November 26

Sternenglut – Ein Raum voller Welten

In neun Kurzgeschichten, die alle im Bereich Science Fiction angesiedelt sind, werden Raumschiffe in Zeitblasen gefangen, Begegnungen mit außerirdischem Leben erlebt, das sich an ganz anderen Maßstäben misst als das menschliche oder menschliches Bewusstsein in eine digitale Form übertragen. Obwohl alle Storys im gleichen Genre spielen, unterscheiden sie sich stark voneinander.

Gerade diese Vielfalt der Geschichten hat für mich den Reiz der Anthologie ausgemacht. Und obwohl mich manche Themen vorher mehr oder weniger interessiert haben, kann ich nicht sagen, dass mich einer der Abschnitte gelangweilt hätte. Tatsächlich ist es in allen gut gelungen, einen in die Handlung einzuführen, die Figuren lebendig wirken zu lassen und mit der Kreativität zu überraschen.

Obwohl wir hier eine Reise durch die Schreibstile von neun verschiedenen Autor:innen machen, stört das den Lesefluss gar nicht. Alle sind flüssig geschrieben und angenehm zu lesen.

Auch das Setting bleibt nie gleich: Manchmal ist es eine Erde, die sich gar nicht so viel von der heutigen unterscheidet, mal ein Raumschiff in den Weiten des Alls oder ein ferner Planet mit menschenähnlichen Bewohner:innen. Dem Untertitel „Ein Raum voller Welten“ ist hier auf jeden Fall gerecht geworden.

Mehrfach aufgegriffene Themen wie künstliche Intelligenz, von Menschen oder menschenähnliche Lebewesen geschaffen oder sogar als eine Kopie des menschlichen Bewusstseins selbst entstanden, werden aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, sodass es trotz Überschneidungen, die teilweise vorkommen, nicht langweilig wird.

Juni 19

Drei Worte weiter von der Stuttgarter Gruppe

In „Drei Worte weiter“ sammeln sich über 40 Kurzgeschichten zu allen möglichen Themen. Was sie verbindet, ist, dass den vier Autorinnen eine gewisse Anzahl von Worten (meist drei) vorgesetzt worden ist, zu denen sie dann eine Geschichte abliefern mussten.

Genau das macht den Reiz dieser Anthologie aus. Es ist sehr interessant, zu lesen, wie die Autorinnen die Wörter interpretiert haben und dass manche Geschichten in eine sehr ähnliche Richtung gehen und andere gerade gar nicht.

Und obwohl vier Autorinnen an dem Buch beteiligt sind, ist es sehr angenehm und flüssig zu lesen. Ich könnte nicht sagen, dass mir einer der Schreibstile viel besser gefallen hätte oder ein anderer gar nicht, denn das Gesamtkonzept ist sehr stimmig.

Auch das Genre ist nicht durchgehend gleichbleibend. In einigen Geschichten ändert es sich als überraschende Pointe, andere bieten schon von Anfang an Abwechslung durch Science Fiction. Insgesamt dreht es sich in den meisten Storys allerdings um normale Menschen und deren alltägliche Begebenheiten.

Alles in allem werden hier unterhaltsame und kurzweilige Kurzgeschichten für Zwischendurch geboten. Da vergehen die ungefähr 250 Seiten wie im Flug.