu beigetragen, dass ich auch dieses Buch nicht so schnell aus der Hand legen konnte.

Juli 25

Eiselfen – Der Kodex von Josefine Gottwald

Der dritte Band der Eiselfen Saga setzt die Geschichte gekonnt fort und weist dabei die gewohnten Stärken auf: Ein angenehmer Schreibstil, schöne Zeichnungen und sympathische Protagonisten, die sich wieder persönlichen und lebensbedrohenden Gefahren stellen müssen.

Mir hat besonders gefallen, dass man Thíriel, die bisher eine eher mysteriöse und unnahbare Persönlichkeit gewesen ist, besser kennengelernt hat, samt ihrer Schwächen, die sie menschlicher erscheinen lassen.

Außerdem ist es gelungen, dass Auriel und Lúthien während des Großteils des Buches getrennt voneinander sind und sozusagen ihre eigenen Kämpfe zu kämpfen haben, auch wenn diese im Finale ineinander übergehen.

Außerdem bekommt man einen Ausblick auf die anderen Elfenvölker und ihre Herrscher, sowie mögliche Konfliktgebiete mit ihnen, die mich gespannt auf weitere Bände sein lassen.

Juli 23

Eiselfen – Thírions Erbe von Josefine Gottwald

Im zweiten Teil der Eiselfen-Saga muss ich das frischgebackene Paar Lúthien und Auriel einer neuen Gefahr stellen, während sie sich noch in ihren Rollen als König und Königin einfinden müssen.

Besonders schön sie die Parallelen, die man zwischen ihren Wünschen und den Arten ihrer „Gefangenschaft“ in ihren Rollen ziehen kann, was einem hilft, sich in die beiden Protagonisten hineinzufühlen und wodurch man im Verlauf des Buches ihre Charakterentwicklung besonders bemerkt.

Auch die Handlung trifft wieder eine gesunde Mischung aus spannenden Kämpfen, dieses Mal auf eine ganz andere – aber nicht minder gefährliche – Art, den Beziehungen zwischen den Charakteren und den politischen Überlegungen des Königspaars.

Der Schreibstil und die Zeichnungen sind gewohnt schön und überzeugend, und die Auflösung am Ende hat mir, ohne viel verraten zu wollen, auch sehr gut gefallen.

Juli 21

Eiselfen – Das Bündnis von Josefine Gottwald

Der erste Band der Saga fängt schon gleich spannend an: Mit der Entführung von Prinzessin Auriel, der Protagonistin, die anfangs noch sehr mysteriös wirkt, weil sie aus den Augen einer Anderen beschrieben wird, in die man sich aber sehr gut hineinversetzen kann, sobald man ein paar Seiten aus ihrer Perspektive gelesen hat.

Auch die anderen Charaktere halten einige Überraschungen bereit, denn sie stellen keine stumpfen Klischees dar, sondern haben nachvollziehbare Motivationen und sind oft mehr, als sie zu sein scheinen.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, und da es sich um einen Kurzroman handelt, gibt es hier keine komplett ausufernden Beschreibungen, die auch hätten gekürzt werden können, sodass man das Gefühl bekommt, die ganze Zeit über gut unterhalten zu werden.

Dass auch Illustrationen vorkommen, finde ich sehr schön, weil man dadurch ein gutes Gefühl dafür bekommt, wie sich die Autorin die Szenen vorgestellt hat. Allerdings hätte ich mir auch Bilder von anderen Charakteren gewünscht, zum Beispiel Támin.

Was mir besonders gefallen hat, ist die vielschichtige Mischung des Buchs: Einerseits erfährt man etwas über einen seit Generationen währenden Krieg, die taktischen Überlegungen dahinter und die actionreich beschriebenen Kämpfe, andererseits kommen auch das Innenleben der Figuren und ihre zwischen“menschlichen“ Beziehungen nicht zu kurz.

Juli 20

Annafried die Dämonenjägerin von Angelika Depta

„Annafried die Dämonenjägerin“ wartet mit einigen interessanten Konzepten auf: Ohne mehr als der Klappentext verraten zu wollen, kann ich zum Beispiel die Tatsache nennen, dass die titelgebende Protagonistin eine gefährliche Bestimmung hat, die sie erst an ihrem 20. Geburtstag in Angriff nehmen kann.

Die Idee eines Teams aus Dämonenjägern, die sich den Gefahren der Hölle entgegenstellen, spricht mich an und hat auch großes Potential, was nachfolgende Bände angeht.

Allerdings bin ich der Meinung, dass die Geschichte häufig sehr schnell voranschreitet. Zwar wird die Handlung dadurch nie verwirrend, es gibt aber einige Szenen, in denen ich mir mehr Hintergrundinformationen und Beschreibungen gewünscht hatte.

Vor allem fällt das bei den vielen Nebencharakteren auf, die interessante Ansätze zeigen, über deren Motivationen, Hintergründe und Persönlichkeiten man aber wenig erfährt – Allerdings werden viele von ihnen auch erst ab der Mitte des Buches eingeführt, sodass dafür nicht viel Zeit bleibt.

Die Handlung an sich ist spannend und vor allem das Ende bietet gute Anknüpfungspunkte für eine Fortsetzung, in der man die verschiedenen Charaktere hoffentlich besser kennenlernen und in der die Story ihr volles Potential entfalten kann.

Juli 14

Die Stadt der stillen Wasser von Florian Clever

Wer sich das Cover dieses Buches anschaut, wird direkt eine der Tatsachen entdecken, die es einzigartig machen: Das Setting, denn die Handlung findet in Mesrée statt, einer Stadt in der Wüste, die auf der einen Seite durch eine schreckliche Dürre und auf der anderen von einer Belagerung durch ein Nomadenvolk bedroht wird.

Als wäre das nicht genug, geht es auch noch in der Stadt selbst drunter und drüber, aber ich will hier nicht spoilern. Es soll nur gesagt sein, dass die Konfliktfelder, mit denen die Protagonisten konfrontiert werden, eine interessante Mischung abgeben und der Handlung Spannung verleihen.

Der Hauptcharakter ist einem von Anfang an sympathisch, weil er nicht gerade dem Bild eines typischen Fantasy-Helden entspricht und dadurch umso menschlicher wird, was auch für die anderen Persönlichkeiten gilt, die diese Stadt bevölkern.

Auch der Schreibstil kann sich sehen lassen. Die Handlung wird ohne „Durststrecken“, die man hätte kürzen können, vorangetrieben, lässt sich aber auch Zeit für zwischenmenschliche Momente und fantasievolle Beschreibungen von Mesrée, die die Charaktere und Stadt selbst lebendiger erscheinen lassen.

Die Mischung aus der Story um den heraufziehenden Krieg, den politischen Ränkespielen im Rat und den Auswirkungen der Dürre macht dieses Buch zu einem der erfrischendsten Fantasy-Romanen der letzten Zeit.

Juli 12

Drachendieb von Raphael Lang

Die Abenteuer des Panther-Chimär Narugar, der im Zirkus aufgewachsen ist, und der Fürstentochter Kaira, die ihrem goldenen Käfig entkommen möchte, haben mich vom ersten Kapitel an in den Bann gezogen.

Die beiden sind nicht die einzigen beiden sympathischen Charaktere, die man auf dieser Reise treffen wird, denn es gibt eine ganze Reihe von einzigartigen und interessanten Persönlichkeiten, aber sie stechen durch eine besondere Eigenschaft hervor: Im Verlauf der Geschichte machen sie eine turbulente Entwicklung durch, während sie lernen, sich in der Welt zurechtzufinden und erwachsener werden.

Dass sie keine „statischen“ Charaktere sind, sondern Fehler machen, daraus lernen und sich entwickeln, macht sie ungeheuer lebendig und hilft einem dabei, sich stärker mit ihnen zu identifizieren.

Eine Eigenschaft haben sie aber von Anfang an: Den Hang zu ausgeklügelten Plänen, die einen mit ihrer Kreativität immer wieder überraschen und für einige spannende Momente sorgen.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und humorvoll, was es leicht macht, sich auf diese Welt einzulassen und ihren besonderen Charme zu genießen.

Auch die Welt ist ein Highlight und wartet mit einigen interessanten Konzepten wie den Chimären und den Schicksalsbändern (mehr sei hier nicht verraten) auf, von deren Bedeutung man im nächsten Teil, auf den ich schon sehr gespannt bin, nach einigen Anspielungen wahrscheinlich mehr erfahren wird.

Juli 4

Die rogodanischen Schriften (Gesamtausgabe) von Tim Radde

Wie man am Titel vielleicht schon erkennen kann, handelt es sich bei den rogodanischen Schriften um eine High Fantasy Geschichte, deren vier Hauptbände hier zusammengefasst werden.

Zuerst einmal sei gesagt, dass jemand, der sich für dieses Genre interessiert, hier sicherlich seinen Spaß haben wird. Das bedeutet aber nicht, dass konsequent jedes Klischee des Genres listenartig abgearbeitet wird, denn gerne werden Erwartungen durcheinander geworfen und Fantasy-Schablonen ignoriert, vor allem, was die Entwicklung der Charaktere angeht.

Ohne zu spoilern kann ich verraten, dass vor allem die Protagonisten und ihre Beziehungen untereinander – Freundschaften spielen hier eine angenehm wichtige Rolle – tiefer gehen als in vielen Büchern des gleichen Genres.

Sympathisch sind die meisten Charaktere allemal, was aber nicht heißen soll, dass es keine interessanten Bösewichte gibt, die ebenfalls dreidimensional beschrieben werden.

Ansonsten hat diese Saga alles, was man von guter Fantasy erwartet: Eine mittelalterliche Welt samt korrupten Königen, magisch Begabten und Kriegen, die das Schicksal dieser Welt für immer verändern werden, Listen, Intrigen, Verrat und eine Gruppe von Helden, die menschlich sind und auch Fehler machen.

Wer diese Geschichte also von Anfang bis Ende verfolgen will, was ich empfehlen würde, weil die Charaktere mit jedem Buch weiterentwickelt werden und der Einsatz immer größer wird, dem sei geraten, sich die Gesamtausgabe zuzulegen.