Knochensuppe 1: Der Mörder aus der Zukunft von Kim Young-Tak
Als Lee Uhwan das Angebot bekommt, bei einer risikoreiche Zeitreise in die Vergangenheit ein Rezept für Knochensuppe zu finden, sagt er zu. Doch weder seine Mitreisenden, noch die Menschen in der Vergangenheit haben so bescheidene Motive, und bald ist er komplett verstrickt in gefährliche Geschehnisse und kriminelle Machenschaften…
Zuerst zum Protagonisten selbst, denn ich muss zugeben, dass er mir komplett unsympathisch ist. Zwar ist sein Verhalten oft durch seine Vergangenheit erklärbar, aber das macht es nicht besser, lesen zu müssen, wie er seine Mitmenschen behandelt. Doch trotzdem geht eine Faszination von ihm aus, aufgrund derer ich immer weiter lesen musste.
Auch zu den anderen, teils sympathischeren Charakteren habe ich immer eine Distanz bewahrt. Als störend empfunden habe ich das allerdings nicht unbedingt, weil es gut zum sachlichen und trockenen Schreibstil und auch zum Inhalt der Geschichte passt.
Und dieser Inhalt kann sich sehen lassen. Das Buch spielt in einer interessanten Welt, in der neben Zeitreisen auch andere technologische Wunder möglich gemacht worden sind. Dadurch wird das Mysterium, das um die Motive der verschiedenen Figuren aufgespannt wird, umso spannender und mensch wird ständig neu überrascht von den Rollen, die sie spielen.
Mich hat das Buch durch und durch überzeugt und ich kann es kaum abwarten, den nächsten Teil zu lesen – unter anderem, weil die Geschichte noch nicht abgeschlossen ist und sogar mit einem fiesen Cliffhanger endet. Die komplizierte und spannende Handlung nachzuvollziehen hat mir viel Spaß gemacht und ich freue mich auf ihre Auflösung.