Ein Tausend Li: Der erste Schritt von Tao Wong
Eigentlich ist Wu Ying nur der Sohn eines einfachen Bauern, doch als er das Angebot bekommt, der Sekte des Sattgrünen Wassers beizutreten und ein wirklicher Kultivator zu werden, nimmt er es an und sein Leben ändert sich vollkommen. Doch da er weder ein Adeliger noch ein Genie ist, hat er es schwer dort.
Was mir direkt positiv aufgefallen ist, sind die Beschreibungen der Kultivation und der verschiedenen Kampftechniken. Es wird eine bildliche Sprache benutzt, sodass es auch für Laien auf dem Gebiet nachvollziehbar ist und mensch bekommt einen interessanten Einblick in die Welt der Chi-Kultivation.
Dass Wu Ying „nur“ ein gewöhnlicher Mann ist, ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits wirkt er dadurch sympathischer und wird nicht zu einem klischeehaft-starken Fantasy-Progatonisten, andererseits findet er sich meist zu schnell mit seinem Schicksal ab und nimmt die Schikanen der anderen Kultivator:innen und Ältesten demütig hin, statt sich gegen die Ungerechtigkeiten zu wehren.
Leider gibt es auch sonst keine Charaktere, in die mensch sich so richtig einfühlen kann. Die Nebenfiguren bleiben blass und mysteriös, auch wenn einige von ihnen interessante Ansätze zeigen und möglicherweise in den Nachfolgebänden weiter ausgebaut werden.
Im Gegensatz dazu glänzt das Buch mit seinen Kampfszenen, die actionreich und spannend beschrieben werden und dem perfekten Rhythmus folgen. Vor allem beim Wettkampf am Ende des Buches wird das Tempo richtig angezogen und es kommt gehörig Spannung auf.