Oktober 17

Tagebuch für später von Jörn Hühnerbein

„Tagebuch für später“ ist eine Sammlung von Kurzprosa, Geschichten, die häufig nur zwei bis drei Seiten lang sind und damit von Situationen erzählen können, die in längeren Büchern fehl am Platze wären. Von einer Meisterschaft in Briefmarkenlecken bis zu einem eigentlich ganz normalen Paar, das Menschen isst, ist alles dabei.

Obwohl oder weil das mehr als 200-seitige Buch viele Geschichten umfasst, sprüht es gerade so vor Kreativität. Das liegt auch daran, dass sich die Storys irgendwo zwischen Alltag und Phantastik ansiedeln.

Es fallen schon gewisse Schemata auf, die sich durch die komplette Sammlung ziehen: Menschen, die in ungewöhnlichen Situationen mit Tieren konfrontiert werden etwa. Doch die Geschichten gehen nie lange genug, um langweilig zu werden, sie enden immer an der perfekten Stelle.

Einige der Kapitel liest mensch einfach so weg, andere bezaubern mit ihrem tragischen Humor und ihrer Ironie. In vielen habe ich mich und mein Leben wiedergefunden, auch wenn sie oberflächlich gesehen weit von meiner Lebensrealität entfernt gewesen sind.

Wen würden Titel wie „Wüstenpost“, „Gebrauchte Träume“ oder „Stadt am Nichts“ nicht ansprechen? Diese kurzweilige Sammlung von Kurzprosa kann ich jeder Person ans Herz legen – auch und gerade wenn sie mit dem Genre wie ich bisher keine Erfahrungen gemacht hat.

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VeröffentlichtOktober 17, 2022 von LilithCaedes in Kategorie "Uncategorized

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