August 20

Die dunkle Flamme von Drew Karpyshyn

Im zweiten Band der Trilogie flüchtet die Gruppe um Keegan, Scythe und Vaaler zu den Clans im Norden. Doch nicht nur die Knechte Daemrons sind ihnen auf den Fersen, sondern auch die gesamte Armee der Danaan…

Dieses Mal werden wir gleich in die Action geworfen und der langsame Einstieg des ersten Bandes wiederholt sich nicht. Dadurch, dass wir die Figuren bereits kennen, können ihre Charakterisierung und die Beziehungen untereinander besser ausgebaut werden, was hier einen wichtigen Aspekt darstellt.

Durch die vielfältigen Perspektiven bekommen wir viele verschiedene Sichtweisen auf das Geschehen, allerdings entfalten einige davon ihre Wirkungen erst spät oder gar nicht in diesem Buch. Die Geschichte um Inquisitorin Yasmin wird zum Beispiel an zwei Stellen erwähnt, dann aber schnell wieder fallengelassen.

Trotzdem bleibt die Handlung die ganze Zeit über spannend und es ist leicht, mit den ProtagonistInnen mitzufiebern. Positiv dazu trägt auch bei, dass die Prophezeiungen, die die mit der „Sicht“ gesegneten Charaktere erhalten, nicht eindeutig sind und schon auf interessante, spätere Begebenheiten hinweisen.

Der zweite Band bügelt die Fehler seines Vorgängers definitiv aus und bleibt von der ersten bis zur letzten Seite spannend, weil die Figuren hier gegen Daemrons Scharen, aber auch gegen ihre eigene Schwäche im Bezug auf die Artefakte und ihre Entscheidungen kämpfen müssen.

September 25

Die Brut des Feuers von Drew Karpyshyn

Mit der Aussage „Die Brut des Feuers ist ein spannender und actionreicher Auftakt eines wahren Fantasy-Epos“ kann man nicht falschliegen. Und genau darin liegen auch die Stärken und Schwächen dieses Buches.

Man verfolgt die Schicksale der vier Kinder des Chaos: Des Hexers Keegan, der Seherin Cassandra, der Kriegerin Scythe und des „Königs“ Vaaler. Da sie alle in der gleichen, schicksalsträchtigen Nacht geboren worden sind, werden diese vier Ereignisse aneinandergereiht, gefolgt von den Kindheiten der Protagonisten. Das sorgt dafür, dass der Anfang extrem langsam ist und man sich durch die zahlreichen Zeitsprünge das eine ums andere Mal fragt, wann denn die richtige Geschichte losgeht.

Wenn sie es dann aber tut, ist es schwierig, das Buch aus der Hand zu legen. Die Leben der Vier werden auf interessante und überraschende Weisen miteinander verknüpft, auch wenn man vor allem in der Mitte der Geschichte das Gefühl bekommt, dass Keegan und Cassandra die wahren Protagonisten sind, während Vaalers Handlungsstrang eher repetitiv wirkt und ich an einer bestimmten Stelle seine Taten so gar nicht mit seiner bisherigen Persönlichkeit in Einklang bringen konnte.

Die Handlung an sich ist spannend und beinhaltet zwar einige Fantasy-Klischees wie einen Auserwählten der Götter, magische Artefakte und einen Krieg gegen dämonische Wesen, wartet aber auch mit eigenen Ideen auf. Besonders interessant ist für mich die Wirkungsweise der Magie, denn die Beschwörung des Chaos, wie es hier genannt wird, erfordert auch immer eine Gegenreaktion.

Alles in allem erwartet einen Leser, der genug Langmut beweist, ein solider Fantasy-Roman mit interessanten Charakteren und genügend Handlungssträngen für eine ganze Trilogie.