Mai 6

Einfach alles teilen? von Hofkollektiv Wieserhoisl

Die Mitglieder des Hofkollektivs Wieserhoisl berichten von ihrem Leben auf einem österreichischen Bauernhof, auf dem sie möglichst selbstversorgt und hierarchiefrei leben wollen. Dabei geht es viel um ihren Umgang miteinander, aber auch um ihre politischen Vorstellungen und die Vermittlung praktischen Wissens über Gemüseanbau und die Finanzierung eines solchen Projekts.

Mir hat vor allem gefallen, wie viele Themen hier angeschnitten werden und dass sich viele Kollektivmitglieder am Schreibprozess beteiligt haben. Dadurch bekommt mensch eine Vorstellung davon, wie das Leben auf dem Hof aus verschiedenen Perspektiven aussieht und dass die Menschen dort auch unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt haben.

Vor allem auch die Informationen darüber, welche Finanzierungsmethoden es gibt und wie große Bauarbeiten mithilfe des Bausyndikats umgesetzt werden, lassen den Traum vom eigenen Kollektiv plötzlich so nah erscheinen. Das Buch eignet sich einerseits dazu, einen Überblick darüber zu bekommen, wie sich das Leben auf dem Hof gestaltet, und andererseits, wie es selbst zu erreichen wäre.

Auch die Gestaltung des Buches hat mich direkt angesprochen. Das schön gezeichnete Cover und die interessante Farbwahl, die sich durch das gesamte Buch zieht, haben mir gut gefallen und auch die hochwertigen Farbfotos sind mir positiv aufgefallen.

Ein paar Fragen sind für mich aber trotz der Vielfalt der Kapitel noch nicht geklärt: Welcher Lohnarbeit gehen die Menschen nach und wie haben sie sie gewählt? Inwiefern können die Kinder mitbestimmen? Und wie ist die Entscheidung gefällt worden, trotz ansonsten weitgehend hierarchiefreien Leben nichtmenschliche Tiere zu „halten“?

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VeröffentlichtMai 6, 2022 von LilithCaedes in Kategorie "Uncategorized

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