Mai 16

Wolfszeit: Der zerbrochene Kreis von Bjela Schwenk

Kaya und ihre Verbündeten beschließen, in die Wälder der Elfen zu reisen, um diese vor der Gefahr durch Lord Eisens Armee zu warnen. Doch schon seit vielen Jahren hat es kein Mensch gewagt, einen Fuß in diese Gefilde zu setzen…

Die Handlung fügt sich nahtlos an die des ersten Bandes an, sodass wir gleich in die Action geworfen werden – Was aber nicht bedeutet, dass wir hier nicht weitere interessante Dinge über die fantasievolle Welt von „Wolfszeit“ erfahren!

Zum Beispiel wird das Magiesystem hier weiter ausgebaut, das sich von dem vieler anderer Fantasy-Bücher abhebt. Dazu kommen die Völker und ihre verschiedenen Sichtweisen auf die Mythologie dieser Welt.

Die fünf ProtagonistInnen, die verschiedener nicht sein könnten und sich gerade deshalb so gut ergänzen, sind natürlich wieder dabei. Dadurch, dass sie alle so einzigartig sind, ist es besonders spannend, ihre Interaktionen miteinander zu lesen und zu sehen, wie sich ihre Beziehungen entwickeln.

Der zweite Band nimmt alles, was mir am ersten gefallen hat, wieder auf und baut es weiter aus. Am Ende war ich richtiggehend traurig, diese Welt und ihre Charaktere zwischen den Buchdeckeln lassen zu müssen.

Mai 7

Biaoren – Die Klingen der Wächter – Band 5 von Xianzhe Xu

Während Pei Xianyang einen fast aussichtslosen Kampf zu führen scheint, schleichen sich auch Daoma und Shu in das Lager ihrer Feinde. Doch auch Ayuya denkt trotz ihrer Verletzungen nicht daran, aufzugeben.

Wie gewohnt ist die Story wieder actiongeladen und blutrünstig. Die dynamischen Zeichnungen lassen uns wieder tief in das Geschehen eintauchen und die Zeit, die wir mit dem Manhua verbringen, wie im Flug vergehen.

Und natürlich hält die Handlung auch wieder einige Überraschungen bereit und wir lernen Heyi Xuan, der seit einigen Bänden eine wichtige Rolle spielt, von einer anderen Seite kennen. Allerdings tauchen auch neue Figuren auf, die versprechen, frischen Wind in die Geschichte zu bringen – Nicht, dass sie es nötig hätte…

Es wird auch wieder deutlich, wie dreidimensional diese Charaktere sind. Ich will nicht „realistisch“ sagen, weil sie praktisch alle über übermenschliche Fähigkeiten verfügen, aber ihre Motivationen sind nachvollziehbar und ihre Reaktionen menschlich.

Alles in allem bietet dieser Band wieder ein super Erlebnis und bleibt von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Obwohl ich schon so viel Zeit mit dieser Reihe verbracht habe, freue ich mich auf die Fortsetzung und kann sie kaum abwarten.

Mai 6

Spider-Geddon 1 von Christos Gage und Aaron Kuder

Spider-Geddon verfolgt die Schicksale verschiedener NetzschwingerInnen, die alle ihre eigenen Kämpfe haben – Doch dann kehrt ein alter Feind zurück, der all ihre Welten bedroht.

Dadurch, dass dieser Comic aus fünf verschiedenen Sichtweisen erzählt wird, hatte ich ständig das Gefühl, von Szene zu Szene geworfen zu werden, ohne einen richtigen Einstieg zu finden.

Das ändert allerdings nicht daran, dass die eigentlichen Handlungsstränge allesamt interessant sind. Schade ist nur, dass jedem von ihnen verhältnismäßig wenige Seiten gewidmet werden.

Die verschiedenen NetzschwingerInnen wiederum haben es mir angetan. Es ist ein ganzer Spider-Man-Comic ohne den ursprünglichen Peter Parker, trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass er fehlt, denn dafür gibt es zahlreiche andere Figuren, die mir schnell ans Herz gewachsen sind.

Die individuellen Kämpfe, die sie austragen, sind allesamt spannend und auch so abwechslungsreich wie die verschiedenen Settings. Wenn der Einstieg einmal geschafft ist, erwartet einen hier eine lohnenswerte Geschichte.

Mai 6

Biaoren – Die Klingen der Wächter – Band 4 von Xianzhe Xu

Im vierten Band führt Ayuya ihren ganz persönlichen Rachefeldzug. Doch kann sie alleine gegen die vier Familienklane bestehen oder reitet sie in ihren sicheren Untergang?

Natürlich spielt der Kampf selbst eine wichtige Rolle. Erneut schafft es Xianzhe Xu, die Actionszenen bombastisch umzusetzen, lässt das Blut wieder in Strömen fließen und die Seiten wie im Flug vergehen.

Aber wir erfahren auch Überraschendes über die Vergangenheit von Daoma und Zhishilang, was noch einmal ein anderes Licht auf diese Figuren wirft und einen schönen Twist darstellt.

Auch Pei Xianyang zeigt hier eine neue Seite und im Bonuskapitel erleben wir auch ein prägendes Erlebnis aus seiner Kindheit. „Die Klingen der Wächter“ beweist immer wieder, dass hinter seinen Charakteren mehr steckt, als es den Anschein hat.

Wie immer wird hier die perfekte Mischung aus gnadenloser Action und Enthüllungen getroffen, sodass mensch das Gefühl bekommt, dass diese Reihe von Band zu Band besser wird.

Mai 5

The Witcher: Fluch der Krähen von Paul Tobin und Piotr Kowalski

Im dritten Band des Witcher-Comics bekommen Ciri und Geralt den Auftrag, eine Striege zu töten. Als dann jedoch Yennefer auftaucht und ihnen eine andere Mission anbietet, weichen sie von ihrem ursprünglichen Plan ab.

Zuallererst ist es schön, in Ciri und Yennefer zwei bekannte Gesichter zu sehen. Auch der Aufbau dieser Ausgabe erinnert an die Bücher, in denen häufiger Geschichten in Geschichten erzählt werden, wie es hier teilweise der Fall ist.

Allerdings ist das Tempo der Erzählung merkwürdig. Der Anfang zieht sich hin, es gibt zahlreiche Szenen, die leicht hätten gestrichen werden können, am Ende geht es mir aber viel zu schnell. Sowieso habe ich irgendwann das Gefühl bekommen, dass die erste Hälfte praktisch nur existiert, um die Charaktere alle paar Seiten in eine Badewanne zu stecken.

Das Ende hat es dann jedoch wieder in sich und wartet mit einer überraschenden Wendung auf. Auch die neuen Figuren, die hier auftreten, fügen sich gut in die Welt ein und wirken realistisch.

Auch der Zeichenstil hat mir mit seinen Details gut gefallen. Die Charaktere im Hintergrund und die Szenerien selbst sind ausgestaltet worden, was die Welt noch einmal um Einiges interessanter macht.

Mai 5

Biaoren – Die Klingen der Wächter – Band 3 von Xianzhe Xu

Im dritten Band findet die Konfrontation zwischen Daomas Gruppe und den vier Familienklans statt. Aber auch seine Verbündeten haben noch einige Überraschungen parat.

Hier steht vor allem die Action im Vordergrund, die mit dynamischen Zeichnungen perfekt in Szene gesetzt wird. Die Vergleiche mit einem Film sind keinesfalls übertrieben, denn die Choreographie der Kämpfe und die Art, wie der Künstler das Auge über die Seite leitet, sind verdammt gut gelungen.

Mich hat auch gefreut, dass wir hier eine andere Seite von Ayuya kennenlernen, die vorher eher eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Auch Yanziniang zeigt ein bisschen mehr von ihrer Persönlichkeit.

Am Ende bekommen wir auch noch einige Design-Skizzen von Daoma und Shu zu sehen, die einen kleinen Einblick in die Arbeit des Künstlers erlauben.

„Die Klingen der Wächter“ ist einfach eine Reihe, die nicht an Spannung verliert. Bisher hat mich jeder der Teile vollkommen überzeugt und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das in Zukunft ändert.

Mai 4

Life is Strange – Wellen von Emma Vieceli und Claudia Leonardi

Obwohl sie nun schon seit einiger Zeit in dieser neuen Realität lebt, fühlt sich Max immer noch nicht heimisch. Dann trifft sie jedoch auf einen mysteriösen Fremden, der ihre besondere Lage zu verstehen scheint.

Zuallererst habe ich mich darüber gefreut, dass wir hier mehr von Rachel sehen, die wir ja bisher nur in Before the Storm erleben durften. Sie ist ein interessanter Charakter und mir gefällt die Beziehung zwischen Chloe und ihr – Vor allem, weil sie Max vor eine ganz andere Herausforderung stellt.

Schön ist auch, dass die Mitglieder der Band „High Seas“, die mir schon im ersten Band ans Herz gewachsen sind, wieder auftauchen. Dazu kommt Tristan, der sich ebenfalls perfekt in den Figurenkanon einreiht und über den wir in den nächsten Comics hoffentlich mehr erfahren.

Die Handlung bleibt spannend, auch wenn sie am Anfang dieses Bandes eher auf das Innenleben der Figuren ausgerichtet ist, das nachvollziehbar und dreidimensional dargestellt wird. Gerade, weil die Charaktere auch mit alltäglichen Problemen zu kämpfen haben, kann mensch sich gut in sie hineinversetzen.

Auch der Zeichenstil überzeugt wieder. Die Designs der Charaktere heben sich ein bisschen von denen im Spiel ab, was auch Sinn ergibt, da sie hier einige Jahre älter sind. Doch sie sind ihrem Stil treu geblieben und wiedererkennbar.

Mai 4

Biaoren – Die Klingen der Wächter – Band 2 von Xianzhe Xu

Im zweiten Band der Reihe treffen Daoma und seine Reisegesellschaft auf einen mysteriösen Schwertkämpfer und seine Gefangene. Doch natürlich hören die Probleme da nicht auf, denn ihnen sind Verfolger auf den Fersen…

Die Handlung bleibt gewohnt spannend. Es gibt wieder eine Mischung aus absolut gnadenloser Action und Szenen, in denen mensch erfährt, welche Fäden im Hintergrund gezogen werden – Beide Handlungsstränge sind auf ihre eigene Art und Weise interessant.

Der Zeichenstil kann sich ebenfalls sehen lassen, denn die Zeichnungen reichen von detaillierten Rüstungen und Landschaften über ausdrucksstarke Gesichtszüge bis zu rasanten Actionszenen, denen dynamisch Ausdruck verliehen wird.

In diesem Band erfahren wir auch ein bisschen mehr über Zhishilang, der ein einzigartiger Zeitgenosse zu sein verspricht, außerdem lernen wir den mysteriösen Shu kennen. Ich freue mich auf jeden Fall darauf, mehr über sie zu erfahren, vor allem, weil sich diese Reihe bisher dadurch ausgezeichnet hat, dreidimensionale Figuren mit realistischen Motivationen einzuführen.

Außerdem lobend erwähnt sei das historische Setting, in das sich die Story perfekt integriert. Hintergrundfakten, die westliche LeserInnen nicht kennen, werden auch schnell per Fußnote erklärt, sodass es keinem Schwierigkeiten bereiten sollte, der Geschichte zu folgen und mensch dadurch sogar noch etwas Neues lernt.

Mai 3

Eisige Kriege von Florian Clever

Dass Molovin nun in Borak gefangen ist, stellt sich bald als sein geringstes Problem heraus: Ein Eidbrecher, einer der fürchterlichen Magier Askeleons, streckt seine Klauen nach dem Weißen Kristall aus, mit dem er in der Lage wäre, den gesamten Norden einzunehmen.

Im zweiten Teil lernen wir auch den Protagonisten besser kennen. Fern von der Heimat wird er plötzlich mit anderen Gefahren konfrontiert, als er gewohnt ist, und durch seine Überlegungen kann mensch sich gut in ihn hineinversetzen.

Nur die Nebenfiguren aus dem ersten Teil geraten hier ein bisschen ins Hintertreffen und verlieren an Bedeutung. Dafür lernen wir aber auch andere Charaktere kennen, die die eisige Stimmung des Nordens aufzulockern wissen.

Besonders die große Schlacht auf dem See hat mir gefallen. Hier wird noch einmal aus dem Vollen geschöpft und beide Seiten werfen alles in die Waagschale, was ihnen zur Verfügung steht. Wie mensch es schon vom ersten Teil kennt, geht es in den Kämpfen nichts ums bloße Draufhauen, sondern auch um die Strategien dahinter.

Die Fortsetzung ist rundum stimmig und hat auch einige Überraschungen in petto. Begleitet wird das wie gewohnt von einem farbenfrohen und angenehmen Schreibstil, der das Buch wie im Flug vergehen lässt.

Mai 2

Biaoren – Die Klingen der Wächter – Band 1 von Xianzhe Xu

Der Kopfgeldjäger Daoma durchstreift die Lande mit seinem kleinen Sohn und nimmt so gut wie jeden Auftrag an, um seine Schulden abzubezahlen. Doch nicht jeder davon ist so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint…

Schon der Einstieg in die Welt von „Biaoren – Die Klingen der Wächter“ ist rasant. Und dieser Anfang hält, was er verspricht, denn genau so wahnwitzig und actionreich geht es weiter, gekonnt durch die Zeichnungen in Szene gesetzt.

Der Protagonist ist auch eine Klasse für sich. Er ist geschwätzig, meist unberechenbar, aber immer verdammt cool. Obwohl er bei Weitem nicht immer auf der Seite von Gesetz oder Moral steht, kann mensch es nicht lassen, bei jedem seiner Kämpfe mitzufiebern.

Die Nebencharaktere können sich ebenfalls sehen lassen. Vor allem der Alte Mo und seine Tochter Ayuya sind interessante Persönlichkeiten, über die ich gerne mehr erfahren würde. Aber auch Figuren, die nur in diesem Band auftreten, sind dreidimensional und lassen sich nicht so leicht in Schubladen stecken.

Wenn das alles mich nicht überzeugt hätte, unbedingt weiterlesen zu wollen, hätte es spätestens der Cliffhanger am Ende getan. Nach diesem brillanten Auftakt freue ich mich schon auf den Rest der Reihe!