Proxima-Solaris von C.J. Knittel
Auf dem Raumschiff Proxima-Solaris erwacht die Mannschaft aus einem jahrhundertelangen Kälteschlaf. Angetreten haben sie diese Reise aus unterschiedlichsten Motivationen, doch nun müssen sich alte Bekannte und neue Verbündete zusammenraufen, um sich den durch einen Krieg auf der Erde entstandenen Gefahren des Weltraums zu stellen.
Im Gegensatz zu vielen Büchern des Genres geht es hier nicht um opulente Raumschlachten oder Schießereien in den engen Korridoren eines Raumschiffes, auch wenn letztere durchaus vorkommen, sondern vor allem darum, die verworrene Situation in dem System, in dem das Schiff nach 200 Jahren ankommt, zu verstehen und ihr zu entkommen.
Besonders interessant finde ich auch die Perspektive auf Kryoschlaf, denn hier wird wirklich auf die Implikationen eingegangen, die es hat, mehrere hundert Jahre zu schlafen und in einer fremden Welt aufzuwachen. Die Figuren müssen damit klarkommen, dass alle, die sie einmal gekannt haben, längst tot sind und dass ihre letzte Nachricht von der Erde schon veraltet ist.
Die Charaktere werden aber nicht nur durch die Vergangenheit, mit der sie noch nicht haben abschließen können, interessant, sondern auch wegen ihrer Sichtweise auf sich und ihre Gegner:innen. Obwohl die Handlung viele Jahre in der Zukunft spielt, zeigt sie einige Parallelen zur heutigen Zeit, was Propaganda und Eskalation durch Nationalismus angeht.
Insgesamt bietet „Proxima-Solaris“ eine ungewöhnliche Sci-Fi-Geschichte, die den Fokus auf ihre Figuren legt und Dinge näher beleuchtet, die in anderen ihrer Art häufig unter den Tisch fallen.