Hinter den Winkeln von Fred Ink
Ich fange diese Review gleich mit dem an, was mich an diesem Buch am meisten beeindruckt hat: Die Protagonisten. Es gibt nämlich vier unterschiedliche Hauptcharaktere, die alle komplett voneinander verschiedene Handlungsstränge – Auch wenn sie, so viel sei verraten, gekonnt verknüpft werden – und Persönlichkeiten haben.
Trotzdem bekommt jeder der Protagonisten eine Chance, seine Stärken und Schwächen zu zeigen und eine perfekt abgerundete Handlung mit überraschenden Wendungen und einem klaren Spannungsbogen zu erleben.
An zweiter Stelle steht für mich das unterschwellige Gefühl der Bedrohung, dass sich durch das ganze Buch zieht, auch wenn einem die eigentliche Gefahr, in der sie schweben, lange vorenthalten wird, sodass sie schön langsam und genüsslich enthüllt werden kann.
Es ist klar zu erkennen, dass der Autor von Lovecraft inspiriert wurde, allerdings hat er nur die positiven Aspekte – Den den menschlichen Verstand übersteigenden Horror und das konstante Gefühl einer allumfassenden Bedrohung – übernommen und Rassismus, Sexismus und den drögen Schreibstil hinter sich gelassen.
Das Buch hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht: Einmal, weil die Charaktere trotz der vergleichsweise kurzen Seitenanzahl, die sie unter sich aufteilen musste, sehr sympathisch und menschlich beschrieben wurden und mir schnell ans Herz gewachsen sind, und auch, weil ich stellenweise wirklich eine Gänsehaut hatte, was mir auch bei Horrorromanen sehr selten passiert.