Der Schwalbenturm von Andrzej Sapkowski
Im vierten Band der Hauptreihe um den Hexer Geralt kommt dieser natürlich auch wieder vor, es geht allerdings eher um Ciri, die sich von der Räuberbande der „Ratten“ löst und zum Schwalbenturm reisen will, um sich ihrem Schicksal zu stellen.
Besonders gelungen dargestellt wird hier Ciris Entwicklung. Durch ihre Zeit bei den Ratten und vor allem deren Ende hat sie einige interessante Entwicklungen durchgemacht, die sie von der optimistischen Hexerin aus Kaer Morhen zu einer vom Leben desillusionierten Kämpferin gemacht haben. Ihre Persönlichkeit mit allen Stärken und Schwächen wird realistisch beschrieben und man kann sich leicht in sie hineinversetzen.
Auch die Reise, die sie hinter sich bringt, ist spannend und lässt einen mitfiebern. Das gilt allerdings nur bedingt für die Geschehnisse, die den anderen Protagonist*innen widerfahren. Zwar ist auch die Geschichte um Geralt und seine Reisegruppe interessant, aber man bekommt das Gefühl, dass sie häufig einfach nur planlos umherwandern, und in der späteren Hälfte des Buches kommt sie gar nicht mehr vor.
Es gibt insgesamt viele Charaktere, die nur am Rande erwähnt werden. Bei Nebenfiguren, die nur in wenigen Szenen auftauchen und für die beschrieben wird, wie sie zum Beispiel Ciri wahrnehmen, hat das seinen Charme, allerdings hätte ich mir mehr von Yennefer und Triss erhofft, die beide eher mysteriöse Charaktere bleiben als welche, die man richtig kennenlernt.
Lässt man die Handlung Revue passieren, stellt man fest, dass die Protagonist*innen insgesamt nur wenig von der Stelle gekommen sind, das tut der Spannung beim Lesen jedoch keinen Abbruch. Alleine, um herauszufinden, wie es mit Ciri weitergeht und wie sich ihre Persönlichkeit verändert, lohnt es sich, dieses Buch zu lesen.