Federträger von Yves Holland
Dass „Federträger“ einen ganz besonderen Protagonisten hat, spürt man schon im ersten Kapitel: Statt im Schwertkampf zu brillieren spielt der junge Fandor lieber die Flöte und gibt sich Tagträumen hin – Bis er eine Vision erhält, in der von einer Reise die Rede ist, die er auf sich nehmen muss, um sein Volk zu finden und zu retten.
Diese weist einige Merkmale von typischen Abenteuern eines Fantasy-Helden auf: Es gibt einen bösen Herrscher, den es zu stürzen gilt, belagerte Städte und Schlachten gegen die Schwarzen Reiter, aber überraschenderweise kommen auch Kunst und Wissenschaft nicht zu kurz, wenn die Protagonisten zum Beispiel Kräuter sammeln, Reiseberichte schreiben, die Bibliothek durchforsten oder, wie eben beschrieben, Flöte spielen.
Insgesamt sind alle Charaktere aus der Gruppe sympathisch und einzigartig und als Leser fällt es einem leicht, sich in sie hineinzuversetzen und bei ihrem Abenteuer, das auch einige überraschende Wendungen aufweist, mitzufiebern.
Dabei hilft auch der angenehme Schreibstil, der locker zu lesen ist und weder mit unnötigen Details langweilt, noch alle Arbeit alleine dem Vorstellungsvermögen des Lesers überlässt, und die interessante Welt, von der man allerdings nicht alle Länder und Bereiche, auf die angespielt werden, sieht.
Alles in allem handelt es sich bei „Federträger“ um eine packende Fantasy-Geschichte, die einen schnell in ihre Welt entführt und bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt, weil sie spannend und unvorhersehbar bleibt.