August 1

Hinter den Winkeln von Fred Ink

Ich fange diese Review gleich mit dem an, was mich an diesem Buch am meisten beeindruckt hat: Die Protagonisten. Es gibt nämlich vier unterschiedliche Hauptcharaktere, die alle komplett voneinander verschiedene Handlungsstränge – Auch wenn sie, so viel sei verraten, gekonnt verknüpft werden – und Persönlichkeiten haben.

Trotzdem bekommt jeder der Protagonisten eine Chance, seine Stärken und Schwächen zu zeigen und eine perfekt abgerundete Handlung mit überraschenden Wendungen und einem klaren Spannungsbogen zu erleben.

An zweiter Stelle steht für mich das unterschwellige Gefühl der Bedrohung, dass sich durch das ganze Buch zieht, auch wenn einem die eigentliche Gefahr, in der sie schweben, lange vorenthalten wird, sodass sie schön langsam und genüsslich enthüllt werden kann.

Es ist klar zu erkennen, dass der Autor von Lovecraft inspiriert wurde, allerdings hat er nur die positiven Aspekte – Den den menschlichen Verstand übersteigenden Horror und das konstante Gefühl einer allumfassenden Bedrohung – übernommen und Rassismus, Sexismus und den drögen Schreibstil hinter sich gelassen.

Das Buch hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht: Einmal, weil die Charaktere trotz der vergleichsweise kurzen Seitenanzahl, die sie unter sich aufteilen musste, sehr sympathisch und menschlich beschrieben wurden und mir schnell ans Herz gewachsen sind, und auch, weil ich stellenweise wirklich eine Gänsehaut hatte, was mir auch bei Horrorromanen sehr selten passiert.

August 1

Eiselfen – Raubzüge von Josefine Gottwald

Im bisher letzten Band der Eiselfen-Reihe müssen Auriel und Lúthien feststellen, dass ihre bisherigen Taten ungeahnte Konsequenzen nach sich gezogen haben und sich diesen stellen.

Besonders gelungen ist, wie ebendiese Konsequenzen Schritt für Schritt enthüllt werden und der Leser den Protagonisten dadurch ein kleines Stück voraus ist, was einen umso mehr mitfiebern lässt.

Wie immer wird auf den wenigen Seiten eine spannende Story geliefert, die zwar in sich abgeschlossen ist, aber auch viele Bezüge zu den anderen Bänden der Serie hat und überraschende Handlungsfäden wieder aufgreift.

Außerdem lernt man in diesem Teil ganz andere Seiten der Hauptcharaktere kennen. Lúthien, Auriel und sogar Támin werden einmal von einer anderen Seite beleuchtet, was ihnen weitere Tiefe verleiht.

Es wurde auch wieder eine gelungene Mischung aus politischen Intrigen, Kämpfen und den Emotionen der Charaktere getroffen, die diese Reihe besonders auszeichnet.

Juli 29

Eiselfen – Die dunkle Seherin von Josefine Gottwald

Im fünften Band der Saga müssen Auriel und Lúthien sich wieder ganz unterschiedlichen Problemen stellen, die allerdings beide die Sicherheit des Reiches bedrohen.

Dass die Hindernisse, denen sie sich in diesem Teil gegenüber sehen, sich aus der Vergangenheit des Landes unter Thírion und den Handlungen der vorherigen Bände ergeben, hat mir gut gefallen.

Wie immer geht es um einige Charaktere, die man bereits kennen und lieben gelernt hat, aber man erfährt zum Beispiel auch mehr über die titelgebende dunkle Seherin, Auriels Mutter, die eine sehr interessante Persönlichkeit darstellt.

Alles in allem kann ich auch diesen Band bedenkenlos an jemanden weiterempfehlen, der eine spannende Fantasy-Geschichte lesen will, in der es sowohl um die Geschäfte eines Königspaars, kriegerische Konflikte und die Beziehungen zwischen den Figuren geht.

Juli 26

Eiselfen – Hexenjagd von Josefine Gottwald

Im vierten Teil der Eiselfen-Reihe müssen sich Lúthien, Auriel und ihre Verbündeten einer ganz anderen Bedrohung stellen als bisher: Eine, die von innen kommt und sogar versucht, die beiden gegeneinander auszuspielen.

Durch diese nicht rein körperliche Gefahr, die nicht einfach mit Schwert und Schild zu bekämpfen ist, stehen die Protagonisten plötzlich vor neuen Problemen, die keine direkt ersichtliche Lösung haben. Genau deshalb bin ich der Meinung, dass dieser Band der bisher spannendste der Reihe ist.

Wie immer wird dabei großen Wert auf das Innenleben der Figuren gelegt, die sympathisch und glaubhaft herüberkommen und deren Schwächen man durch diesen Teil besonders kennenlernt.

Der angenehme Schreibstil hat sein Übriges dazu beigetragen, dass ich auch dieses Buch nicht so schnell aus der Hand legen konnte.

Juli 25

Clockwork von Tom Dekker

Zuerst einmal sollte gesagt sein, dass es mir sehr leicht fiel, den Einstieg in das Buch zu finden, obwohl ich den ersten Band nicht gelesen habe. Es gab genug Anspielungen darauf, um sich die wichtigsten Handlungsstränge zusammenzureimen, ohne den Leser mit viel Exposition zu langweilen.

Man lernt zu Anfang gleich eine ganze Bande von Charakteren kennen, die alle durch ihre Eigenheiten hervorstechen und einen sympathischen Eindruck machen.

Sowieso ist diese Welt von allen möglichen schrägen Gestalten bevölkert, die häufig nicht sind, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen, was für einige Überraschungen sorgt.

Dazu passend sind die politischen Ränkespiele und Wendungen, die dem Buch eine Ebene geben, die mich ebenfalls positiv überrascht hat. Auch, dass viele der Charaktere über ihre Sicht auf diese Dinge diskutieren, hat mir gefallen.

Abgerundet wird das stimmige Gesamtkonzept durch die spannende und unvorhersehbare Handlung, in der magische und technische Elemente kunstvoll gemischt werden.

Juli 25

Eiselfen – Der Kodex von Josefine Gottwald

Der dritte Band der Eiselfen Saga setzt die Geschichte gekonnt fort und weist dabei die gewohnten Stärken auf: Ein angenehmer Schreibstil, schöne Zeichnungen und sympathische Protagonisten, die sich wieder persönlichen und lebensbedrohenden Gefahren stellen müssen.

Mir hat besonders gefallen, dass man Thíriel, die bisher eine eher mysteriöse und unnahbare Persönlichkeit gewesen ist, besser kennengelernt hat, samt ihrer Schwächen, die sie menschlicher erscheinen lassen.

Außerdem ist es gelungen, dass Auriel und Lúthien während des Großteils des Buches getrennt voneinander sind und sozusagen ihre eigenen Kämpfe zu kämpfen haben, auch wenn diese im Finale ineinander übergehen.

Außerdem bekommt man einen Ausblick auf die anderen Elfenvölker und ihre Herrscher, sowie mögliche Konfliktgebiete mit ihnen, die mich gespannt auf weitere Bände sein lassen.

Juli 23

Eiselfen – Thírions Erbe von Josefine Gottwald

Im zweiten Teil der Eiselfen-Saga muss ich das frischgebackene Paar Lúthien und Auriel einer neuen Gefahr stellen, während sie sich noch in ihren Rollen als König und Königin einfinden müssen.

Besonders schön sie die Parallelen, die man zwischen ihren Wünschen und den Arten ihrer „Gefangenschaft“ in ihren Rollen ziehen kann, was einem hilft, sich in die beiden Protagonisten hineinzufühlen und wodurch man im Verlauf des Buches ihre Charakterentwicklung besonders bemerkt.

Auch die Handlung trifft wieder eine gesunde Mischung aus spannenden Kämpfen, dieses Mal auf eine ganz andere – aber nicht minder gefährliche – Art, den Beziehungen zwischen den Charakteren und den politischen Überlegungen des Königspaars.

Der Schreibstil und die Zeichnungen sind gewohnt schön und überzeugend, und die Auflösung am Ende hat mir, ohne viel verraten zu wollen, auch sehr gut gefallen.

Juli 21

Eiselfen – Das Bündnis von Josefine Gottwald

Der erste Band der Saga fängt schon gleich spannend an: Mit der Entführung von Prinzessin Auriel, der Protagonistin, die anfangs noch sehr mysteriös wirkt, weil sie aus den Augen einer Anderen beschrieben wird, in die man sich aber sehr gut hineinversetzen kann, sobald man ein paar Seiten aus ihrer Perspektive gelesen hat.

Auch die anderen Charaktere halten einige Überraschungen bereit, denn sie stellen keine stumpfen Klischees dar, sondern haben nachvollziehbare Motivationen und sind oft mehr, als sie zu sein scheinen.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, und da es sich um einen Kurzroman handelt, gibt es hier keine komplett ausufernden Beschreibungen, die auch hätten gekürzt werden können, sodass man das Gefühl bekommt, die ganze Zeit über gut unterhalten zu werden.

Dass auch Illustrationen vorkommen, finde ich sehr schön, weil man dadurch ein gutes Gefühl dafür bekommt, wie sich die Autorin die Szenen vorgestellt hat. Allerdings hätte ich mir auch Bilder von anderen Charakteren gewünscht, zum Beispiel Támin.

Was mir besonders gefallen hat, ist die vielschichtige Mischung des Buchs: Einerseits erfährt man etwas über einen seit Generationen währenden Krieg, die taktischen Überlegungen dahinter und die actionreich beschriebenen Kämpfe, andererseits kommen auch das Innenleben der Figuren und ihre zwischen“menschlichen“ Beziehungen nicht zu kurz.

Juli 20

Annafried die Dämonenjägerin von Angelika Depta

„Annafried die Dämonenjägerin“ wartet mit einigen interessanten Konzepten auf: Ohne mehr als der Klappentext verraten zu wollen, kann ich zum Beispiel die Tatsache nennen, dass die titelgebende Protagonistin eine gefährliche Bestimmung hat, die sie erst an ihrem 20. Geburtstag in Angriff nehmen kann.

Die Idee eines Teams aus Dämonenjägern, die sich den Gefahren der Hölle entgegenstellen, spricht mich an und hat auch großes Potential, was nachfolgende Bände angeht.

Allerdings bin ich der Meinung, dass die Geschichte häufig sehr schnell voranschreitet. Zwar wird die Handlung dadurch nie verwirrend, es gibt aber einige Szenen, in denen ich mir mehr Hintergrundinformationen und Beschreibungen gewünscht hatte.

Vor allem fällt das bei den vielen Nebencharakteren auf, die interessante Ansätze zeigen, über deren Motivationen, Hintergründe und Persönlichkeiten man aber wenig erfährt – Allerdings werden viele von ihnen auch erst ab der Mitte des Buches eingeführt, sodass dafür nicht viel Zeit bleibt.

Die Handlung an sich ist spannend und vor allem das Ende bietet gute Anknüpfungspunkte für eine Fortsetzung, in der man die verschiedenen Charaktere hoffentlich besser kennenlernen und in der die Story ihr volles Potential entfalten kann.

Juli 19

Quirins UFO von Marco Fleghun

Quirins UFO ist eine kurzweilige Geschichte über Dinge, die viele (vor allem junge) Menschen beschäftigen: Freundschaft, die ersten beruflichen Pläne und das Coming Out.

Unter anderem weil er mit diesen Themen zu kämpfen hat, kann man sich in den Protagonisten gut hineinversetzen und mit ihm mitfiebern, was aber dazu führt, dass man nach dem Ende der Geschichte – Das sehr passend gewählt ist – wissen will, wie es mit ihm weitergeht.

Auch der lockere, humorvolle Schreibstil lässt die Lesezeit schneller herumgehen, als einem lieb ist.

Alles in allem ist dies eine perfekt abgerundete Kurzgeschichte, die ich jedem ans Herz legen würde.