September 5

WeltenFresser von Dan Dreyer

Der kriegerische Konflikt, der den gesamten Kontinent im Sturm erobert hat, nähert sich seinem Höhepunkt und reißt alle Figuren mit sich. Welche Entscheidung wird Magus Lysander treffen, der immer noch mit seinem Schicksal hadert?

Im Finale der „FlammenBringer“-Trilogie wirft Dan Dreyer noch einmal alles in die Waagschale, was er zu bieten hat: Epische, kapitelumspannende Schlachten, deren taktische Hintergründe und entfesselte Gewalt wir durch die Perspektiven der beiden Kontrahenten Nathaniel Lockwood und Keno Grimmfaust zu sehen bekommen; Charaktere, deren Einzelschicksale einem keine Ruhe lassen und eine interessante und durchdachte Welt, die diese Handlung tragen kann.

Besonders die Entwicklung, die Lysander innerhalb der drei Bände durchgemacht hat, wird hier zu einem realistischen Abschluss gebracht. Von seinen Anfängen als einfacher Student bis zu seinem Leben als erfahrener Magus wird seine Persönlichkeit lebensnah und teilnahmsvoll beschrieben und auch die GefährtInnen, die ihm zur Seite stehen, sind dreidimensional und handeln nachvollziehbar.

Wieder sticht hier auch die Abwechslung der Handlung hervor, die uns von politischen Diskussionen unter Ausschluss der Öffentlichkeit über Schiffe auf hoher See bis zu den Schlachtfeldern selbst führt. Das Setting „Fantasy 1800“ ist auch im dritten Band noch herrlich unverbraucht und Mischung aus echter Geschichte und Fantasy sorgt für einige Überraschungen.

Wie auch die beiden Vorgänger-Bände kann ich „WeltenFresser“ jedem ans Herz legen, der das Genre von einer anderen Seite betrachten will. Ich habe mich selten so gut unterhalten gefühlt und die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite genossen.

Februar 20

WuchtBewahrer von Dan Dreyer

Im zweiten Teil der FlammenBringer-Reihe lernt Lysander Hartherz mehr über seine Fähigkeiten als Magier, Nathaniel Lockwood muss sich einer ganz anderen Herausforderung stellen und Keno Grimmfaust seinen Ruf als der „Unbesiegbare“ verteidigen.

Dabei werden die Stärken des ersten Bands weiter ausgebaut: Gut strukturierte Schlachtenszenen, bei denen mensch Einblicke in die Strategien der Feldherren und die direkten Kampfhandlungen bekommt, ein einzigartiges Magiesystem, das nach und nach seine Geheimnisse enthüllt und drei sehr unterschiedliche Protagonisten, in die mensch sich leicht einfühlen kann.

Auch Figuren, die ich bisher als nicht allzu wichtig eingeschätzt hatte, tauchen wieder auf und beeinflussen die Handlung auf unvorhergesehene Art und Weise. Sowohl die Haupt- als auch die Nebencharaktere haben nachvollziehbare Motivationen und die Handlungsstränge kreuzen sich wieder auf glaubhafte Arten und Weisen.

Gut gelungen ist auch, dass Lysander trotz seiner unglaublichen Potentiale nicht unbesiegbar ist, sodass auch der Plot um ihn spannend bleibt und einige Überraschungen beinhaltet.

Es ist mir schwer gefallen, dieses Buch aus der Hand zu legen, weil ich bei allen drei Protagonisten wissen wollte, wie es weitergeht, auch wenn Nathaniel dieses Mal leider ein bisschen zu kurz gekommen ist. Der zweite Band ist definitiv eine würdige Fortsetzung des ersten und baut weiter aus, was dieser begonnen hat, sodass ich mich jetzt umso mehr auf den dritten freue.

August 11

SeelenSauger von Dan Dreyer

Schon durch den Hinweis „Fantasy 1800“ auf dem Cover wird klar, dass der SeelenSauger keineswegs mit einer hundertfach in ähnlicher Ausführung beschriebenen mittelalterlichen Fantasy-Welt daherkommt, sondern eine ganz andere Epoche als Setting wählt: Statt Schwerter und Hellebarden findet man hier eher Musketen und Kanonen, samt einer blutigen Revolution, die Länder sogar über die Grenzen des Kontinents hinweg in Aufruhr versetzt.

Mit dieser historischen Periode einher gehen epische Schlachten, die hier auch in aller Breite beschrieben werden. Während man diese typischerweise aus der Sicht eines Helden erlebt, der höchstens über seine eigenen Handlungen entscheiden kann, sieht man sie hier aus der Sicht von Offizieren, die einerseits selbst mitkämpfen, andererseits aber auch die Aufgabe haben, ihre Truppen durch taktisches Geschick zum Sieg zu führen, was den Kämpfen eine interessante, neue Dimension gibt.

Wie schon im Klappentext beschrieben werden die Geschehnisse aus der Sicht von vier verschiedenen Charakteren beschrieben, eben jenen beiden Offizieren, die allerdings auf unterschiedlichen Seiten stehen, eines Studenten der Magie, der Kriegsmagus werden will, und eines Schlachters, der die Chancen der Revolution gnadenlos zu nutzen weiß.

All diese Protagonisten haben einzigartige Persönlichkeiten, die sich im Laufe der Geschichte auch Veränderungen unterworfen sehen – Sowohl positiven, als auch negativen, was sie dreidimensionaler macht als viele ihrer Kollegen des gleichen Genres.

Insgesamt hat dieses Buch ein bisschen etwas von allem: Magie, Schlachten, die dazugehörigen strategischen Überlegungen, und auch kleinere Kämpfe, Politik, interessante Charaktere, die man entweder zu lieben oder zu hassen lernt und eine stark an unsere angelehnte Welt, die sich aber trotzdem durch kreative Einfälle davon abzuheben weiß.