Januar 4

Assassin’s Creed: Der Ming-Sturm von Yan Leisheng

Als Assassinin Shao Jun mit der Vorläuferschatulle nach China zurückkehrt, beginnen die den Templern nahestehenden Acht Tiger sofort, Jagd auf sie zu machen. Mit nur ihrem Mentor als Verbündeten muss sie gegen die mächtige Organisation ankämpfen und dabei die Geheimnisse der Schatulle bewahren.

Erst einmal hat es mich gefreut, dass ausgerechnet Shao Jun, von der wir bisher viel zu wenig gesehen haben, als Protagonistin ausgewählt wurde. Sowieso ist ihre Situation, in der die Bruderschaft ihres Landes schon zerschlagen wurde und sie versuchen muss, sie wiederaufzubauen, sehr interessant.

Der Autor wird außerdem dem chinesischen Setting gut gerecht, indem sich die Figuren auf chinesische Philosophie beziehen und die entsprechenden Kampfkünste ausüben. Vor allem hat mich beeindruckt, dass jeder Charakter einen eigenen Kampfstil mit einzigartigen Techniken hat, die sehr anschaulich beschrieben werden.

Anfangs hatte ich befürchtet, dass jetzt alle Acht Tiger stumpf nacheinander abgehandelt werden, aber die Handlung bietet Einiges an Abwechslung, was die Strategien, gestellten Fallen und auch Überraschungen über die Identitäten der Gegner angeht.

Insgesamt konnte ich mich allerdings nicht besonders gut in die Figuren hineinversetzen, was vermutlich daran liegt, dass sie sich in einer Ausnahmesituation befinden und kaum Atempausen bekommen. Die Ausnahme davon ist Shao Jun selbst, deren Gedanken und Entwicklung sehr nachvollziehbar dargestellt werden.