Metro 2033 von Dmitry Glukhovsky
Was einen nicht nur in diesem Band, sondern in der ganzen Metro-Serie sofort in den Bann zieht, ist das Setting: Nach einem Atomkrieg hat es ein kleiner Teil der Bevölkerung von Moskau geschafft, sich in die Eisenbahntunnel zurückzuziehen, wo sie ein hartes Leben führen, das einerseits von den Kreaturen, die in der Dunkelheit der Tunnel hausen, andererseits von den Kriegen der Stationen und Verbände untereinander, bedroht wird.
Das führt zu einer beengenden und bedrohlichen Atmosphäre, in der Protagonist und Leser ständig mit dem Unerwarteten rechnen müssen – Jedenfalls, was die genaue Art der Bedrohung nun angeht.
Obwohl die Charaktere allesamt ziemlich blass sind, beginnt man irgendwann, mitzufiebern und zu hoffen, dass Artjom es schafft, seine Heimatstation vor den „Schwarzen“ zu retten, humanoid anmutende und telepathisch begabte Monster, die keinen ungünstigeren Namen hätten haben können – Ich weiß allerdings nicht, wie sie im Original betitelt wurden.
Insgesamt hat die Story allerdings nur eine einzige, überraschende Wendung aufzubieten, die ganz am Ende enthüllt wird und somit zu spät kommt, um etwas an der Handlung selbst zu ändern.
Sobald man das Buch allerdings aus der Hand legt, fällt einem auf, was man da eigentlich gelesen hat: Eine 800 Seiten starke Geschichte, in der nicht viel mehr passiert, als dass der Protagonist ständig von Gruppen mit unterschiedlichen Ideologien entführt wird oder sich diesen auf seiner Reise anschließen muss, was praktisch dazu führt, dass er die ganze Zeit über eben jene Ideologien belehrt wird und man als Leser irgendwann das Gefühl bekommt, dass der Autor gar kein unterhaltsames Buch schreiben, sondern seine Sicht auf verschiedene Weltanschauungen darlegen wollte.
Das endet darin, dass der tatsächliche Handlungsablauf – Artjom wird entführt, die Entführer erklären ihm ihre Sicht, er entkommt (oder noch oder noch besser: Er wird von jemandem gerettet, der ihm natürlich wiederum seine Weltsicht erklärt) – extrem repetitiv wirkt und die Spannung erheblich nachlässt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Geschichte zwar unterhält, solange man sie gerade liest, am Ende aber das Gefühl hinterlässt, dass Glukhovsky einfach nur seine Meinung auf eine ziemlich langatmige Art und Weise loswerden wollte.