Januar 10

Die Mitternachtsbibliothek von Matt Haig

Als Nora Seed in ihrem Leben keinen Ausweg mehr sieht, beschließt sie, Selbstmord zu begehen. Stattdessen wacht sie in der sogenannten „Mitternachtsbibliothek“ auf, in der sie die Chance hat, zahlreiche Leben auszuprobieren, in denen ihr alternatives Ich andere Entscheidungen getroffen hat.

Diese Idee hat mich direkt gefesselt. Wahrscheinlich hat sich jede Person schon gefragt, wie sich ihr Leben entwickelt hätte, wenn sie nur diese eine Sache – egal ob groß oder klein – anders gemacht hätte. Matt Haig führt diesen Gedanken weiter und spielt damit, indem er zahlreiche Facetten von Noras Charakter aufgreift und daraus neue Leben für sie erfindet, die sich allesamt realistisch anfühlen.

Noras Verzweiflung ist von Anfang an gut nachzuvollziehen und ihre Reaktion auf die bizarre Situation ist es ebenfalls. Sie bleibt auch im Verlauf des Buches sehr sympathisch und die Veränderung ihrer Weltsicht wird realistisch, aber leider auch vorhersehbar beschrieben.

Sowieso wirken die Einsichten, die sie auf ihrer Reise hat, nicht unbedingt tiefgründig. Logisch ist wohl jeder Person klar, dass sich Leid nicht verhindern lässt, selbst wenn mensch die perfekten Entscheidungen trifft, hier wird es praktisch wie die Erkenntnis schlechthin dargestellt. Das hat mich allerdings nicht stark gestört, weil es trotz allem etwas Anderes ist, das zu wissen und es zu fühlen, wie Nora es hier eindrucksvoll tut.

Der Autor beweist auf jeden Fall, dass er seine Figuren gut kennt und es ist spannend, zu lesen, wie sie sich in den unterschiedlichen Leben verändert haben. Ihre grundlegenden Charakterzüge bleiben dabei gleich, aber es wird eindrücklich gezeigt, wie auch vermeintlich kleine Entscheidungen große Konsequenzen haben können.

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VeröffentlichtJanuar 10, 2022 von LilithCaedes in Kategorie "Uncategorized

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