August 5

Avros: Das Amulett und der Frieden von Derek Adler

In den wenigen Seiten dieser Kurzgeschichte wird ein Thema, das in so gut wie jedem Fantasyroman vorkommt – Der Krieg, meist aus Sicht von Soldaten – aufgegriffen und auf den Kopf gestellt.

Mehr von der Handlung zu verraten, würde schon zu viel vorwegnehmen, aber dank eines ungewöhnlichen Protagonisten, der sich nicht einfach in die Schublade der üblichen Fantasy-Helden einsortieren lässt und einer Geschichte, die Klischees zurückweist und eine in dem Genre eigentlich allgemein akzeptiere Sichtweise auf den Krieg hinterfragt, bleibt diese Kurzgeschichte lange im Gedächtnis.

Dazu kommt einerseits, dass man sich leicht in den Protagonisten hineinversetzen und mit ihm mitfühlen kann, und dass Andeutungen auf eine größere Welt gemacht werden, die mehr zu bieten hat als in 26 Seiten dargestellt werden kann, sodass man sich am Ende wünscht, gleich die hoffentlich bald erscheinende Fortsetzung lesen zu können.

August 1

Hinter den Winkeln von Fred Ink

Ich fange diese Review gleich mit dem an, was mich an diesem Buch am meisten beeindruckt hat: Die Protagonisten. Es gibt nämlich vier unterschiedliche Hauptcharaktere, die alle komplett voneinander verschiedene Handlungsstränge – Auch wenn sie, so viel sei verraten, gekonnt verknüpft werden – und Persönlichkeiten haben.

Trotzdem bekommt jeder der Protagonisten eine Chance, seine Stärken und Schwächen zu zeigen und eine perfekt abgerundete Handlung mit überraschenden Wendungen und einem klaren Spannungsbogen zu erleben.

An zweiter Stelle steht für mich das unterschwellige Gefühl der Bedrohung, dass sich durch das ganze Buch zieht, auch wenn einem die eigentliche Gefahr, in der sie schweben, lange vorenthalten wird, sodass sie schön langsam und genüsslich enthüllt werden kann.

Es ist klar zu erkennen, dass der Autor von Lovecraft inspiriert wurde, allerdings hat er nur die positiven Aspekte – Den den menschlichen Verstand übersteigenden Horror und das konstante Gefühl einer allumfassenden Bedrohung – übernommen und Rassismus, Sexismus und den drögen Schreibstil hinter sich gelassen.

Das Buch hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht: Einmal, weil die Charaktere trotz der vergleichsweise kurzen Seitenanzahl, die sie unter sich aufteilen musste, sehr sympathisch und menschlich beschrieben wurden und mir schnell ans Herz gewachsen sind, und auch, weil ich stellenweise wirklich eine Gänsehaut hatte, was mir auch bei Horrorromanen sehr selten passiert.

August 1

Eiselfen – Raubzüge von Josefine Gottwald

Im bisher letzten Band der Eiselfen-Reihe müssen Auriel und Lúthien feststellen, dass ihre bisherigen Taten ungeahnte Konsequenzen nach sich gezogen haben und sich diesen stellen.

Besonders gelungen ist, wie ebendiese Konsequenzen Schritt für Schritt enthüllt werden und der Leser den Protagonisten dadurch ein kleines Stück voraus ist, was einen umso mehr mitfiebern lässt.

Wie immer wird auf den wenigen Seiten eine spannende Story geliefert, die zwar in sich abgeschlossen ist, aber auch viele Bezüge zu den anderen Bänden der Serie hat und überraschende Handlungsfäden wieder aufgreift.

Außerdem lernt man in diesem Teil ganz andere Seiten der Hauptcharaktere kennen. Lúthien, Auriel und sogar Támin werden einmal von einer anderen Seite beleuchtet, was ihnen weitere Tiefe verleiht.

Es wurde auch wieder eine gelungene Mischung aus politischen Intrigen, Kämpfen und den Emotionen der Charaktere getroffen, die diese Reihe besonders auszeichnet.