TREU von Sven Hornscheidt
Eigentlich scheint das größte Problem in Moritz‘ Leben seine unerwiderten Gefühle für seinen besten Freund Lukas zu sein, doch bald ist er Hals über Kopf in ungeklärte Geschehnisse der Vergangenheit verwickelt, die ihn in ungeahnte Gefahr bringen.
Was als Coming of Age-Roman anfängt, überrascht schnell mit dem Wechsel zwischen Passagen in der Vergangenheit, durch die langsam immer mehr von den Hintergründen enthüllt wird, und den Nachforschungen in der Gegenwart, die sich erst im Finale bündeln und den Leser so bis zur letzten Seite fesseln. Mehr kann ich dazu an dieser Stelle nicht schreiben, ohne einen Teil der Spannung kaputtzumachen.
Besonders überzeugt haben mich die Charaktere, die realistisch beschrieben werden, was ihre Ängste und Sorgen, aber auch ihre Beziehungen untereinander angeht. Das gilt einerseits für ihre Handlungen, allerdings auch für die Dialoge. Jeder von ihnen hat eigene Stärken und Schwächen, wodurch es einem leichter fällt, sie ins Herz zu schließen. Dafür sorgt auch der lockere und angenehme Schreibstil.
Allerdings gibt es einige Punkte, die meiner Meinung nach nicht ganz zufriedenstellend aufgeklärt wurden. Das ändert allerdings nichts an der Nachvollziehbarkeit der Handlung und des Finales – Es sind nur ein paar kleine Details, die lose Enden darstellen.
Insgesamt hat mich das Buch und wie es verschiedene Genres miteinander verwebt, positiv überrascht. Der Wechsel zwischen dem Alltag eines Jugendlichen und den Mystery-Elementen ist gut gelungen und keine der beiden Ebenen hat sich in diesem Konstrukt unpassend angefühlt.