Der Segen des Exils von Tim Radde
„Der Segen des Exils“ ist ein Fantasyroman, der vor allem durch zwei Aspekte besticht: Sein ausführliches und kreatives Worldbuilding und seine Charaktere, allen voran der einzigartige Protagonist Nandovain.
Dieser macht im Verlauf des Buches eine interessante Entwicklung durch, denn an den zahlreichen Herausforderungen, die er überwinden muss, wird er zu wachsen gezwungen.
Auch seine Vorstellungen und Ziele unterscheiden sich von denen gewöhnlicher Fantasy-Helden, dazu kommt, dass er im Gegensatz zu ihnen nicht gerade der beste Kämpfer ist, was ihn nur sympathischer macht.
Nicht nur Nandovain selbst wächst einem dadurch ans Herz, auch die bunten Persönlichkeiten, aus denen sich seine nach und nach wachsende Gruppe zusammensetzt und die für Abwechslung und auch dem Protagonisten entgegengerichtete Meinungen sorgen.
Jetzt zum zweiten Punkt: Gleich am Anfang des Buches wird man mit einem Anhang konfrontiert, in dem einige wichtige Begriffe erklärt werden, was sich als dringend nötig herausstellt, weil die Jorna zum Beispiel andere Worte für die Zeiteinteilung benutzen, an die man sich erst einmal gewöhnen muss.
Dazu kommt, dass am Anfang jedes Kapitels ein Ausschnitt aus einem „Sachbuch“ präsentiert wird, in dem man Informationen zu der Welt, ihren Völkern und deren Gewohnheiten erfährt, die interessante Hintergründe aufdecken, ohne den Fluss der Handlung unterbrechen.
Alles in allem spielt das Buch in einer komplett durchdachten Welt, die durch ihre verschiedenen Bewohner lebendig und bunt wirkt und damit der perfekte Schauplatz für die Handlung einer ganzen Saga ist.